Es kann nicht nur an ein paar Auswanderern liegen, dass vielen Amerikanern eine gewisse Zuneigung zu Deutschland hegen. Speziell wenn es um Autos und Motorsport geht, weicht zuweilen der sonst vorherrschende Patriotismus der hemmungslosen Begeisterung über Fahrzeuge und Fahrer "made in Germany". Daher durften in diesem Jahr besonders viele deutsche Automobile die Grashalme hinter der exklusiven Quail Lodge verbiegen.
Tickets kosten 400 Dollar
Als kleine Aufwärmübung zum Concours d’Elegance in Pebble Beach versammelt sich hier eine ausgewählte Schar an Straßen- und Rennwagen, die nur wenigen, meist älteren Herrschaften mit Hund und Hut zugänglich gemacht werden. Kein Wunder, schließlich kosten die Tickets 400 Dollar und sind auf 2.000 Stück begrenzt. Dafür gibt es in diesem Jahr nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu hören: Deutsche Volksmusik - oder das, was die Combo dafür hielt - schnitt sich durch das ob der auserwählten Oldtimer erstaunte Murmeln der Besucher.
Gleich gegenüber versammeln sich einige Exemplare aus der Geschichte der BMW Motorsport GmbH, deren 30-jähriges Jubiläum zelebriert wird. Der M1 fehlt dabei ebenso wenig wie das "Batmobile", der 3.0 CSL , der auch in einer raren Alpina-Variante vertreten ist. Während ein paar Kinder versuchen die Spiegelschrift im Spoiler des 2002 turbo zu entziffern, fragt sich die Erwachsenen, was die himmelblaue Isetta hier verloren hat. Von einer Misetta berichten die Bücher jedenfalls nichts. Aber das stört hier niemanden wirklich, nach einem kurzen Stirnrunzeln entfährt den Betrachter sofort ein quiekendes "how cute". Die zuweilen etwas merkwürdig erscheinende Mischung scheint System zu haben.
Zahlreiche Klassiker beim Pebble Beach Concours 2009
Da parkt ein Lancia Appia Berlina schüchtern zwischen einer gold-geschminkten Corvette von 1963 und einem Bentley Continental S1, ein filigraner Ferrari 250 GT steht einem grobschlächtigen Ford Galaxie Rennwagen gegenüber. Hier gibt man sich wieder ganz amerikanisch unkompliziert, freut sich über die bunte Mischung und das im Ticketpreis das Essen inbegriffen ist. Derweil stimmt eine andere Band nach Frank Sinatra ein Song der Alternative-Rocker Weezer in Easy-Listening-Version an - was überraschend gut zum eleganten Delahaye Cabriolet passt, Baujahr 1948. Dass gleich dahinter ein Datsun Tourenwagen von 1972 parkt, lässt manchen europäischen Kenner schmunzeln. Doch während ein paar schwer mit Gold behangende Damen sich und ihre Pudel am gelb-schwarzen Japaner vorbeiführen, fragt er sich, wo er sonst derart unterschiedlich Charakterdarsteller in einem Film geboten bekommen würde.
Einer der Hauptakteure machte sich dagegen rar: Hans-Joachim Stuck, dem auch eine Sonderaustellung mit einigen seiner Rennwagen gewidmet wurde. Einfach so. Eine andere Rennfahrerlegende war zwar vor Ort, mehr aber auch nicht. Vielleicht weil er kein Deutscher ist.









