Goodwood Revival Meeting - Bonhams-Auktion: Maserati-Legenden für Millionen

Bonhams, Chichester Goodwood, 1930-31 Maserati Tipo 26 Sport Road Racing Four-Seater

Bei der Goodwood Revival-Auktion versteigerte das Auktionshaus Bonhams auch vier legendäre Maserati aus der Hartley-Sammlung, von denen einige seit mehreren Jahrzehnten nicht in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Die Schätzwerte wurden größtenteils erreicht, nur der 1930-31 Maserati Tipo 26 blieb mit knapp 2,1 Millionen Euro unter dem Estimate.

Ein Höhepunkt der Auktion waren zwei Schwesterautos: Zwei Maserati Tipo 26, die Ende 1931 nach Großbritannien importiert wurden. Die Bestellung von Chassisnummer 2516 und 2518 hatte Edgar Fronteras im Auftrag von Max Morris aufgegeben. Morris stellt mit seiner Firma RAG Vergaser her. Die beiden Chassis mit den Nummern 2516 und 2518 sollen nur mit Motor, Kühler, Motorhaube und Einstiegsluke geliefert worden sein - die hintern zwei Drittel des Aufbaus fehlten. Bei der Londoner Firma "L.C.Rawlence & Company" wurden die beiden Maserati für den Einsatz bei Autorennen aufgebaut, natürlich mit RAG-Vergasern. 

Seit 61 Jahren im Familienbesitz

Mit einem Estimate von 2,3 bis 2,8 Millionen Euro war Chassisnummer 2518 mehr als doppelt so teuer wie sein Schwesterauto 2516. Nicht ohne Grund, der Wagen hat eine einzigartige Historie aufzuweisen. Seit 61 Jahren befindet er sich in den Händen der Familie Hartley, seit 57 Jahren von Anthony Hartley, dessen Maserati-Sammlung zu den weltweit bedeutendsten gehörte.

Chassisnummer 2518 wurde bei Rennen unter anderem von dem Alfa Romeo- und Maserati-Werksfahrer Giuseppe Campari gefahren. Über mehrere Umwege gelangte "2518" zu Roland Dutt, der den Wagen mit Motorschaden als Ersatzteilspender für seinen Maserati 8C-3000 kaufte. Im Jahr 1951 kaufte Anthony Hartleys Bruder Michael den Wagen. Ein Jahr später ließ Michael Hartley "2518" auf das Kennzeichen "NPX 126" registrieren. Erst 1954 soll der Wagen weder aus eigener Kraft gefahren sein - mit einem Ford V8 als Antrieb. 1955 übernahm Anthony Hartley den Maserati Tipo 26 und restaurierte ihn über mehr als 30 Jahre Jahren originalgetreu - inklusive dem neu aufgebauten Originalmotor.

Statt dem erwarteten Estimate von 2,3 bis 2,8 Millionen Euro für den Maserati Tipo 26 mit Chassisnummer 2518, brachte der Wagen nur rund 2,1 Millionen Euro. Für Chassisnummer 2516 lag das Estimate bei 510.000 bis 760.000 Euro, der neue Käufer bezahlte bei der Versteigerung rund 664.000 Euro.

Replica des 16-Zylinder-Maserati

Ebenfalls aus der Hartley-Sammlung stammt die Replica eines 1929er Maserati V4 mit 16-Zylinder, die in rund 20.000 Arbeitsstunden entstand. Der legendäre Maserati V4 war seinerzeit das schnellste Rennauto der Welt. Alleine die beiden Kurbelwellen drehte Anthony Hartley aus einem massiven, 110 Kilogramm schweren Metallblock. Der Motor besteht aus insgesamt 3.500 Einzelteilen. "Ich habe meinen V4-Motor rund um eine Kupplung aus einem Maserati 8C-3000 gebaut", sagte Anthony Hartley stolz. Bonhams gab für die Replica ein Estimate von 510.000 bis 630.000 Euro an, der Verkaufspreis lag bei rund 538.000 Euro.

Maserati mit Allemano-Karosserie

Der vierte Maserati aus der Hartley-Sammlung ist ein 1956er A6G-2000 Coupé mit einer Karosserie von Carrozzeria Allemano. Der angebotene Wagen ist das zehnte bei Allemano eingekleidete Exemplar und wurde am 28. Mai 1956 an Ciancarelli in Rom ausgeliefert. Im Jahr 1961 wurde es in Großbritannien mit dem Kennzeichen "16 ARY" registriert. Anthony Hartley kaufte den Wagen 1988. Das Estimate betrug 250.000 bis 320.000 Euro, endgültiger Auktionspreis waren knapp 295.000 Euro.

Alle versteigerten Fahrzeuge der Bonhams-Auktion anlässlich des Goodwood Revival Meeting zeigen wir in unserer Fotoshow.

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Kai Klauder

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