IAA 1955: Präsentation des schönsten BMW

IAA, BMW, 507, Historie, Geschichte, Chronik, Highlights

1955 steht die IAA im Zeichen des blau-weißen Propellers. BMW präsentiert mit dem 507 das schönste Auto der Messe. Aber wo ist die Isetta?

Sie fehlt. Obwohl im gleichen Jahr (am 5. März) vorgestellt, gibt es sie bei der IAA nicht zu sehn. Vielleicht, weil der durchschlagende Erfolg des in Lizenz gefertigten Kleinstmobils die BMW-Verantwortlichen nicht mehr an den noch kurz zuvor drohenden Konkurs denken, sondern den kommenden goldenen Zeiten entgegen fiebern lässt. Das 2.580 Mark teure Gefährt verkaufte sich hervorragend.

IAA 1955: BMW 505 Pullmann

Und nach goldenen Zeiten sieht dann auch die Auslage auf dem Messestand aus. Zum einen sind da die bekannten 501 (nun mit Sechs- oder Achtzylinder und 72 oder 95 PS) und 502 (mit 2,6- oder 3,2-Liter-V8 und 100 oder 120 PS). Daneben stehen allerdings wahre Knüller: Zunächst der von Ghia-Aigle karossierte 505 Pullmann mit verlängertem Fahrgestell - deutliche Konkurrenz zum Mercedes 300 und der Traum für jeden Firmenchef. Denn die Fond-Passagiere können Luxus erleben: Sie nehmen in Klubsesseln Platz - nachdem die Einstiegsleuchten den rechten Weg gezeigt haben - können die Trenn- und Seitenscheiben elektrisch versenken, ihre Arme auf Mittelarmlehnen ausruhen, am ausklappbaren Schreibpult Notizen und über eine Gegensprechanlage dem Fahrer Richtungsangaben machen, das Radio fernbedienen und ihre eigene Heizung regulieren.

Ganz neu ist der 503, erhältlich als Cabriolet und Coupé. Hier leistet der 3,2-Liter-V8 stattliche 140 PS, die für eine Spitze von 190 km/h gut sind. Auch hier ist die Ausstattungsliste lang. Es gibt so exklusive Extras wie Bremsverstärker, Becker-Autoradio, elektrisch-hydraulisches Verdeck und Fensterheber, Scheibenwaschanlage, getönte Scheiben.

BMW 507 der Knaller der IAA 1955

Die Eckdaten: 140 PS-V8, 220 km/h, Fünfgangschaltung, verstellbare Lenksäule, Karosseriekomplett aus Leichtmetall, 1.170 Kilogramm Leergewicht auf Wunsch Sperrdifferential - ein Paukenschlag. Albrecht Graf Goetz katapultiert sich mit diesem Meisterstück direkt in den Automobildesign-Olymp. Und alle Besucher, die einen Blick auf den umlagerten 507 ergattern können, haben einen neuen Traumwagen.

IAA 1955: Borgward und Mercedes

Bleiben wir zunächst bei den Mittel- und Oberklassewagen. Borgward feierte die 30.000ste Isabella und bringt mit der TS nun eine stärkere Variante. Ihr 1,5-Liter-Vierzylinder kommt auf eine Literleistung von 50 PS und leistet 75 PS. Der Verbrauch der bei Bedarf 150 km/h schnellen Isabella ist sehr gering und liegt im Schnitt bei 7,4 Litern. Nur 1,3 Liter mehr konsumiert der Hansa 2400, der nun serienmäßig den richtungsweisenden Unterdruck-Bremskraftverstärker an Bord hat. Borgward Isabella nun mit 75 PS, erreicht 150 km/h und verbraucht im Schnitt 7,4 Liter.

Mercedes präsentiert anno 1955 keine neuen Modelle, stellt den 220 allerdings in neuer Karosserievariante als Cabrio und den 190 SL als Roadster, später auch mit Hardtop vor. Der 300 ist ab sofort auch mit Automatik von Borg-Warner lieferbar.

IAA 1955: Prozentrechnung beim "großen" DKW

DKW 3=6 glänzt mit 100 mm breiterer Karosserie und Spur sowie 4 PS mehr - bei nun 12 Prozent mehr Leistung fallen die 15 Kilogramm mehr auf der Hüfte kaum ins Gewicht. Die Bremsfläche ist nun um 27 Prozent vergrößert, der Kofferraum um 25 Prozent, die Heckscheibe um 10 %. Und es werden 70 statt 55% der Windschutzscheibe gewischt. Die Vielfalt der Varianten wächst auch: Zur Wahl stehen Limousine, Limousine-Spezial, Luxus-Coupé, Cabriolet mit zwei oder vier Sitzplätzen, viertürige Limousine mit längerem Radstand und Universal-Kombiwagen.

Die Kleinwagenauf der IAA 1955

Den Lloyd LP 400 kann man jetzt als Viertakter ordern, er heißt dann Lloyd 600. Sein Zweizylinder mit 596 ccm leistet 19 PS - bei Bedarf gibt es einen Austauschmotor schon für günstige 198 Mark. Goliath stellt den GP 700 mit 0,9 Liter Zweizylinder und Einspritzung vor. Mit 40 PS ist er ordentlich motorisiert, und der Verbrauch von im Schnitt 6,7 Litern ist günstig.

Nach der Übernahme firmiert der Champion nun unter der Marke Maico. Zum ersten Mal überrascht der Dornier-Delta das Publikum - bei ihm sitzen die Passagier Rücken an Rücken. Außergewöhnlich ist auch der Zwerg von Brütsch. In zwei Varianten wird er vorgeführt, die beide eine Karosse aus Kunststoff haben. Im Einsitzer kommt ein nur 75 ccm kleiner DKW-Motor zum Einsatz, den Zweisitzer treibt wahlweise ein 200 ccm-Sachs- oder ein 250 ccm-Maico-Motor an.

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Kai Klauder

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