IAA 1973: Wankel-Corvette und Langzeitauto

Audi Asso Italdesign Studie

Mit dem Auto in die Zukunft - so lautet das Motto der IAA 1973. Nach vier Jahren Pause soll es mit Riesenschritten voran gehen.

Warum es 1971 keine IAA gab

Die IAA des Jahres 1971 wurde wegen der schlechten Ertragslage der Automobilindustrie abgesagt. Die Marktaussichten sind miserabel und verlangen nach tief greifenden Sparmaßnahmen, eine davon ist die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt. Die Hoffnungen sind alsobei allen Beteiligten groß, bevor die Tore der IAA 1993 öffnen.


Nach vier Jahren sind sie alle wieder da - und noch ein paar mehr

Rund 1.200 Aussteller kommen nach Frankfurt, der Marktanteil der Importeure liegt mittlerweile bei mehr als 27 Prozent - neuester Importeur ist Mazda, der mit einem kleinen Stand von 205 Quadratmetern auf seine Fahrzeuge aufmerksam macht. Umgerechnet auf die Standmiete sind das etwa 200.000 Mark. Die Messeausstellungsfläche ist im Vergleich zur 1969er IAA um 40.000 Quadratmeter gewachsen, um den Andrang von Ausstellungswilligen beherrschen zu können.

Revolution im Hause Volkswagen - VWs erster Frontmotor

Mit dem Passat B1 verabschiedet sich Volkswagen endgültig vom Heckmotor- und -antriebskonzept bei Personenwagen. Nachdem man nun lange genug versucht hat, ohne große technische Entwicklungen im sehr lange sehr gut laufenden Geschäft zu bleiben, war dieser Schritt bitter nötig geworden. Auch dem K70, einer NSU-Entwicklung, war kein großer Erfolg beschieden. Die Zukunft sollte nun mit einem selbst entwickelten VW-Motor in Angriff genommen werden.

Der VW Passat basiert auf dem Audi 80 und unterscheidet sich nur durch das Fließheck sowie eine andere Hinterachse. Der Erfolg gibt den VW-Lenkern und ihrem mutigen und längst überfälligen Schritt recht, die Verkaufszahlen sind ausgezeichnet. Ein Jahr später erscheint die Kombi-Version und verkauft sich ebenfalls sehr gut. Als Antriebsaggregate kommen die gleichen Vierzylinder wie im Audi 80 zum Einsatz, vom 1,3- bis 1,6-Liter-Motor mit 55 bis 110 PS.

Keine IAA ohne neuen Wankel-Wagen

Diesmal zeigt Citroen mit dem GS Birotor seinen Beitrag zum Thema Kreiskolbenfahrzeug. Sein Zweischeiben-Wankelmotor mit 995 ccm Kammervolumen leistet 106 PS bei 6.500 U/min und verhilft dem sonst eher zurückhaltend motorisierten Franzosen zu 175 km/h Höchstgeschwindigkeit. Zuvor hat Citroen mit Wankel-Fahrzeugen schon etwa 30 Millionen Test- und Versuchskilometer absolvieren lassen. In 260 Versuchsautos vom Typ M 35 haben Vertreter, Landärzte und sonstige Vielfahrer diese Strecke zurückgelegt. Angetrieben von einem Einscheiben-Wankelmotor, der noch aus den Zeiten der Paarung NSU-Citroen stammt.

Corvette mit Wankelmotor, Langzeitauto FLA

Und selbst die Big-Block-Nation USA hat einen Wankel-Beitrag in Frankfurt dabei. Chevrolet zeigt eine Experimental-Corvette mit Zweischeiben-Kreiskolbenmotor.

Das Langzeit-Auto Porsche FLA - was sich anhört wie eine neue Edelpuddingsorte aus den Niederlanden ist der Name für das "Forschungsprojekt Langzeit-Auto", welches Porsche präsentiert. Ausgelegt auf 20 Nutzungsjahre soll das Fahrzeug eine Fahrleistung von mindestens 300.000 Kilometern zurücklegen. Wie die Statistiken heute zeigen, gehören Porsche heute auch ohne das FLA-Fahrzeug zu den "nachhaltigsten" Automobilen. 1973 reagieren die anderen Hersteller noch ablehnend, wie in auto motor und sport zu lesen ist: "'Ganz und gar illusorisch', sagte man bei Daimler-Benz; 'mit Alu-Karossen ist man schon bei Panhard Pleite gegangen.’ bei VW."

Messestände: Opel hat den größten

Bei Quadratmeterpreisen von 800 bis 1.200 Mark investieren die großen Hersteller und Importeure schon Anfang der Siebziger bis zu siebenstellige Summen für die Standmiete über elf Tage. Spitzenreiter ist Opel mit 1.402 qm, gefolgt von British Leyland mit 1.340 qm. Volkswagen stellt auf 1.292 qm seine Fahrzeuge vor, Daimler-Benz folgt gleich dahinter mit 1.275 qm. Ford (1.235 qm), Audi NSU (1.102 qm) und Renault (1.094 qm) sind ebenfalls mit Standflächen von mehr als 1.000 qm vertreten.

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Kai Klauder

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