Im Auto um die Welt - Expeditionsfahrzeuge im Museum Mobile

"Bis ans Ende der Welt - legendäre Expeditions- und Langstreckenfahrzeuge" heißt die Sonderausstellung im Museum Mobile in Ingolstadt, die ab dem 10. September zu bestaunen ist.

Neues entdecken, in Regionen vordringen, die niemand zuvor gesehen hat - der Forscherdrang bekam mit der Mobilisierung ein neues Format. Das Automobil machte Abenteuer möglich, bei denen weite Entfernungen in unwägbarem Gelände zurückgelegt werden konnten. Die dazu genutzten Fahrzeugen waren in den meisten Fällen Sonderanfertigungen oder stark modifizierte Serienfahrzeuge.

Die neue Ausstellung wirft auch einen Blick auf andere große Entdecker, die ohne Fahrzeug die Welt umrundeten. Ferdinand Magellan, Friedrich Gustav Kögel, Heinrich Horstmann oder Elly Beinhorn sind die Namen einiger Entdecker, deren Mut und Forscherdrang vorgestellt wird. Der erste fuhr zu Wasser um die Welt (1519 bis 1522), der zweite und dritte zu Land (Kögel zu Fuß Ende des 19. Jahrhunderts, Horstmann auf einem Fahrrad 1895) und die vierte im Alleinflug (1932).

Daneben stehen natürlich die von Motorkraft angetriebenen Fahrzeuge im Fokus der Ausstellung. Zwölf Expeditionsfahrzeuge sind bis zum 7. Januar 2009 im Museum Mobile in Ingolstadt zu sehen. Darunter auch der legendäre Citroen Autochenille B2, besser bekannt als "Scarabée d’Or" (goldener Käfer). Dabei handelt es sich um ein Kettenfahrzeug, mit dem zwei Franzosen 1922 in drei Wochen die Sahara durchquerten. 3.200 Kilometer mit maximal 25 km/h waren sie unterwegs.

Die Kilometersammler

Max Reisch, ein Tiroler Abenteurer, startete 1935 zu seiner Indochina-Reise, die er 1936 zur Weltumrundung fortsetzte. Als Fahrzeug wählte er einen Steyr Type 100, den er allerdings nur bis zur A-Säule im Originalzustand beließ. Den Aufbau konzipierte und fertigte der Ingenieur aus Leichtmetall selbst. Der kleine 1,4-Liter-Vierzylinder mit 32 PS brachte den habilitierten Österreicher zunächst 1935 auf der Route Wien - Palästina - Syrien - Irak - Iran - Afghanistan - Pakistan - Indien - Birma - Thailand - Laos - Vietnam nach Shanghai. Die Expedition gilt als die erste motorisierte Durchquerung von Hinterindien und China.

Im Jahr darauf setzte er mit Unterstützung des ÖAMTC (Österreichischer Automobil- und Motorrad Club) und der Industrie von Shanghai aus die Reise fort und umrundete die Welt. 40.000 Kilometer legte er dabei zurück. Die Stationen waren dabei Japan - USA – Mexiko. Nach der Verschiffung von New York nach Bremen führte die Route durch Deutschland zurück nach Österreich zum Ziel Salzburg.

Noch mehr Kilometer sammelten die beiden Tschechen Miroslav Zikmund und Jiri Hanzelka. 1947 machten sie sich in einem Tatra Typ 87 zu ihrer Weltreise auf. In drei Jahren fuhren sie mit dem von einem V8-Heckmotor angetriebenen und dank der Stromlinienform unverwechselbaren Tatra durch Amerika und Afrika und legten dabei rund 90.000 Kilometer zurück. Das wohl bekannteste tschechische Fahrzeug ist eine Leihgabe des Nationalen Technikmuseums Prag und wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Mit vier Ringen in und um die Welt

Audi zeigt aus der eigenen Firmengeschichte einen DKW F 5 Meisterklasse. Mit drei baugleichen Modellen legte Paul Hartlmeier 1935/36 auf seiner Indien-Expedition unter dem Motto "3 mal 20 PS" 18.000 Kilometer zurück.

Mit einem DKW Munga zeigen die Ausstellungsmacher, dass der kleine und leichte Geländewagen seinen Namen zu Recht trägt - die Abkürzung steht für Mehrzweck-Universal-Geländewagen-mit-Allradantrieb. In den 1960er und 70er-Jahren war der Munga ein günstiger Gebrauchter und diente vielen Abenteurern als Expeditionsauto. Sogar die erste Rally Paris-Dakar gewann er. Dank Allradantrieb und viel Bodenfreiheit wühlte sich der zweitaktende Wagen unter anderem durch Peru und das Himalaya-Gebirge. Zu sehen ist ein Exemplar aus der Himalaya-Expedition.

Zudem gibt es einen von zwei serienmäßigen Audi 100 mit Dieselmotor zu bestaunen, mit denen 1978 in 66 Tagen 30.000 Kilometer zurückgelegt wurden. Der Audi A4, mit dem Gerhard Plattner 1995 in exakt 20 Tagen, elf Stunden und 55 Minuten von Alaska bis Feuerland fuhr, schlägt den Bogen in die Neuzeit.

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Kai Klauder

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