Lancia gehört seit 1969 zu Fiat, Abarth seit 1971 und Alfa Romeo wurde 1986 in den großen Konzern eingegliedert. Seither haben die ehemals so stolzen Marken viel von ihrer Identität und Strahlkraft eingebüsst. Der Mutterkonzern Fiat erinnert in Padua an die Ära der Eigenständigkeit.
Alfa Romeo bringt die Rennsport-Legenden mit
Alfa Romeo gibt mit einigen hochkarätigen Rennwagen schon einen Vorgeschmack auf kommendes Jahr, wenn der 100. Firmengeburtstag auf dem Jahresprogramm steht. Am bekanntesten dürfte der Alfa Romeo Tipo 159 sein, der als Alfetta bekannt wurde und bis heute einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten ist. Juan Manuel Fangio gewann auf ihm 1951 die Formel 1-WM. Der Tipo 159 von 1951 besitzt einen Achtzylinder-Reihenmotor, der dank doppelter Aufladung aus seinen 1,5 Liter Hubraum 425 giftige Pferdestärken herausholt und eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h erreicht.
Alfa Romeo P2 von 1925, der ebenfalls von einem Reihenachter angetrieben wird. Sein Zweiliter-Kompressormotor leistet bis zu 155 PS, die den P2 auf bis zu 225 km/h beschleunigen. Auf ihm absolvierte ein gewisser Enzo Ferrari als Testfahrer seine Runden für Alfa Romeo. Der P2 spielt eine große Rolle in der Alfa-Historie, holten sie doch mit ihm ihren ersten Grand-Prix-Weltmeistertitel. Zwischen 1924 und 1930 wurden nur sechs Exemplare des Alfa Romeo P2 gebaut.
Das obere Ende auf der vertretenen Leistungsskala markiert der 1975er Alfa 33 TT 12, dessen Dreiliter-Zwölfzylinder-Boxermotor 500 PS liefert und dessen Nenndrehzahl bei rund 11.000 Umdrehungen liegt. Der Wagen wurde zur Legende, er holte 1975 in acht Rennen sieben Siege und gewann überlegen die Sportwagen-WM. unter anderem fuhren Derek Bell, Jacques Lafitte und Jochen Mass auf dem außergewöhnlichen Rennwagen.
Der letzte im Bunde der Alfa-Renner ist ein Alfa Romeo RL Targa Florio, mit dem Alfa Romeo 1923 bei der Targa Florio einen Dreifachsieg einfährt - einer der wichtigsten Augenblicke für den italienischen Hersteller, der mit dem überlegenen Sieg das Fundament für die anschließenden goldenen Jahre legt.
Nach oben offen - Fiat auf der Auto e Moto d'Epoca Padua
Die Hauptrolle am Fiat-Stand spielt der Fiat 500. Die Cabrioversion des erneuten Bestsellers und Retter des Hauses ist als Neuheit auf dem Markt und Fiat erinnert an die Cabrio-Tradition. Neben einem Fiat 500 Nuova mit großem Faltdach ist ein 1952er Fiat 8V Sport Spider zu sehen, dessen Zweiliter-V8 125 PS leistet und den von Zagato eingekleideten Roadster auf mehr als 200 km/h beschleunigt. Neben den 8V wurde ein 1931er Fiat 525 SS drapiert, ein sportlicher Roadster mit 3,8-Liter-Reihenmotor.
Dilambda-Vorstellung: 70. Jahrestag bei Lancia
Lancia erinnert an die Vorstellung des großen Dilambda vor 80 Jahren. Zwar wurde der Dilambda bereits seit 1928 gebaut, doch der große Auftritt gelang dem technisch höchst interessanten Wagen 1929 auf dem Automobilsalon von Paris. Angetrieben wird der in drei Karosserievarianten gebaute Dilambda von einem 100 PS starken V8 mit vier Liter Hubraum. Mit Einzelradaufhängung, in Silentblöcken gelagertem V-Motor, der einen ungewöhnlich engen Zylinderwinkel von nur 24 Grad aufweist, und einem Kühlsystem, das durch einen Thermostat geregelt wird, überzeugte Lancia in den 1920er-Jahren durch Innovationen und bewies den Hang zu aufwändigen Lösungen.
Abarths leichte Flunder
Die jüngst von Fiat als Label für sportlichere Varianten der normalen Fiat-Modelle wiederbelebte Marke Abarth ist auf der Auto e Moto d'Epoca in Padua verstecket hinter dem Fiat-Stand zu finden. Neben einem aktuellen Fiat 500 in Abarth-Version zeigen die Italiener einen Fiat Abarth 1000 Monoposto von 1965. Ein Vierzylinder mit einer Literleistung von mehr als 100 PS (982 Kubikzentimeter, 105 PS) treibt den nur 350 Kilogramm leichte Rennwagen an.





