100 Jahre Bugatti werden in der Galerie in Halle 1 nachvollziehbar. Vor Ort sollen ein Bugatti Torpedo BB von 1911, der Prototyp des "Bébe Peugeot", ein Typ 37A, ein Typ 55 und eine Typ 57SC-Coupé zu sehen sein. Einige der Ausstellungsstücke kommen aus dem berühmten Museum der Brüder Schlumpf aus Mülhausen im Elsass, die zwischen 1958 und 1975 ihre Bugatti-Sucht mit mehr als 120 Modellen gestillt haben sollen.
Der Anfang: Ein Teenager baut ein Auto
Der Mythos beginnt mit Bugattis erstem Automobil, das er 1900 - gerade 18 Jahre alt - zusammenbaut. Ein Jahr später siegt dieser erste, 660 Kilogramm leichte Bugatti beim Preis von Mailand. Startschuss zu einer unvergleichlichen Karriere in Bugatti-Blau. Baron de Dietrich wurde auf den jungen Automobilisten aufmerksam und holte ihn in seine Fabrik im Elsaß. Nach einer Zwischenstation bei Deutz in Köln verwirklicht sich Ettore Bugatti einen Traum und pachtet 1909 in Molsheim eine leerstehende Färberei. Am 1. Januar 1910 gründet er mit Ernest Friedrich seine Fabrik Automobiles Ettore Bugatti.
Schnell setzten sich die traditionell meist blau lackierten Rennwagen Made in Molsheim bei internationalen Rennen in Szene und sorgten für eine große Bekannt- und Beliebtheit der Marke Bugatti - und eine unerreichte Erfolgsserie: 1925 stehen 468 Bugatti-Siege in den Geschichtsbüchern, 1926 sind es 577, ein weiteres Jahr später sogar 806.
Logisch, dass die meisten seiner Kreationen ebenso zur Legende geworden, wie die Perfektion des Meisters: Bugatti ließ sogar Schrauben, Muttern und Federn in seiner Fabrik fertigen. Sobald der Name Bugatti auf einer Auktion aus dem Munde des Auktionators ertönt, kann von einem Millionenerlös ausgegangen werden. Selbst Bastelbuden bringen fünf- und sechsstellige Beträge - sofern die Fahrgestellnummern nachvollziehbar sind.
Die Marke gehört seit 1998 dem VW-Konzern
Der Meister starb 1947, 17 Jahre nachdem sein Sohn Jean bei der Testfahrt mit einem 57C tödlich verunglückte. Ettores sein Sohn Roland übernahm die Firma und führte sie bis 1967 weiter. Die Markenrechte gingen durch mehrere Hände und liegen seit 1998 beim Volkswagen-Konzern, der 2005 mit dem Bugatti Veyron 16.4 einen vielbeachteten Straßensportwagen der Superlative im Stile Ettore Bugattis auf den Markt brachte.
Schnellstes Serienauto, beste Beschleunigung, teuerstes Serienauto
Dank vierfacher Turboaufladung leistet der W16-Motor 1001 PS und beschleunigt den 1,9-Tonnen schweren Wagen auf bis zu 407 km/h - trotz eines miserablen cW-Wertes von 0,393. Beim Sprint auf 300 km/h vergehen laut Hersteller dennoch nur 16,7 Sekunden. Einige Rekorde holte der Veyron damit auf Anhieb: Schnellstes Serienauto, beste Beschleunigung für ein Serienauto, teuerstes Serienfahrzeug - zu einem Preis von rund 1,3 Millionen Euro gesellen sich bei einem Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Liter stattliche Kraftstoffkosten. Interesse? Hier geht es zum Konfigurator.



