Alles über Schloss Bensberg Classics
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Schloss Bensberg Classics 2012 Rallye & Concours : Ferrari Dino schlägt Cobra & Co

Die Jury wählte den Ferrari Dino 166 P, einen kleinen offenen Sportflitzer von 1965, zum "Best of Show". Das Publikum entschied sich dagegen für einen Mercedes 300 Sc Roadster von 1957 in einem erfrischendem Metallic-Grün mit hellbeiger Innenausstattung.

Zum vierten Mal fanden auf dem Innenhof des barocken Jagdsitzes die Schloss Bensberg Classics statt. Johann Wilhelm II, Herzog von Jülich und Berg, ließ bis 1711 den Gebäudekomplex errichten, der heute als Luxushotel der renommierten Althoff-Gruppe dient und einmal im Jahr einen attraktiven Rahmen für die Bensberg Classics bietet. Die bestehen aus einer Rallye am Samstag und einem Concours am Sonntag, sodass die Besucher am Sonntag rund 140 verschiedene Automobil-Klassiker bestaunen konnten: 84 Rallye- und 40 exklusive Concours-Teilnehmer (einige Autos gingen bei beiden Wettbewerben an den Start).

Rallye durch das Bergische Land

Traditionsgemäß lädt der Volkswagen-Konzern, der zusammen mit einer Reihe von Sponsoren die Bensberg Classics ausrichtet, auch prominente Rennfahrer und Schauspieler zur Rallye Historique ein, die sich auf die 170 Kilometer lange Tages-Tour machen. Start- und Zielpunkt bildet der attraktive Schloss-Innenhof. Neben den bekannten Rennsport-Legenden Jacky Ickx und Hans-Joachim Stuck gingen auch die Schauspieler Erol Sander, Jürgen Prochnow sowie noch weitere (TV-) Prominente an den Start. Überragende Gesamtsieger wurde das Team Matthias Kahle und Peter Göbel in einem Skoda 130 RS von 1976. Ein ebenfalls hervorragendes Ergebnis erzielte VW-Entwicklungs-Vorstand Ulrich Hackenberg mit Copilotin und Ehefrau Thresia, die in einem offenen Bugatti 35 in der Klasse Vorkrieg/Elektronik den ersten Platz belegten. Alle Rallye-Autos blieben auch am Sonntag auf dem Schloss-Gelände und konnten von den Concours-Besuchern besichtigt werden. Ergebnisliste auf www.sbc2012.de

Extreme Typen beim Concours

Die von Jürgen Lewandowski zusammengestellte bunte, aristokratische, skurile und auch wilde Concours-Teilnehmer-Flotte bot dem Publikum und der Jury einen extrem hohen Unterhaltungswert. Zu den "Legenden im Kleinformat" zählte zum Beispiel der Scootcar Mk. 1, ein in der Länge halbierte BMW Isetta mit 0,2 Liter großem Einzylinder-Motor. Topspeed 80 km/h. Etwas mehr Tempo erzielten die einstigen Konkurrenten aus dem Jahr 1964, die damals an der Tour de France für Automobile Teilnahmen und die Plätze eins und zwei belegten: Ferrari 250 GTO und Shelby Cobra Daytona Coupé, von dem insgesamt nur sechs Stück entstanden. Jetzt standen sie einträchtig nebeneinander und konnten ausgiebig betrachtet werden. Natürlich durften auch elegante Cabrios und Coupés aus namhaften Karosserie-Manufakturen wie Mulliner, Pininfarina, Worblaufen oder Zagato nicht nicht fehlen.

Mit Pauken und Raketen

Ganz am Schluss, nachdem alle 16 Klassensieger präsentiert waren, stand nur noch die Verkündung der beiden Hauptpreise auf dem Programm: Für welchen Wagen hat sich die Jury und das Publikum jeweils als "Best of Show" entschieden? Die ausschließlich aus Automobil-Kennern wie Wim Oude Weernink und Bernd Ostmann sowie aus Designern wie Fabrizio Guigiaro und Andrea Zagato bestehende Jury entschied sich für den kleinen Sechszylinder-Flitzer Ferrari Dino 166P/206 P aus dem Jahr 1965. Ein Einzelstück, das speziell für kurvenreiche Strecken und Bergrennen konstruiert war.

Der Spider bildete auch das optische Vorbild für den stärkeren Ferrari 330 P4. Ein Paukenwirbel kündigte das Nahen des 586 Kilogramm schweren Leichtgewichts an, der jedoch vom rabiaten V6-Klang des Renn-Dino übertönt wurde. Dann schossen Raketen und Feuerfontänen in die Luft, Konfetti regnete herab. Wesentlich ruhiger verlief davor die Präsentation des Publikum-Siegers, ein großes Mercedes 300-Cabrio mit der Technik des 300 SL, von dem nur 53 entstanden sind. Vor allem das erfrischend-kühle Hellgrün der Karosserie mag wohl an diesem heißen Spätsommertag die Entscheidung des Publikums beeinflusst haben.

Schloss Bensberg Classics Concours d'Elegance 2012. Die Sieger.
Wertungskategorien: ---------------------------
Wegbereiter des Luxus (Luxuswagen/Vorkrieg): Mercedes-Benz 680 S
Pioniere der Sportlichkeit (Sportwagen/Vorkrieg): Alfa Romeo 8C 2600 Monza
Legenden im Kleinformat (Kleinwagen): Toyota Sport 800
Könige des Komforts (Luxuswagen/Nachkrieg): Mercedes-Benz 300 Sc Roadster
Ästheten der Beschleunigung (Sportwagen/Nachkrieg): Alfa Romeo Giulietta Sprint Zagato
Italienische Eleganz (Cabriolets und Coupés): Lamborghini 400 GT 2+2
Raritäten in Kleinserie (Unikate): Bentley Mk VI Cresta Pininfarina
Legenden der Langstrecke (Rennsportwagen und Gran Turismo): Dino 166P/206P
Sonderkategorien ---------------------------
Sonderpreis der Jury: Dino 166P/206P
Sonderpreis des Publikums: Mercedes-Benz 300 Sc Roadster
Offene Vorkriegsmodelle: Opel Admiral Cabriolet
Geschlossene Vorkriegsmodelle: Swallow S.S. 1
Offene Nachkriegsmodelle: Bentley S1 DHC H.J. Mulliner
Geschlossene Nachkriegsmodelle: Citroen DS 19 LeDandy
Bester restaurierter Zustand: Jaguar E-Type "Lindner" Lightweight Low Drag
Bester unrestaurierter Zustand: Talbot Lago T26 Grand Sport
Paul Pietsch Sonderpreis: Ferrari 250 GTO
Weiteste Anreise: Delahaye 135M Guillorét Cabriolet

Autor

Foto

Uli Sonntag

Datum

11. September 2012
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