+++update: Lamborghinis Geheimnis gelüftet

Nach der Geheimniskrämerei um den Lambo-Messeauftritt steht nun fest: Automobili Lamborghini feiert in Essen das 35-jähriges Jubiläum des Lamborghini Countach. Die erste und die letzte Serienversion des Supersportlers dokumentieren seine 27-jährige Bauzeit.

Zu diesem Anlass präsentiert der Hersteller zwei Modelle: Neben einem Countach LP 400 ist der Lamborghini Countach 25° zu sehen. Beide Fahrzeuge stammen aus der Lamborghini Kollektion des Werksmuseums in Sant’Agata Bolognese. Die Fahrzeuge werden in Halle 7, Stand 509 gezeigt.

Blick zurück - Lamborghini Countach LP400

Als Lamborghini und das Turiner Design-Haus Bertone auf dem Genfer Salon 1971 ihr neuestes gemeinsames Projekt erstmals vorstellten, stockte den Besuchern der Atem. Was sie zu sehen bekamen, war nicht nur der erste Entwurf eines neuen Lamborghini. Vielmehr verkörperte die extrem keilförmige Studie, die vor ihnen kauerte, das radikalste und futuristischste Design-Konzept eines Supersportwagens jener Zeit.

Die Silhouette und die nach oben schwingenden Flügeltüren erinnerten mehr an einen Kampfjet als an ein Automobil. Verantwortlich für das revolutionäre Design war wie schon zuvor beim Miura, der Bertone-Mitarbeiter Marcello Gandini. Sein Name: Lamborghini Countach LP 500. Die Abkürzung hinter dem Namen stand für "longitudinale posteriore" und bezeichnete die Einbauart des Zwölfzylinder-Triebwerks: hinten längs.

Die Zahl gab Aufschluss über den Hubraum des V12 mit 60 Grad Zylinderwinkel: Fünf Liter. Der Name selbst war ein Ausdruck aus dem piemontesischen Dialekt und bedeutet soviel wie großartig, wundervoll, unglaublich. Bertone soll dies ausgerufen haben, als er zum ersten Mal die fertigen Entwürfe Gandinis sah und der anwesende Ferruccio Lamborghini befand darauf, dass dies der richtige Name für das Auto sei. Und unglaublich waren auch die Leistungsdaten, die angegeben wurden: 440 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Kein Sportwagen der Zeit konnte diese Werte überbieten.

Probleme mit dem Fünfliter-V12

Die Resonanz auf die Studie war so gut, dass man sich entschloss, den Countach in Serie zu bauen. Während der Erprobungsphase in den Monaten nach dem Salon stellte sich heraus, dass Gandini in Hinblick auf die thermischen Bedingungen des Motors etwas zu optimistisch gewesen war. Auch die Standfestigkeit des Hochleistungstreibwerks entsprach noch nicht den Wünschen.

Die Ingenieure griffen deshalb 1972 zum bekannten und bewährten Zwölfzylinder mit vier Litern Hubraum. Entsprechend wurde auch der Name in LP 400 geändert. Den Kühlluft-Haushalt verbesserten Einlässe in den Flanken und große Hutzen. Sie ließen den Countach noch martialischer aussehen und gaben ihm seine prägnante Linie, die ihn zur absoluten Sportwagen-Ikone werden ließ.

Die Öffentlichkeit bekam den fertigen Serienwagen aber erst 1973 in Genf zu sehen. Im Gegensatz zur Studie von 1972 bestand der Rahmen nicht aus Vierkant-Rohren sondern aus Rundrohren. Statt Stahlblech kam Aluminium für die Karosserie zum Einsatz. Das senkte das Trockengewicht von 1.130 kg auf 1.060 kg. Der von sechs Weber 45 DCOE-Vergasern befeuerte Motor leistete 375 PS und trieb den Countach auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h.

Der Lamborghini Countach 25°

Wie wegweisend und modern der Entwurf von Marcello Gandini gewesen war, verdeutlicht die Tatsache, dass der Countach im Jahr 1988 immer noch produziert wird. Es ist das Jahr in dem Lamborghini das 25-jährige Bestehen seiner Fabrik feiert. Aus diesem Anlass wird der erfolgreiche Supersportlers einem Restyling unterzogen. Die Basis bildet der Countach LP 5000 4V, der über einen 5,2-Liter-V12 mit 455 PS Leistung verfügt.

Die Kotflügel charakterisieren voluminöse Verbreiterungen, um Platz für breitere Reifen zu schaffen. In den Radkästen vorne finden sich Pneus der Dimension 225/50 ZR 15 statt der 205/14 der Urversion. Hinten ist der Zuwachs noch beeindruckender: Hier kommen imposante 345/35 ZR 15 an Stelle der im Countach LP 400 verwendeten 215/14 zum Einsatz.

Als besonderes Kennzeichen verfügt der Countach 25° über markante Rippen an den Schweller und an den Kühllufthutzen. Es wird die letzte Version des Countach sein, die Lamborghini vorstellt. Seine Bauzeit endet 1990 nach 657 Einheiten. Insgesamt verließen während der 27 Jahre der Produktion 1.997 Countach die Werkshallen in Sant’Agata.

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kkl

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