Oldtimer Wertentwicklung 2021

Ford Capri doppelt so teuer wie 2017

VDA und Classic-Analytics haben untersucht, wie sich die Werte beliebter Klassiker verändert haben. An der Spitze steht ein Ford.

Ford-Capri-1700-GT-Opel-GT-1900-Vergleichstest Foto: Ingolf Pompe 10 Bilder

Auf dem Gesamtmarkt haben sich die Preise für Oldtimer langsamer entwickelt, doch einzelne Modelle legten "in den vergangenen Jahren stärker zur", so der VDA in einer Pressemitteilung zur Wertentwicklung von Oldtimern. Gemeinsam mit dem Bewertungspartner Classic-Analytics hat der Verband die Entwicklung des Marktes und einzelner Modelle analysiert. Auch mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf der Kaufverhalten waren dabei ein Thema.

Wertsteigerung in Höhe der Inflationsrate

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) veröffentlicht seit 1999 jährlich einen Deutschen Oldtimer Index (DOX). Der Startwert lag 1999 bei 1.000 Punkten, heute steht der DOX bei 2.770. Das entspricht einer Wertsteigerung von 177 Prozent in 22 Jahren. Gegenüber 2020 ist der DOX um 2,9 Prozent gewachsen, was in etwa der Inflationsrate entspricht.

Ford, VW und BMW in den Top 10

BMW 3.0 Csi, Frontansicht Foto: Archiv
Legte in vier Jahren von 46.000 auf 70.600 Euro zu: BMW CS der Baureihe E9.

Über vier Jahre betrachtet legten einige Modelle deutlich zu, andere wiederum haben an Wert verloren. Zu den Gewinnern gehören allein vier VW-Modelle, eins war schon im Vorjahr in der Top-10 dabei: Der Kübelwagen ist seit 2017 um gut ein Drittel teurer geworden und hat aktuell einen Wert von 12.500 Euro. Neu in der Liste ist ein Modell, das vor Kurzem noch an jeder Ecke stand: Der Golf II wurde um fast die Hälfte teurer; ein deutliches Zeichen, dass der Kompakte vom Alltagshelden zum Oldtimer wird.

Am stärksten stiegen demnach die Preise für den Ford Capri: Das Kölner Coupé verdoppelte seinen Wert von 2017 beinahe: Um 94 Prozent legte der Wert für dieses Modell zu. Allerdings auf weiterhin moderatem Niveau: Classic-Analytics taxiert den Durchschnittswert auf 17.500 Euro.

In Summe beeindruckender sind die Wertentwicklungen von BMW CS und 02: Beide legten in vier Jahren um 54 Prozent zu. Der Wert eines CS-Coupés liegt nun bei 70.600 Euro. Ein typisches Modell der 02-Baureihe hat nun einen durchschnittlichen Wert von 26.000 Euro. Für die Bewertung definierten VDA und Classic-Analytics 88 typische Modelle einer Baureihe, die häufig gehandelt werden. Die Preise sind darum als Durchschnittswerte zu verstehen und gelten nicht für alle Varianten einer Baureihe. Besonders seltene oder teure Modelle sind nicht im Oldtimer-Index.

Geld verdienen mit Oldies? Trotz starker Entwicklung schwierig

Auch wenn eine Verdopplung des Werts innerhalb von vier Jahren, wie etwa beim Ford Capri, erfreulich ist, könnte es schwierig werden, mit einem Oldtimer Geld zu verdienen: "Da jedoch die absoluten Werte noch gering sind, können diese Wertsteigerungen die echten Kosten der meist aufwändigen Restauration nicht vollständig abdecken", warnt der VDA. Das gilt natürlich umso mehr, wenn der Wert gering und die Technik anspruchsvoll ist. Zudem kann sich der Wert auch in die andere Richtung entwickeln: nach unten. Davor schützen auch große Namen nicht.

Ferrari fahren ist günstiger geworden

Ferrari fahren ist zwischen 2016 und 2019 günstiger geworden. Zumindest, wenn man den Kaufpreis für einen 328 zugrunde legt. Der Wert des Mittelmotor-Sportwagens ging um 26 Prozent auf durchschnittlich 74.000 Euro zurück. Ein anderes typisches Beispiel ist die Mercedes Pagode. Der SL der Baureihe W 113 hatte in den vergangenen Jahren zunächst einen Hype erlebt, bevor dann die Preise wieder gesunken sind. Wer da teuer eingekauft hat, dürfte sich schwertun, das eingesetzte Geld wiederzubekommen.

Fazit

Ist das Geld verdienen mit Oldtimern möglich? Nun, es kommt darauf an. Restaurationskosten und Wertentwicklung sind meist schwer abzuschätzen. Die Studie von VDA und Classic-Analytics zeigt auf der einen Seite beeindruckende Steigerungsraten, andererseits aber auch Wertverlust bei dem einen oder anderen Modell. Umso besser, dass es manchen Oldtimerfahrern gar nicht darauf ankommt, wie sich der ihres Autos entwickelt. Denn bei allen Preisdiskussionen sollte das Fahren, Schrauben und die Freude am Hobby im Vordergrund stehen. Umso schöner, wenn sich Investitionen in die Substanz und den Erhalt am Ende rechnen.