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Mazda RX-7 SA22C (1978-1981) Kaufberatung

Stärken und Schwächen des Wankel-Sportwagens

Mit seinem Wankelmotor war der Mazda RX-7 bei seinem Debüt 1978 eine kleine Sensation und ein technischer Leckerbissen. Ein Erfolg war er außerdem. Heute ist er ein interessanter Klassiker. Fahrbericht und Kaufberatung finden Sie hier.

Mazda RX-7 Foto: Mazda 24 Bilder

Bis zum Erscheinen des Mazda RX-7 im Frühsommer 1978 installierte Mazda seine Rotationskolben-Maschinen in fast alle Arten von Automobilen – auch in Pick-Ups und in kompakte, 20-sitzige Reisebusse.

So gesehen ist der Mazda RX-7, der in Japan, Australien und den USA als Savanna RX-7 bei den Händlern stand, das gelungene Resultat eines langen Experimentierens mit verschiedenen Transportaufgaben für Wankelautos. Und es wurde ein – Sportwagen! Ein sehr hübscher, sehr schneller und sogar sehr europäischer Sportwagen, der sich von dem bisherigen chrombetonten, altbackenen US-Stil des Mazda-Designs wohltuend abhob. Dass er nun 40 Jahre alt werden soll, sieht man dem völlig chromlosen Flachschnauzer mit seinen Schlafaugen nun wirklich nicht an.

Ist der Mazda RX-7 ein Porsche 924-Klon?

Kritische Stimmen meinen, das Design des Mazda RX-7 sei dem bereits 1976 international eingeführten Porsche 924 nachempfunden, was für die Gestaltung der Frontpartie wohl stimmen mag. Aber auch der Triumph TR 7 oder Fiat X 1/9 besaßen nun mal das typische Klappscheinwerfergesicht der späten Siebziger, während das knuffige Glaskuppelheck des Mazda mehr einem Vorbild aus England nacheifert, dem TVR Vixen von 1967. Wie dem auch sei, für Mazda-Verhältnisse war das Design des Mazda RX-7 so modern und außergewöhnlich wie die exklusive Motorisierung mit einem Wankelmotor. Noch heute beeindruckt der optisch leichtfüßig-luftige Auftritt der schnörkelfrei gezeichneten Karosserie – ohne das derzeit angesagte Wellenbad mit seitlichen Sicken und Lichtkanten. Eine schwarze Gummischutzleiste genügt dem Mazda RX-7 als Flankenschmuck.

Dünne A-Säulen, luftiger Innenraum, perfekte Sicht

Hinter dem Lenkrad des Mazda RX-7 setzt sich der draußen gewonnene Eindruck von Transparenz, Frische und Dynamik nahtlos fort. Dünne A-Säulen und die flach gehaltene Frontpartie erlauben einen perfekten Blick auf die Straße und einen Teil der Motorhaube. Weder das Schokoladenbraun des Plastik-Interieurs noch die bescheidene Karosseriebreite von 1,65 Meter – weniger als beim aktuellen BMW Mini – stören das Gefühl von galaktischer Weite. Und das in einem nur 1,26 Meter hohen Sportwagen. Einen wichtigen Beitrag zum überragenden Raumgefühl liefert auch die große Heck-Glaskuppel, die eine C-Säule ersetzt und das Licht von hinten wie in einen Wintergarten fluten lässt.

Zum Anfahren benötigen wir ordentlich Drehzahl; 3.000/min sollten es schon sein. Dann rollt der RX-7 dank seiner fein dosierbaren Kupplung geschmeidig an und giert sofort nach höheren Drehzahlen. Über 4.000/min arbeitet der Zweikolben-Wankel geradezu lustvoll und jagt die Drehzahlmessernadel bis auf 7.000/min.

Auspufftrompeten wie bei einem Alfa Romeo

Ein akustisches Warnsignal, das in etwa einem Türöffnungs-Summen gleicht, erinnert den Fahrer des Mazda RX-7 daran, es mit dem Hochdrehen nicht zu übertreiben. Mechanische Geräusche sind dabei kaum zu nur ein markantes Auspuff-Trompeten, das an einen Alfa Romeo erinnert.

Das weit gestufte Fünfganggetriebe braucht für angemessenes Beschleunigen hohe Motordrehzahlen, ermöglicht aber viel Topspeed: 192 km/h. Es lässt sich außerdem flink und zielgenau schalten. Dank des griffigen Lederlenkrads und des straff abgestimmten Fahrwerks freut man sich über jede herannahende Landstraßenkurve.

Unbändige Leichtigkeit und Direktheit beim Fahren

Mangels Servounterstützung erfordern Lenkmanöver im Stand auch bei dem 1.050 Kilo leichten Japaner einen gewissen Kraftaufwand. Ansonsten ist das Fahren im Mazda RX-7 von einer unbändigen Leichtigkeit und Direktheit geprägt, die in modernen Sportcoupés vom Schlage eine VW Scirocco oder BMW Einser Coupés (beide 1,4 Tonnen) nur mit großem technischen Aufwand erreicht wird. Dem Mazda RX-7 genügen hingegen die zielgenaue Lenkung, eine grandiose Rundumsicht und eine schraubengefederte Starrachse, die man mit dem Fahrerhintern als ESP ganz gut unter Kontrolle hält.

Das gelingt weniger gut mit dem Benzinverbrauch. Im Testbetrieb von auto motor und sport genehmigte sich der Mazda RX-7 zeitgemäße 14,6 Liter auf 100 Kilometer, was den Autor des Beitrags im Jahr 1979 nicht beunruhigte. Vielmehr lobte er den RX-7 wegen des „ziemlich zurückhaltenden“ Umgangs mit dem Tankinhalt.

Auch die amerikanischen Mazda RX-7-Kunden schien der Benzinverbrauch nicht zu schocken. Sie kauften den flinken Wankel-Mazda wie besessen. Von der ersten Mazda RX-7-Generation wurden 474.565 Stück gebaut. Ein bisher unerreichter Wankel-Weltrekord. Doch der enorme Leistungs- und Preisanstieg der nachfolgenden RX-7-Generationen machten aus dem beliebten Volks-Sportler einen teuren, ständig vom Aussterben bedrohten Exoten.

Karosserie-Check

Dank der Auslegung als Sport- und Spaßauto, das im Winter nicht ständig auf die Straße musste, sind die meisten angebotenen Mazda RX-7 relativ rostarm. Fündig wird man eventuell an den Radläufen, Endspitzen und Türböden. Im Bereich der Heckklappe können verstopfte Wasserablauflöcher Rostnester verursachen.

Die Klappscheinwerfer des Mazda RX-7 sollten synchron und geschmeidig ausfahren. Ab 1981 erhielt die zweite Generation einen Heckspoiler, andere Rückleuchten, hinten Scheibenbremsen, zehn Mehr-PS und Felgen im Rotary-Design, die sehr gesucht sind. Der Innenraum bereitet dank großzügigem Einsatz von glattem, strapazierfähigem Kunststoff mit Ausnahme der Sitznähte keine Probleme.

Technik-Check

Der Motor des Mazda RX-7 sollte nach Betätigung des Chokes (Kaltstart) sofort anspringen und - warm gefahren! - locker bis 7.000/min drehen. Vorsicht ist geboten, wenn der Vorbesitzer den Drehzahl-Warnton abgestellt hat. Die Nebenaggregate sind für Drehzahlen über 7.000/min nicht ausgelegt, der Motor schafft das problemlos.

Typische, normalerweise nicht unter 150.000 Kilometer Laufleistung auftretende Wankel-Schwachstellen sind Abblätterungen im Rotorgehäuse, verschlissene Dichtleisten (schlechter Warmstart) oder Wassereintritt in den Motorraum (Wasserdampf in den Abgasen). Blaugefärbte Abgase nach dem Kaltstart und ein Ölverbrauch von bis zu einem Liter auf 1.000 Kilometer gelten als normal.

Preise

Laut Classic-Analytics kostet ein Mazda RX-7 in gutem Zustand zwischen 8.300 und 11.300 Euro. Mäßige Fahrzeuge sind für 2.500 bis 3.300 Euro zu haben.

Bei Einführung 1979 (Mazda RX-7 )
22.190 Mark
Bei Produktionsende 1985 (Mazda RX-7 )
27.900 Mark

Ersatzteile

Für den Mazda RX-7 sind manche Motoren-Teile inzwischen schwer zu bekommen, zumal aus Japan keine Lieferungen mehr kommen. Verschleißteile bereiten dagegen keine Probleme; gut erhaltene Schlachtexemplare sorgen für Karosserie-Nachschub. Zwei Club-Homepages helfen bei der Teilesuche: www.whs-online.de und www.rx7-club-europe.de.

Schwachpunkte

  1. Radläufe
  2. Türunterkanten
  3. Endspitzen
  4. Heckklappenkante
  5. Lenkhebel ausgeschlagen
  6. Felgen nicht original
  7. Ölstand zu niedrig
  8. Nebenaggregate
  9. Motor-Dichtleisten
  10. Verschleiß Rotorgehäuse
Mazda RX.7 (1979), Schwachstellen, Kaufberatung

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die lange Produktionszeit und die hohen Verkaufszahlen des Mazda RX-7 aus der ersten Generation zeigen, dass Vertrauen in den Wankelmotor gerechtfertigt ist. Der Kreisel wird noch lange summen, dafür sorgen heute hoch motivierte Spezialisten.