Lamborghini Countach Periscopio (1975)

Fast 1 Million für den Countach mit Knick im Dach

RM Sotheby’s hat einen Lamborghini Countach versteigert, dem ein Spiegeltrick den Namen Periscopio einbrachte. Der seltene Keil wurde für fast eine Million Euro versteigert.

Lamborghini Countach LP 400 Periscopio (1975) Foto: RM Sotheby's 16 Bilder

Als Lamborghini vor 50 Jahren auf dem Genfer Autosalon mit dem LP 500 Prototyp einen Ausblick auf den Miura-Nachfolger zeigte, klappte möglicherweise der gesamten Autowelt die Kinnlade herunter: Kanten wie mit der Axt geformt, Türen wie Fallbeile, längs eingebauter V12 zwischen Hinterachse und Fahrer. Der klemmte ganz vorn zwischen Vorderachse, Frontscheibe und Motor.

Periscopio: Knick im Dach

Mit entsprechenden Folgen für die Übersicht. Der Blick geht nach vorn durch die flache Frontscheibe. Und der Blick zurück? Da überlegte sich Lamborghini für das Serienmodell Countach einen Trick: Das Dach bekam in der Mitte eine Art Sichtkanal nach hinten, der über den Innenspiegel und ein kleines Fenster Überblick geben soll. Ein Periskop, also ein Sichtrohr wie beim U-Boot, ist das natürlich nicht. Den Namen "Periscopio" bekamen diese frühen Modell trotzdem. Die ersten 157 Countach baute Lamborghini mit dem Sichtkanal, danach wurde das Dach konventioneller.

Verkaufspreis: 950.250 Euro

Den 55. Je gebauten Countach – und damit einen frühen Periscopio – hat RM Sotheby’s am Freitag, 19. November 2021 versteigert. Der Sportwagen erzielte bei der Auktion auf dem Circuit Paul Ricard im französsichen Le Castellet einen hohen Preis. Das Auto war Teil einer Sammlung automobiler Hochkaräter, die der Reedereierbe und Oldtimerhändler Jean Guikas zusammengetragen hat. Der Countach wurde auf einen Wert von 750.000 bis 900.000 Euro geschätzt und ohne Mindestpreis angeboten. Dem Höchstbietenden war er 905.000 Euro wert – inklusive Aufgeld für das Auktionshaus 950.250 Euro.

Der kam rum: Italien, USA, Frankreich

Noch einmal von außen: Den Sichtkanal in der Mitte des Dach hatten nur die ersten 157 Countach.

Die Historie des Guikas-Countach ist ähnlich übersichtlich wie das Auto: Ausgeliefert wurde der damals noch rot lackierte Countach zu seinem Erstbesitzer nach Mailand, ging er 1977 zu seinem nächsten Besitzer in Bologna. Im nächsten Jahr wurde er zum dritten Besitzer nach Pittsburgh, Pennsylvania in die USA exportiert. Dort blieb der Countach 12 Jahre. Anschließend ging der Supersportwagen nach Kalifornien zu Besitzer Nummer vier, fünf und sechs. Während des California Concours 2003 unterschrieb der Designer des Autos, Marcello Gandini, auf der Instrumententafel. Von 2006 bis 2007 bekam der Countach eine Motorüberholung, außerdem wurden Karosserie und Innenraum hergerichtet. Die Rechnung belief sich auf 60.000 US-Dollar (damals rund 43.800 Euro). Nach Ende der Arbeiten wurde der Lamborghini wieder nach Europa verkauft. Wann der Countach schwarz lackiert wurde, ist unbekannt.

Fazit

Dieser Lamborghini Countach mit dem Periscopio-Sichtkanal im Dach ist selten und kam ganz schön rum. Der schwarze Lack passt gut zum Auto, ist aber leider nicht original – ausgeliefert wurde der LP 400 in Rot. Der Preis war relativ hoch angesetzt, was am Sonderstatus des frühen Modells liegen dürfte. Und so kam es dann auch: Fast eine Million war dem Höchstbietenden der frühe Countach wert. Das bedeutet einen erheblichen Aufschlag gegenüber einem späteren Modell, das etwas oberhalb einer halben Million liegt.