"Es ist schlicht genial, auf der linken Spur irgendwann den Blinker zu setzen und mit dem alten VW Bus an so einem modernen Van vorbeizuziehen“, meint T3-Fahrer Manfred Rugen. Das Schwierigste in diesem Moment sei, so der 41-Jährige, "stoisch und unbeirrt geradeaus zu schauen, als sei nichts" – während der Fahrer des modernen Turbo-Diesel einigermaßen fassungslos zusehen muss, wie dieser graue Quader trotz eines cw-Wertes von Burg Camelot hurtig am Horizont verschwindet. Bei Bedarf mit echten 220 km/h.
Was den Wagen in für VW-Transporter ungewöhnliche Geschwindigkeitsbereiche treibt, verrät der Carrera-Schriftzug am Heck: Direkt dahinter, eine Etage tiefer, arbeitet der luftgekühlte Sechszylindermotor aus dem Porsche 911 – in dieser Ausbaustufe mit 231 PS aus 3,2 Liter Hubraum und einem Drehmomentberg von 285 Newtonmeter.
Kraft und Klang des Sechszylinders
Dorthin verpflanzt hat den Motor indes kein begabter Feierabendbastler, sondern ein Haufen höchst qualifizierter Techniker aus dem Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach.
Und weil eben dieses Exemplar einst dem Porsche-Entwicklungsvorstand Helmut Bott als Dienstfahrzeug zur Verfügung stand und unterwegs als Büro genutzt wurde, verfügt es über die luxuriöse Carat-Ausstattung mit hinteren Einzelsitzen und Klapptisch. Von Bott gelangte der Bus zu einem Porsche-Sammler, der ihn schließlich vor drei Jahren an Manfred Rugen veräußerte.
Dieser nämlich suchte schon länger nach einem Ausweg aus seinem persönlichen Transport-Dilemma. Schließlich versorgt Rugen seit beinahe 15 Jahren die historische Rennszene mit leistungsstarken 911-Motoren - dummerweise passt die eigene, mittlerweile sechsköpfige Familie beim besten Willen nicht mehr in den Stuttgarter Sportwagen. Weil aber auch die Kleinen unterwegs nicht auf Kraft und Klang des luftgekühlten Sechszylinders verzichten sollten, kam der Porsche-Bus gerade recht.




