Kaufberatung: Alfa Romeo 75 2.0 Twin Spark: Ausnahme-Alfa: Kaum Rost dank Verzinkung

Alfa 75

Heckantrieb, exaktes Fahrwerk und Alfasound: Der 75 hat das Zeug zum Klassiker ohne tief gehende Rostsorgen. Für den Alltag den Twin Spark, zum Reisen den V6 und für den ultimativen Fahrspaß den Turbo. Es ist an der Zeit, die wenigen Überlebenden vor der Schrottpresse zu retten.

Der 75 gilt als einer der ersten Alfa, die nicht schon auf dem Produktionsband rosteten. Trotzdem zerfallen die Radläufe unter den Kunststoffabdeckungen oft zu braunem Staub, weil sich Nässe und Schmutz einnisten können. Ebenso lohnt ein Blick auf die Wagenheberaufnahmen und den vorderen Rahmenbereich, hier könnten sich Rostnester gebildet haben. Dank verzinkter Bleche ist Korrosion jedoch im Grunde nebensächlich. Die vielen Plastikanbauteile und der Lack verblassen schnell, vor allem das typische Alfarot.
 
Aufgrund der niedrigen Verkaufspreise lockt der 75 diverse Bastler auf den Plan, die Spoiler, größere Räder und allerhand Schnickschnack montieren. Die Originalität leidet natürlich darunter, und derart umgebaute Autos wurden oft wenig schonend bewegt. Die Verkleidungen und Polster im Innenraum sind oft verschlissen, wobei Ersatz schwer zu finden ist.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
8 Sterne
Ersatzteillage
8 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
4 Sterne
Nachfrage
2 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Die Twin-Spark-Motoren des Alfa gelten als sehr standfest, Laufleistungen von 200.000 bis 300.000 Kilometern sind durchaus an der Tagesordnung. Lautes Ticken weist auf verschlissene Nockenwellen, verfärbtes Kühlwasser auf eine durchgebrannte Zylinderkopfdichtung hin. Und am Leichtmetallmotor hängt eine fragile Auspuffanlage, die schnell von Rost durchfressen wird. Die mit Kurbelwellendrehzahl rotierende Kardanwelle sollte im gesamten Drehzahlbereich vibrationsfrei laufen, andernfalls ist entweder die mehrteilige Welle falsch zusammengebaut oder die Hardy-Scheiben müssen ersetzt werden.
 
Das aus der Alfetta bekannte Getriebe wurde im 75 stark verbessert, perfekt agierende Getriebe sind jedoch selten. Meistens meldet sich die Synchronisation beim Runterschalten in die zweite Stufe unüberhörbar. Während der Fahrt unbedingt auf präzises Fahrverhalten achten, denn die Fahrwerk- und Aufhängungsgummis neigen zu starkem Verschleiß. Wenn die große rote Anzeige mitten im Instrumentenbrett blinkt, nicht erschrecken: Das Alfa-Control-System ist ein Hypochonder, es zeigt oft nicht vorhandene Fehler an.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1987 ()   30.100 Mark
Bei Produktionsende 1992 ()   38.600 Mark

Der Alfa 75 Twin Spark erschien zu seinem Start ohne Katalysator. Erst beim 1989 erfolgten Facelift wurde das Fahrzeug mit einem Drei-Wege-Kat ausgestattet. Der 75 wurde in diesem Jahr durch die Modellpflege optisch innen und außen verfeinert. Auch kamen einige mechanische Verbesserungen hinzu, was die späteren Twin Spark besonders empfehlenswert macht.

Insbesondere die „Limited Edition“, die 1991 rund 35.500 Mark kostete, liegt heute in der Gunst der Interessenten vorn und erzielt gute Preise. Allgemein sorgen jedoch Qualitätsprobleme, die aufwendige Technik und die teuren Ersatzteile für ein tiefes Preisniveau. Gute Exemplare sind ab 2.000 Euro erhältlich, unverbastelte Originale werden wiederum mit bis 4.000 Euro und darüber gehandelt.

Die Alfa-Händler können ab Werk fast allen mechanischen Ersatz bestellen, Innenausstattungs- und Karosserieteile sind jedoch vergriffen. Zudem offerieren auch viele freie Anbieter Technik- und Verschleißteile. Karosserieersatz halten diese ebenfalls auf Lager. Ist genügend Platz vorhanden, hilft die Anschaffung eines Schlachtfahrzeugs. Ansonsten gibt es aus diesen bereits massenweise Teile: Türen, Anbauteile, Instrumententräger und so weiter werden günstig angeboten.

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