Kaufberatung Mercedes-Benz W116: S-Klasse mit verschachteltem Blech

Mercedes-Benz 450 SEL 6.9, W 116, Baujahr 1977

Die erste Mercedes S-Klasse der Baureihe W116 ist bei korrekter Wartung technisch für das ewige Leben bestimmt. Leider liefert die komplex aufgebaute Karosserie viel Angriffsfläche für Korrosion. Ersatzteile gibt es reichlich.

Nur beim Spitzenmodell Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 kann sich unter Umständen eine Restaurierung lohnen. Geringe Laufleistung, ein nahezu neuwertiges Interieur und eine attraktive Farbkombination rechtfertigen größere Karosseriearbeiten. Rost nistet bei den 116ern vor allem in den breiten Schwellern - und zwar innen wie außen. Auch die vorderen und hinteren Radhäuser sind häufig befallen, ebenso wie die Stehbleche im Motorraum, die meist unter angeschraubten Bauteilen im Verborgenen blühen. Risse im Instrumentenbrett und verblichene Velourspolster sind ebenfalls ein verbreitetes Mercedes S-Klasse-Manko.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
6 Sterne
Ersatzteillage
8 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
6 Sterne
Nachfrage
6 Sterne
Unterhaltskosten
6 Sterne

Die Graugussblock-V8-Motoren vom Typ M 116/117 gelten als außerordentlich robust und langlebig. Das gilt auch für den stärker geforderten 3,5-Liter. Ausgehärtete Ventilschaftdichtungen sorgen für höheren Ölverbrauch, manchmal sind die Duplexketten samt Kettenspanner ermüdet. Bei späten Mercedes S-Klasse Modellen und beim 6,9 Liter schwächeln ab und zu die Hydrostößel. Die Dreigang-Wandler-Automatikgetriebe der Mercedes S-Klasse halten so lange wie die Motoren, allerdings ist die komplexe und hochwertige Technik entsprechend zu warten. Die Kosten hingegen sind nicht zu unterschätzen, vor allem beim Sonderfall M 100 im 6.9.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1973 (Mercedes-Benz 450 SEL)   38.600 Mark
Bei Produktionsende 1980 (Mercedes-Benz 450 SEL 6.9)   81.300 Mark

Der Mercedes W 116 ist längst ein etablierter Youngtimer mit hoffnungsvoller Preisentwicklung. Am günstigsten bei den V8-Modellen ist der zu Unrecht wenig beliebte Mercedes 350 SE. Der 6.9 wurde endlich als Superlativ begriffen und galoppiert in den letzten Jahren davon. Die Ersatzteillage ist mercedestypisch entspannt, doch sind die Preise zum Teil empfindlich gestiegen.

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