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Kaufberatung Mercedes-Benz W124: Augen auf beim Youngtimer-Kauf

Mercedes-Benz W 124. Eine gute Rostvorsorge gepaart mit technischer Robustheit macht die Coupés und Cabriolets der Baureihe zu idealen Youngtimern. Doch gilt dies nicht für alle. Hohe Laufleistungen und nachlässige Wartung fordern ihren Tribut. Der Rost plagt auch die späten Jahrgänge mit Wasserbasislack.

Diese Kaufberatung bezieht sich auf Coupé/Cabriolet, die Mercedes-Benz W124 Coupés haben bereits beim Serienstart 1987 die Sacco-Bretter, während die Cabriolets meist aus der späten Ära nach der zweiten Modellpflege ("Mopf 2") stammen. Plakettenkühler, Schlupflid-Scheinwerfer und der neu geformte Heckdeckel sind die besonderen Kennzeichen der letzten Mercedes-Benz W 124-Generation. Die späten Baujahre 1994 bis 1997 neigen trotz weiter verbesserter Rostvorsorge wieder verstärkt zu Korrosion. Die Umstellung auf Wasserbasislack führt zu oberflächlich rostenden Lackabplatzern. Die Korrosion sitzt bei älteren Modellen vor allem in den Hohlräumen.

Der Rost beginnt an den Dämpferbeinaufnahmen und ist vom Motorraum aus, besser noch vom vorderen Radhaus aus, sichtbar. Dieses tragende Teil neigt weit häufiger zum Durchrosten als die Aufnahmen des Dämpferbeins und der Schraubenfedern, die beim Typ 124 an der unteren Windung brechen, was sich im Fahrbetrieb nicht bemerkbar macht. Rost befällt in harmloserer Form die Vorderkotflügel zwischen Blinkleuchten und Kotflügeln. Härter trifft es meist die Mercedes-Benz W 124-Schweller an den Wagenheberaufnahmen, deshalb unbedingt die Verschlusskappen entfernen und die benachbarten Unterkanten der Vorderkotflügel samt Schwellerspitzen untersuchen.

Die Radläufe erwischt es häufig, bevorzugt in Schwellernähe. Typisch ist auch Blasenbildung um die Antennenbohrung. Bei den Mercedes-Benz W 124 Coupés sollten Interessenten den Heckscheibenrahmen genau untersuchen, vor allem an der Oberkante zum Dach hin - wo die Zierleiste sitzt. Das Interieur leidet ständig unter aufgescheuerten Sitzwangen, vor allem bei der Ausführung "Stoff Karo".

Ein Mercedes-Benz W 124-Mercedes gilt als unzerstörbar. Dies trifft jedoch nur auf gut gewartete Typen ohne Reparaturstau zu. Der Vierzylindermotor M 102 gilt mit der Duplex-Steuerkette unter Insidern als beste Empfehlung noch vor dem Sechszylinder-Pendant M 103. Der im Antriebskomfort mustergültige Sechszylinder leidet häufiger unter Ölundichtigkeiten an der Stirnseite und gelegentlich an defekten Zylinderkopfdichtungen. Eingelaufene Nockenwellen waren anfangs ebenfalls ein Thema. Der Sechszylinder-Vierventiler M104 litt als 300-24er anfangs unter Problemen mit den Kolbenringen, erst als 320 wirkt er harmonisch.

Die Vierzylinder-Vierventiler M111 gelten als mustergültig sparsam, robust und laufruhig. Doch oft sind die Klimakompressoren defekt, zudem steht auch bei Dichtproblemen eine kostspielige Überholung und Neubefüllung an. Die sehr komfortablen Vier- oder Fünfgang-Automatikgetriebe (300-24, 320) mit zwei Schaltprogrammen halten nicht immer so lange wie die Motoren. Auf eventuelle Schaltrucke und korrekte Schaltpunkte ist beim Mercedes-Benz W 124 zu achten.

Die Raumlenkerachse weist eine Menge von Lagerbuchsen auf, die nach 20 Jahren in aller Regel ausgeschlagen sind. Zu großes Lenkspiel macht sich beim Mercedes-Benz W 124er erst bei sehr hohen Laufleistungen bemerkbar. Letztlich sollten alle Sonderausstattungen funktionieren.

Gepflegte, originale Mercedes-Benz W 124 Coupés und vor allem Cabriolets sind gesuchte Liebhaberautos. Der Interessent stößt bei der Fülle der zweitürigen C 124 und A 124 mitunter sogar auf Raritäten quasi im Neuwagenzustand. Als Faustregel für einen zukunftsorientierten Kauf mit Wertzuwachs mag gelten: gute Ausstattung, unter 100.000 Kilometer, zeitlose Farbkombination, absolute Originalität, Automatik bevorzugt, scheckheftgepflegt, bis 3. Hand.

Moderaten Saisoneinsatz danken Mercedes-Benz W 124 Coupés mit Wertstabilität und Cabriolets sogar mit Wertzuwachs. Das Coupé braucht noch ein paar Jahre, um wie sein Vorgänger C 123 in der Preisentwicklung wieder deutlich zuzulegen. Doch ist die Talsohle des Preisverfalls längst durchschritten. Der Markt offeriert vor allem Gebrauchsware bis 3.000 Euro, die sich zum Einstieg gut eignet, nicht jedoch als Wertanlange oder Sammlerobjekt. Bei den Cabriolets markieren 5.000 Euro die Einstiegsklasse. Laufleistungen über 200.000 Kilometer sind da nicht selten.

 
Informationen zu Preisen Preisentwicklung
Bei Einführung 1987 (Mercedes 300 CE)
62.600 Mark
Bei Produktionsende 1996 (Mercedes E 320 Coupé)
92.640 Mark

Heute bestellt, morgen geliefert, heißt die Devise für den Mercedes-Benz W 124 - bei jedem MB-Vertragspartner. Nur sehr ausgefallene Wünsche wie seltene Bezugsstoffe oder Verkleidungen können so schnell nicht erfüllt werden. Selbst originaler Ersatz von Bosch, VDO oder Continental kommt oft aus Osteuropa, der Qualitätsstandard ist aber mindestens gleich. Gewarnt wird jedoch vor Fälschungen und Billigteilen. Mercedes-Benz W 124 Cabriolet-spezifische Ersatztteile erfordern einen kräftigen Preisaufschlag. Passgenaue, hochwertige Reparaturbleche für die oft vom Rost befallenen Wagenheberaufnahmen gibt es - übrigens für alle Mercedes-Youngtimer - bei Oliver Herpers in 90607 Rückersdorf, Telefon 09 11/5 44 39 42.

Eine gute Rostvorsorge gepaart mit technischer Robustheit macht die Coupés und Cabriolets der Baureihe Mercedes-Benz W 124 zu idealen Youngtimern. Doch gilt dies nicht für alle. Hohe Laufleistungen und nachlässige Wartung fordern ihren Tribut. Der Rost plagt auch die späten Jahrgänge mit Wasserbasislack.

Schwachpunkte
Mercedes-Benz C124, A124 (1987-1997)
  • 1. Dämpferbeinaufnahmen
  • 2. Schraubenfedern u. Aufnahmen
  • 3. Schweller u. Wagenheberaufn.
  • 4. Kotflügel vorn
  • 5. Verdeckhydraulik (Cabriolet)
  • 6. Radläufe hinten
  • 7. Heckscheibenrahmen (Coupé)
  • 8. Motor und Antrieb ölundicht
  • 9. Eingelaufene Nockenwellen
  • 10. Schaltpunkte Automatikgetr.
  • 11. Fahrwerksbuchsen
  • 12. Defekte Klimaanlagen
 
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Foto

Hardy Mutschler

Datum

7. September 2010
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