Kaufberatung Mini, Austin Seven, Morris Mini Minor 1959-2000

Klein und pflegebedürftig - Mini-Kauftipps

Morris Mini Minor 850

In 50 Jahren hat der Mini seine Kinderkrankheiten nie ganz ausgeheilt. Alle Generationen leiden unter Rostbefall und Technikmalaisen. Wirklich günstig kommt der kleine Brite auch nicht mehr, gesucht und teuer sind die sportlichen Cooper-Modelle. Preiswerter dotieren späte Normal-Modelle.  

Rostschutz war bei der British Motor Corporation (BMC) in den Sechzigern noch nicht angesagt. Auch spätere Mini der Serie IV sind noch anfällig. Weil die Karosserie zahlreiche, völlig ungeschützte Hohlräume aufweist, wird eine entsprechende Restaurierung schnell zu einem aufwendigen Unterfangen. Um nicht alle möglichen versteckten Feucht- und Rostbiotope auffinden und beheben zu müssen, sollten Interessenten nach einem Mini mit guter Substanz Ausschau halten. Denn nur bei sehr seltenen Autos lohnt sich eine Komplettsanierung.

Zu Rost und Durchrostungen kommt es vor allem an Anbauteilen wie Türen, Hauben oder den verschweißten Kotflügeln. Abstand sollte man von Fahrzeugen mit durchgerostetem hinteren Fahrschemel nehmen. Sie taugen oft nur noch als Teileträger. Weitere korrosionsgefährdete Stellen: Lampentöpfe, Radhäuser vorn und hinten, Einstieg, Schweller sowie die Kofferraumklappe. Auch an den typischen Schweißfalzen am Heck des Mini nagt die braune Pest häufig. Unbedingt ist bei einer Besichtigung der Kofferraumboden zu inspizieren – auch hier sammelt sich oft Nässe, die für kräftige Korrosion sorgt. Als ebenso lohnenswert erweist sich ein Blick unter das Auto, denn das Bodenblech gammelt ebenso häufig. Bei Modellen mit dem optionalen Faltdach unbedingt auf Undichtigkeiten achten. Viele Mini wurden individualisiert. Deswegen vor dem Kauf klären, mit welchem Aufwand die Umbauten rückgängig gemacht werden können.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
8 Sterne
Ersatzteillage
6 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
6 Sterne
Nachfrage
6 Sterne
Unterhaltskosten
8 Sterne

So klein der Mini, so groß der Pflegeaufwand für die Technik. Nur regelmäßige Wartung sichert eine lange Lebensdauer der an sich robusten Komponenten. Der gemeinsame Ölkreislauf von Motor und Getriebe bedingt kurze Wartungsintervalle. Der Motor mag keine hohen Dauerdrehzahlen. Bei sportlicher Fahrweise können die Motorlager Schaden nehmen. Oft startet der Motor bei Regen ungern oder stirbt ab – immerhin steht die Zündanlage direkt im Spritzwasserbereich und muss deshalb mit Startpilot versorgt werden.

Auch das Getriebe verlangt eine gefühlvolle Behandlung. Die Lager der Viergang-Box verschleißen oft schon nach 80.000 Kilometer Lauf leistung. Das deutet sich in Heulen an. Kommt es beim Herunterschalten zu Knarzgeräuschen, liegt die Ursache meist in defekten Synchronringen. Die an sich sehr überschaubare Elektrik sorgt hin und wieder für Ärger. Fahrzeuge mit Hydrolastic-Fahrwerk bedingen einen höheren Pflegeaufwand als solche mit Gummifederung. Bei allen Versionen sollte aber darauf geachtet werden, ob die Spurstangen und Lenkerbuchsen ausgeschlagen sind.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1959 (Austin Seven Standard)   5.175. Mark
Bei Produktionsende 2000 (Mini Cooper 1.3i)   20.900 Mark

Natürlich sind die gesuchtesten Mini die Cooper-Versionen. Doch auch die anderen Karosserie- Varianten wie Pick-up oder Van (Traveller, Countryman) steigen in der Wertschätzung – und ebenso im Wert. Dennoch werden die schwächer motorisierte Normalmodelle nicht als Sonderangebot gehandelt. Für rund 1.000 Euro gibt es komplette Restaurierungsobjekte aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern.

Ab etwa 4.000 Euro finden sich alltagstaugliche Mini mit Laufleistungen zwischen 80.000 und 120.000 Kilometern. Die Preise für Topmodelle beginnen bei rund 5.500 Euro. Viele Typen aus den Achtzigern haben Umbauten hinter sich, die ebenso abenteuerlich sind wie die dafür geforderten Preise. Wer einen originalen, voll alltagstauglichen Briten sucht, sollte sich auf die letzten Serien ab 1991 konzentrieren. Cooper- und Sondermodelle wie der British Open gibt es ab rund 3.500, Mini der letzten Serie mit Airbag ab 5.000 Euro.

Die lange Bauzeit sowie die fast ebenso dauerhafte Beliebtheit des Mini sorgen für eine sehr entspannte Ersatzteilsituation. Für die letzte Serie, die erst 2000 auslief, gibt es vieles noch beim Mini-Händler. Für frühere Modelle und unterschiedliche Karosserieversionen ist bei freien Händlern nahezu alles erhältlich – entweder im Original oder als Nachfertigung. Was hier zu Lande nicht angeboten wird, findet sich fast immer in Großbritannien. Nur bei sehr seltenen Varianten wie Riley Elf oder Wolseley Hornet kann es Engpässe geben. Durch die hohe Modellvielfalt kommt es mitunter aber zu Problemen mit der Ersatzteillogistik.

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