Kaufberatung Opel Lotus Omega: Familienkutsche für die Rennstrecke

Opel Lotus Omega - Fahrtaufnahme von vorne

Der Opel Lotus Omega gehört zu den absoluten Raritäten auf der Straße, obwohl er bis 1992 gebaut wurde. gerade einmal 907 Exemplare wurden gebaut. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise moderat, Ersatzteil- und Reparaturpreise sollten aber nicht unterschätzt werden.

Zwar gilt das Basisfahrzeug, der Opel Omega A, als ausgesprochene Rostbeule. Auf den Lotus Omega trifft dies aber nicht zu, spezifische Korrosionsschäden sind nicht bekannt. Das mag zum einen darauf zurückzuführen sein, dass wohl kaum jemand im deutschen Winter mit 377 PS und überbreiten Reifen herumfahren möchte. Zum anderen wurde bei der Montage im englischen Lotus-Werk wohl auch auf einen besseren Korrosionsschutz geachtet. Zudem bestehen Stoßstangen, Schweller und Kotflügel des Lotus aus GfK. Die hinteren Radläufe, beim normalen Omega ein neuralgischer Punkt, wurden bei Lotus herausgeschnitten und durch runde Teile ersetzt, die ebenfalls großzügig mit Kunststoff ausgekleidet sind.

Empfehlenswert ist es lediglich, sicherheitshalber die hinteren Längsträger zu begutachten, beim normalen Omega eine heikle Passage, an der sich Reparaturen vergleichsweise aufwendig gestalten. Vorsicht ist geboten, wenn das Fahrzeug Blessuren, etwa von einem Unfall, aufweist. Türen oder Kofferraumdeckel können zwar nach entsprechender Anpassung vom normalen Omega übernommen werden. Alles Lotus-spezifische ist aber extrem teuer, Neuteile sind nicht mehr verfügbar. Auch vermeintlich einfache Reparaturen verschlingen mitunter schnell mehrere tausend Euro. So kann etwa eine (gebrauchte) Stoßstange vorn leicht 2.500 Euro kosten, in ähnlichen Dimensionen bewegt sich der Preis für eine neue Innenausstattung.

Wertungen
Alltagstauglichkeit
8 Sterne
Ersatzteillage
2 Stern
Reparaturfreundlichkeit
6 Stern
Verfügbarkeit
2 Sterne
Nachfrage
8 Sterne
Unterhaltskosten
4 Sterne

Der Lotus Omega ist von der Grundkonstruktion her ein sehr zuverlässiges Fahrzeug. Dennoch gilt er bis heute als extrem anfällig. Tatsächlich geht diese Ansicht vor allem auf einen einzigen Schwachpunkt zurück, den auch der normale Omega 24V aufweist: Die Steuerketten der Motoren bis Baujahr 1991 waren zu schwach dimensioniert und sind reihenweise gerissen. Die Folge waren kapitale Motorschäden, die Reparaturkosten belaufen sich beim Lotus Omega leicht auf 3.000 bis 4.000 Euro. Abhilfe verschafft die Umrüstung auf den Nockenwellenantrieb des Omega 24V ab Baujahr 1992, der über eine stärkere Steuerkette verfügt. Da zum Umbau der Motor ausgebaut werden muss, sind hierfür Kosten von rund 3.500 Euro anzusetzen.

Die beiden Garrett-Lader funktionieren sehr zuverlässig. Bei Autos mit Laufl eistungen ab etwa 100.000 Kilometern sollten aber die Kosten für deren Überholung einkalkuliert werden. Hierfür sind etwa 2.500 bis 3.000 Euro zu veranschlagen. Verschlissene Lader machen dadurch auf sich aufmerksam, dass der Lotus im Standgas Öl verbrennt. Gelegentlich reißt die Piltzschraube vom Ausrückmechanismus der (gezogenen) Kupplung. Die Reparatur ist aufwendig und kommt auf rund 2.500 Euro. Nicht zu unterschätzen ist auch der Preis von Verschleißteilen. Die Kosten für neue Bremsscheiben samt Belägen und ein paar Reifen können leicht mehrere Tausend Euro betragen.

Preisentwicklung
Bei Einführung 1990 (Opel Lotus Omega)   125.000 Mark
Bei Produktionsende 1992 (Opel Lotus Omega)   125.000 Mark

Der Verkaufspreis des Lotus Omega lag von Anfang an deutlich unter seinem eigentlichen Wert - das Fahrzeug war von Opel eher als Imageträger gedacht. Es ist für Interessenten erfreulich, dass Lotus Omega heute noch immer vergleichsweise preisgünstig gehandelt werden. Vernünftige Gebrauchsexemplare, im angebotenen Zustand voll alltagstauglich, sind aktuell schon ab etwa 15.000 Euro zu haben. Wer weniger anlegt, muss in aller Regel schnell mit entsprechenden Folgekosten rechnen. Top gepflegte Autos mit geringen Kilometerständen kosten aktuell bis etwa 30.000 Euro. Das Preisniveau ist schon seit längerer Zeit stabil, zum Spekulationsobjekt hat sich der Lotus bislang nicht entwickelt. Für die nächsten Jahre ist aber damit zu rechen, dass die Preise für gute Exemplare anziehen werden.

Die Ersatzteilsituation für Lotus Omega gilt als kritisch. Neuteile sind praktisch nicht mehr
vorhanden, einiges lässt sich jedoch, gegebenenfalls nach entsprechender Anpassung,
vom normalen Omega A verwenden. Für spezifische Lotus Omega-Teile sind Besitzer auf
den Gebrauchtteilemarkt angewiesen, auf dem erfreulicherweise eigentlich noch alles
aufzutreiben ist. Mit etwa Glück lassen sich entsprechende Off erten auf Internet-Auktionsseiten
entdecken. Wer hier nicht fündig wird, ist auf das Angebot der raren Spezialisten
oder der Gebrauchtteilehändler angewiesen.

Die Kosten für Reparaturen und Ersatzteile liegen generell sehr hoch, letztere sind
oftmals aber durchaus verhandelbar. Ein Grund dürfte die dem Fahrzeugbestand entsprechend
geringe Nachfrage sein. Dennoch sollten Lotus Omega-Interessenten eventuelle
Folgekosten auf keinen Fall unterschätzen.

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