Kaufberatung VW Corrado: Golf macht auf Sport-Coupé
Von rund 41.000 VW Corrado, die ab 1988 in Deutschland verkauft wurden, fahren noch etwa 15.000 auf den Straßen, etwas mehr als die Hälfte davon als Modell G 60. Auf Grund dervergleichsweise geringen Stückzahlen sind gute Corrado heute schon sehr gefragt.
Das Thema Rost ist in der Regel beim Corrado kein Thema. Allgemein waren VW-Fahrzeuge seinerzeit bereits mit einem sehr guten Korrosionsschutz versehen, bei der Konstruktion des Corrado hatten sich die VW-Ingenieure sogar noch besondere Mühe gegeben. So wurden einige ansonsten kritische Teile verzinkt, dazu gehören unter anderem die Türen, Motorhaube und Heckklappe. Der Tank des Wagens besteht aus Kunststoff. Wenn sich Rost an einem Corrado zeigt, weist dies oft auf einen reparierten Unfallschaden hin – dann auch auf ungleichmäßige Spaltmaße an Motorhaube, Kotflügeln, Türen und der Heckklappe achten. Zu immer mal wieder auftretenden Schäden gehören defekte Türgriffe mit wackeliger Halterung sowie verrücktspielende Zentralverriegelungen oder ein defekter Schiebedachmechanismus bei entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen. Bei Autos, die mit Recaro-Sitzen ausgestattet sind, müssen die seitlichen Schalter zur Sitzverstellung kontrolliert werden, diese sind gern defekt. Auch der Frontspoiler ist beim Kauf zu prüfen. Er reicht recht weit nach unten und kollidiert, insbesondere bei tiefer gelegten Fahrzeugen, mitunter mit Bordsteinkanten. Vorsicht ist generell bei verbastelten Corrado geboten. Das Sportcoupé wurde oft als Tuningbasis eingesetzt, die Umbauten reichen vom Fahrwerkstuning samt Tieferlegung bis hin zu radikalen Verbreiterungen. Auf Grund der vergleichsweise hohen Preise für originale Ersatzteile kann die Rückrüstung erhebliche Kosten verschlingen.
- Alltagstauglichkeit
- Ersatzteillage
- Reparaturfreundlichkeit
- Verfügbarkeit
- Nachfrage
- Unterhaltskosten
Der am meisten verkaufte Corrado war der G60, der noch heute gut die Hälfte des Bestands ausmacht. G-Lader-Motoren sind eigentlich sehr zuverlässig. Der G-Lader sollte aber etwa alle 50.000 bis 70.000 Kilometer vorsorglich in einer Fachwerkstatt geprüft beziehungsweise überholt sowie der Antriebsriemen getauscht sein. Die Kosten liegen bei rund 500 Euro. Defekte Hydrostößel machen durch diesel-ähnliches Tickern auf sich aufmerksam. Die Seilzugschaltung gibt sich mitunter hakelig, ein Justieren in der Werkstatt kann Wunder wirken. Auch der 2,9-Liter-VR6, der aus dem 2,8-Liter-Motor des Golf und Passat entwickelt wurde, gilt als grundsätzlich sehr robust. Als Hauptschwachpunkt gelten Defekte an der Führung des Steuerkettenspanners, erkennbar an deutlichen Klappergeräuschen. Dieses Problem kann nach etwa 80.000 bis 120.000 Kilometern Laufleistung auftreten und teure Motorschäden zur Folge haben. Das unterste Ende der Leistungsskala markiert der 115 PS starke 2,0-Liter-Achtventiler, der nur die letzten beiden Produktionsjahre im Corrado angeboten wurde. Auch damit kommt das Sportcoupé annehmbar auf Trab. Das Aggregat gilt als absolut problemlos. Letzteres gilt auch für den Corrado 16V, der mit seinen 136 PS Leistung zudem noch etwas flotter ist.
| Bei Einführung 1988 (VW Corrado G60) | 42.500 Mark |
| Bei Produktionsende 1993 (VW Corrado G60) | 45.005 Mark |
Die Corrado-Preise ziehen allmählich wieder an, für Liebhaber wird es Zeit zuzugreifen. Wirkliche Schnäppchen finden sich aber kaum. In der Preisklasse von etwa 2.000 bis 3.000 Euro werden vorzugsweise Exemplare mit bereits sehr hohen Kilometerständen und einem gewissen Pflegebedarf offeriert. Ein gut erhaltener G60 mit maximal 100.000 Kilometern auf der Uhr kommt auf rund 4.000 Euro, hervorragend gepflegte Exemplare kosten deutlich mehr. VR6 werden grundsätzlich noch höher gehandelt. Häufiger werden Tuning-Exemplare angeboten, die dann mitunter sogar zu recht hohen Preisen ihren Liebhaber finden. Gefragter sind aber mittlerweile originale Fahrzeuge. Kaum billiger als G60 werden der Zwei-Liter-Acht- oder der 16-Ventiler gehandelt.
Die Ersatzteilsituation für VW Corrado ist derzeit noch entspannt. Auf Grund des VW-Baukastensystems passen insbesondere zahlreiche identische Technikteile von Passat, Golf und Corrado problemlos untereinander. Das Gros wird auch heute noch ganz normal von den VW-Händlern offeriert, im Zweifelsfall hilft oft das VW-Classic Parts-Center weiter. Die Preise für speziellen Ersatz sind aber nicht zu unterschätzen, insbesondere Blechteile kommen recht teuer. Darum lohnt es sich oft, zunächst das Angebot bei Gebrauchtteilhändlern oder Internetanbietern zu prüfen. Nur Weniges ist nicht mehr neu lieferbar. Dazu gehören zum Beispiel die besonders begehrten original Corrado-Schriftzüge in Chrom oder das G60- Typenschild. Wer hier Ersatz benötigt, kann durchaus bei den größeren Internetauktionshäusern fündig werden.
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