DeLorean DMC-12 - der Star aus zurück in die Zukunft
Der kurzlebige US-Sportwagen
Seit 40 Jahren schreibt Klaus Westrup über Autos in auto motor und sport. Für Motor Klassik erinnert er sich, diesmal an einen kurzlebigen US-Sportwagen, den DeLorean.
Ein Auto mit Flügeltüren steht vor der Tür, aber es ist nicht der Flügeltürer. Es ist ein Sportwagen, eine metallisch schimmernde Flunder, gerade mal 114 Zentimeter hoch.
DeLorean - ganz ohne Lack
Der Name hat einen exotischen Klang - DeLorean. Nur De Tomaso klingt noch verwegener. Ein ehemaliger General Motors-Manager, in den siebziger Jahren Boss der Chevrolet Division, hat dem Viermeterdreißig-Coupé seinen Namen gegeben. Der eitle, wie ein Dressman wirkende John Zacharias De Lorean träumt von einem eigenen Sportwagen, den er bei GM nicht verwirklichen kann. Dort hat man ja schon den Camaro und die berühmte Corvette. De Lorean stellt Ende der Siebziger mit eigenem, bei GM verdienten Geld einen ersten Prototypen auf die Räder.
Die Suche nach einer geeigneten Produktionsstätte endet im nordirischen Belfast, wo es eine Arbeitslosenquote von 25 Prozent gibt und wo sich die zuständige britische Regierung bereit erklärt, 260 Millionen Mark beizusteuern - noch nicht wissend, dass dieses Auto keinen Erfolg haben wird. Eine auch finanziell aufwendige Lackiererei spart sich De Lorean. Er lässt die Flunder mit dem eigenen Namen aus rostfreien Karosserieblechen zusammenbauen. Der optisch ungewöhnliche Metallic-Effekt ganz ohne Lackierung soll für einen zusätzlichen Appeal sorgen. Doch die hauptsächliche Attraktion bleiben natürlich die nach oben öffnenden Türen. De Lorean will wenigstens etwas vom Glanz der Mercedes- Ikone namens 300 SL abhaben, auch wenn das Auto alles andere als ein 300 SL ist.
Euro-V6 im Heck des DeLorean kann wenig begeistern
Der längs hinter der Hinterachse eingebaute Sechszylinder ist ein kreuzbraves Limousinen-Triebwerk, das normalerweise im Renault 30 und Peugeot 604 zum Einsatz kommt. Im De Lorean leistet der auch als Europa-Motor bekannte, 2,8 Liter große V6 genau 132 PS bei 5.500 Umdrehungen, das maximale Drehmoment beträgt 220 Newtonmeter bei knapp 3.000 Touren. Schon in den französischen Limousinen erweist sich die Maschine als nicht besonders temperamentvoll, doch nun, im DeLorean, sind die Maßstäbe ganz andere - nicht zuletzt wegen der Flügeltürer-Assoziationen.
Genau elf Sekunden registriert die strenge Testabteilung für die Beschleunigung von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 198 km/h. Man muss sich also seineGegner sorgfältig aussuchen, ein Golf GTI sollte möglichst nicht dabei sein. Enttäuschung macht sich breit, zumal das Triebwerk auch per se keinen großen Spaß bereitet. Nur mühsam dreht es über 5.000 Touren, die Geräuschentwicklung ist monoton, ein Sound einfach nicht vorhanden.
Im DeLorean muss niemand schwitzen
Auch sonst stellt sich nur geringes Wohlbefinden ein. Die nur dem Schaueffekt dienlichen Flügeltüren wippen nach dem Öffnen bedrohlich stark und geben den Blick frei auf die schlechte Verarbeitung des Türmechanismus. Ebenso sind die Sichtverhältnisse nach vorn und hinten unbefriedigend, nicht zuletzt aufgrund einer ungewöhnlich tiefen Sitzposition. Die Seitenscheiben lassen sich konstruktionsbedingt nur zur Hälfte öffnen - da bleibt als kümmerlicher Trost der Gedanke an den wahren Flügeltürer, der über winzige Schiebefensterchen verfügt und seiner elitären Besatzung im Sommer einen Saunabesuch erspart.
Schwitzen muss niemand im De Lorean. Eine Klimaanlage zählt ebenso zur Serienausstattung wie die Zentralverriegelung, die Lederausstattung, eine Lenkradverstellung plus Radio mit Kassettenteil. Die Lenkung arbeitet servounterstützt, dennoch muss man kräftig hinlangen, auch Kupplung und Bremse fordern hohe Betätigungskräfte. Mit über 13 Metern ist der Wendekreis des optisch so aufregenden Autos extrem groß, Rangieren reine Qual. Wo bleibt er nur, der heiß ersehnte Fahrspaß?
DeLorean - ein Möchtegern-Bolide
Die Leute schauen hin, wenn man mit dem De Lorean ankommt, gewiss, der sicher auch vom Besitzer erwünschte Show-Effekt tritt tatsächlich ein. Dass sich hinter den durchaus gelungenen Proportionen und den aufregenden Flügeltüren ein Möchtegern-Bolide verbirgt, ahnt so schnell niemand. Immerhin steht auf der Habenseite noch ein gelungenes Fahrwerk, das freilich mit dem müden Motor auch nicht überfordert wird.
Unter der Mitwirkung von Lotus-Ingenieuren ist es gelungen, dem De Lorean eine gute Straßenlage anzuerziehen. Das durch den Heckmotor konzeptionsbedingte Übersteuern tritt erst bei sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten auf und lässt sich mit der exakten Servolenkung gut unter Kontrolle halten, etwas Geschicklichkeit in dieser Angelegenheit natürlich vorausgesetzt. Die Federung ist straff, der Abrollkomfort schlecht. Einem wahrhaftigen Sportwagen nimmt man so etwas nicht übel, ihm dagegen schon. Er ist ein reines Showgeschäft auf Rädern und mit einem Kaufpreis von ehemals 75.000 Mark alles andere als preisgünstig.
Trotz Hingucker-Garantie wird der DeLorean kaum verkauft
Wer soll ihn kaufen? Sogar die der Schau auf Rädern grundsätzlich nicht abgeneigten Amerikaner halten sich überraschend stark zurück. Mit einem US-Preis von 25.000 Dollar ist ihnen das eigenwillige Coupé zu teuer und zu unsolide gebaut. Ursprünglich sollten 3.000 Arbeiter 30.000 Autos pro Jahr fabrizieren, doch auch Rückruf-Aktionen und kostspielige Nacharbeiten lassen die ehrgeizigen und selbstgefälligen Pläne vorzeitig scheitern. Selbst das auffällig unauffällige Edelstahl-Kostüm wird von der potenziellen Kundschaft nicht goutiert. Amerikanische Händler lackieren die einsam auf den Höfen parkenden, unverkauften Autos, auch dies letztlich vergebliche Liebesmüh.
Anfang der Achziger kam für DeLorean das Aus
Nach Kurzarbeit, Entlassungen, weiteren finanziellen Zuschüssen der britischen Regierung und anschließender Zwangsverwaltung wegen Zahlungsunfähigkeit kommt Anfang der Achtziger das endgültige Aus. Als wäre es ein Omen, verabschiedet sich auch der Testwagen im idyllischen Schefflenztal nahe Heilbronn mit einer plötzlichen Motorpanne. Weiterfahren mit eigener Kraft ist nicht möglich, der Abschleppdienst muss anrücken. "Ist das der Flügeltürer?", fragt der Mann mit der Latzhose beeindruckt. "Nein", antworte ich wahrheitsgemäß, "er hat nur Flügeltüren."
Autor: Klaus WestrupMal wieder ein schlechter Bericht über einen Wagen und dessen Hersteller der 2005 verstorben ist
Der Wagen wurde in einer Zeit der Energiekrise entwickelt und gebaut in der jeder plötzlich nur ans Benzinsparen dachte
So wurde auch aus dem Euromotor ein V6 und kein V8 wie ursprünglich geplant!
Die Firma Delorean machte damals Werbung mit der Langlebigkeit der Wagens und nun 28 Jahre später
hat sich das wohl Bewiesen- welcher andere Oldtimer kann von sich behaupten mit Rost so gut wie keine
Probleme zu haben?
Man sollte einen Artikel aus der heutigen Sicht schreiben - übrigens eine Servolenkung wurde für diesen
Wagen niemals angeboten!!!
Jedoch war eine Turboversion für das ´83 Modell geplant
Geflügelte Grüße
Mag sein, das er nicht viel getaugt hat, aber ich habe mal einen in den USA (Scottsdale/Airizona) vor einem Hotel im Stand gesehen und er sah einfach nur geil aus, vorausgesetzt man steht auf Edlstahlspühlenlook...
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