Mercedes bei der Mille Miglia: Allzeit bereit

Mercedes bei der Mille Miglia

Auch bei der Mille Miglia 2010 überlässt Mercedes-Benz nichts dem Zufall. Motor Klassik zeigt das gesamte Equipment, mit dem die Klassik-Abteilung aus Stuttgart nach Brescia reiste. Neben 15 Teilnehmerfahrzeugen waren das unter anderm acht Begleitfahrzeuge.

Wenn Mercedes in den vergangenen gut 100 Jahren mal wieder irgendwo gewonnen hatte, so lag das meist auch an der peniblen Vorbereitung mit typisch deutscher Gründlichkeit. Das hat sich bis heute nicht geändert, die perfektionistische Denkweise liegt den Mercedes-Mannen in den Genen. Das zeigt auch der gewaltige Aufwand, den die Stuttgarter alljährlich bei der Mille Miglia treiben.

Jedes Begleitfahrzeug eine kleine Werkstatt

Beispielsweise waren im Jahr 2010 bei der 28. Mille Miglia storico folgende Fahrzeuge unterwegs (zum Teil aus Privatbesitz): drei SSK, ein SS, ein 300 SL Prototyp, neun 300 SL Flügeltürer, ein 220a Ponton sowie, quasi als Verbindung zur Moderne, ein SLS AMG. Um diese 15 Teilnehmerfahrzeuge kümmerte sich zwischen Brescia und Rom eine Flotte aus fünf E-Klasse T-Modellen, zwei M-Klassen und ein Service-Sprinter. Jedes Team hatte dabei eine umfangreiche Werkzeugausrüstung an Bord: ein Satz Gabelschlüssel SW 6 bis 32, ein Satz Ringschlüssel SW 6 bis 32, ein Satz Schlitzschraubendreher 8-teilig, ein Satz Kreuzschlitzschraubendreher 8-teilig, ein Satz Zangen 10-teilig, ein Satz Inbusschlüssel 4 bis 12, ein Drehmomentschlüssel 20 bis 200 Nm, ein kompletter Ratschenkasten, großer und kleiner Hammer, großer und kleiner Kunststoffhammer, einen Wagenheber plus Unterstellböcke, Taschenlampen und Stablampen, eine Ölkanne, einen Stabmagnet sowie einen Voltmeter.

Dazu kamen Spezialwerkzeuge für die einzelnen Fahrzeugtypen und Ersatzteile, verteilt auf alle sieben Servicewagen und den Sprinter, die das Feld der Mille Miglia begleiteten: eine Kupplung für die SL sowie zwei SS/SSK-Kupplungen, ein Tauschgetriebe für den SL, eine Nockenwelle plus Schlepphebel SS/SSK, je ein Anlasser SL und SS/SSK, eine Lichtmaschine plus Regler für SS/SSK, zwei Lichtmaschinen plus drei Regler für SL, je eine komplette Zündanlage für SL und SS/SSK, eine komplette Bremsanlage für SL, ein Radlagersatz für SL und SS/SSK, Wasserschläuche für alle Typen, diverse Glühlampen, Verkabelung, Relais, Bedienschalter, Batterien, Wischermotoren, Wischerarme, -blätter und -gummis, ein Sortiment aller benötigten Schrauben, Muttern, Splinte, Dichtringe, Keilriemen, Auspuffgummis, alle benötigten Flüssigkeiten (Öle, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit). Vier Ersatzräder für die SL, zwei Vorkriegsräder, Ersatzschläuche. Außerdem Ölauffangwannen, Binder, Reinigungsmittel, Besen und Putzlappen. Neben den Autos mit den Mechanikern waren weitere Begleitautos etwa für Fotografen unterwegs: vier E-Klasse T-Modelle, ein SL, zwei E-Klasse-Cabrios, fünf E-Klasse-Limousinen und ein C-Klasse-T-Modell. Der Lohn der Mühe zeigte sich einmal mehr im Ziel der Mille Miglia: Alle Teilnehmerfahrzeuge überstanden die 1.000 Meilen problemlos, und alle Beteiligten hatten Spaß. Und das ist das Wichtigste.

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Hans-Jörg Götzl

Autor:

Motor Klassik, Heft 07 / 2010

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