Mercedes-Benz 600 SEL
Doppelverglasung für Ruhe im Innenraum
Der Mercedes 600 SEL setzte 1991 in der Luxusklasse neue Maßstäbe bei Raum und Geräuschkomfort. Was hinter der "Kathedrale" steckt, zeigt der Vergleichstest von damals im Detail.
09.09.2026 Redaktion auto motor und sport
Foto: Wolfgang Drehsen
Im Mercedes 600 SEL arbeitet ein V12-Motor mit sechs Liter Hubraum und 408 PS. Mercedes setzt dabei auf zwei obenliegende Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder, also auf eine besonders "luftige" Brennraum-Atmung.
Im direkten Vergleich wirkt der BMW-V12 aus dem 750iL deutlich einfacher aufgebaut. Er kommt ohne Klopfsensorik aus, hat zwei Ventile pro Zylinder und je Zylinderbank nur eine Nockenwelle.
Der Unterschied ist damit nicht nur eine Frage der Leistung, sondern auch des Aufwands. Der Test macht aber auch klar: Aus Konstruktionsmerkmalen allein folgt noch kein schlüssiges Gesamturteil über Motor und Auto.
Ruhe hat mehrere Quellen
Ein V12 gilt als Komfortmotor, weil pro Kurbelwellenumdrehung sechs Zündungen stattfinden. Das sorgt für eine sehr gleichmäßige Kraftabgabe, die im Charakter fast an einen Elektroantrieb erinnert.
Trotzdem bleiben auch diese Zwölfzylinder nicht völlig unhörbar. Unter voller Last geben beide Motoren Laut, beim Mercedes mit seinem hohen Verbrennungsdruck sogar deutlicher.
Entscheidend ist der Normalfall, also das Gleiten mit wenig Gas. Dann sind beide Antriebe akustisch ohne Tadel, und störende mechanische Geräusche dringen kaum nach außen.
Die Luxus-Kathedrale innen
Beim Fahrgeräusch setzt der Mercedes 600 SEL mit Doppelverglasung und einem gut isolierten Fahrwerk neue Maßstäbe. Subjektiv wirkt der Abstand groß, obwohl der Messwert-Unterschied zum BMW nur zwei dB(A) beträgt.
Dazu kommt das Raumangebot, das im Test sehr deutlich beschrieben wird: viel Knieraum und eine Kopfhöhe, die auch sehr groß gewachsenen Passagieren entgegenkommt. Vorn und hinten sitzen die Insassen auf komfortablen Sesseln, die elektrisch verstellbar sind.
Der Innenraum tritt dabei als klassisches Luxus-Ambiente auf, inklusive Wurzelholz. Genau diese Mischung aus Platz, Ruhe und Ausstattung erklärt, warum der 600 SE im Vergleichstest als Luxuslimousine mit eigener Wucht erscheint.
Den ganzen historischen Vergleichstest lesen Sie hier.