Youngtimer-Kauftipps

5 Auto-Klassiker für unter 10.000 Euro

Kauftipps von Alfa Romeo bis Volvo: Diese 5 Youngtimer bieten viel Charakter für wenig Geld.

5 Youngtimer Kauftips bis 10.000 Euro Foto: Archiv/Montage: auto-motor-und-sport.de 5 Bilder

Fünf Charakterköpfe, fünf Haltungen zum Automobil – vom letzten großen Alfa mit Busso-V6 über den aluminiumgewordenen Technik-Anspruch aus Ingolstadt bis hin zum handgefertigten Spaß-Cabrio, zum Retro-Kompakten mit Fünfzylinder und zum allradgetriebenen Dauerläufer aus Japan. Unsere Autoren werfen einen sehr persönlichen Blick auf Klassiker der jüngeren Vergangenheit – Autos mit Ecken, Kanten und klarer Haltung.

Michael Schröder über den Alfa Romeo 166

Natürlich nur mit dem Busso-V6!

Es ist Alfa Romeos letzter Versuch, irgendwie doch noch in der Oberklasse Fuß zu fassen. Als 2007 endgültig der Vorhang für den großen 166 fällt, endet mit dieser schönen, von Walter de Silva gezeichneten Berlina leider auch die klangvolle Ära des grandiosen Busso-Sechszylinders. In seiner stärksten Version steht dieser Motor im 166 anfangs, also von 1998 bis 2000, als 226 PS starker Dreiliter zur Verfügung, danach als 3,2-Liter mit 240 PS. Dass dieser V6 wie gemacht für diesen komfortablen und sehr gut ausgestatteten Reisewagen ist, dürfte sich längst herumgesprochen haben. Also, Platz nehmen, den Motor starten, fahren. Durch Italien. Natürlich der Länge nach!

  • Motor V6, 2 x DOHC, 2959 cm³
  • Leistung 226 PS bei 6100/min
  • Gewicht 1.510 kg
  • Vmax 243 km/h
  • Bauzeit 1998–2000
  • Preis* ab 7.000 Euro

Peter Michaely über den Audi A8 D2, Typ 4D

Der Audi mit Vorsprung durch Technik

Er ist ein Monument der Ingenieurskunst, und seine monolithische Form wirkt heute wohltuend zeitlos. Zudem faszinieren Qualität und technischer Anspruch des ersten A8. So gab es die Neukonstruktion im Gegensatz zum Vorgänger Audi V8 mit V6-, V8- (auch TDI) und W12-Motoren, Alu-Karosserie und Allradantrieb, während bei den Basisbenzinern auch Frontantrieb möglich war. Schon mit dem 2.8 Quattro ist man gut motorisiert, Sound und Elastizität überzeugen. Zu fahnden ist beim A8 nach kaschierten Unfallschäden, da die Space-Frame-Bauweise Reparaturen erschwert. Die Technik gilt bei guter Wartung als zuverlässig, Ersatzteile gibt es vorwiegend über Audi Tradition.

Daten

  • Motor V6, DOHC-30V, 2771 cm³
  • Leistung 193 PS bei 6000/min
  • Gewicht 1.520 kg
  • Vmax 236 km/h
  • Bauzeit 1996–2002
  • Preis* ab 5.000 Euro

Andreas Of-Allinger über den Ford Streetka

Der Reiz des Einfachen

Ein Cabrio wie den Ford Streetka gibt es nicht mehr neu zu kaufen. Allein das könnte ein Grund sein, sich einen solchen Zweisitzer zuzulegen. Ein weiterer wäre das muntere Fahrverhalten, das Ford seit Ende der 90er serienmäßig in jedes Auto hineinkonstruiert hat. Das gelang beim Streetka mit breiter Spur besonders gut. Weil der von Pininfarina in Grugliasco bei Turin mit viel Handarbeit gefertigte Cabrio-Zwerg nur eine Tonne wiegt, reicht ein simpler Vierzylinder mit kurzer Übersetzung für muntere Fahrleistungen. Praktisch: Der Kofferraum ist groß genug für Einkäufe und Alltagsfluchten. Im Test attestierte auto motor und sport (Heft 6/2003) dem offenen Ka Suchtgefahr. Das alles gab es vor 20 Jahren für weniger als 20 000 Euro. Warum baut Ford heute nicht mehr so einfache und fröhliche Autos?

  • Motor R4, OHC, 1599 cm³
  • Leistung 95 PS bei 5500/min
  • Gewicht 1.061 kg
  • Vmax 173 km/h
  • Bauzeit 2002–2005
  • Preis* ab 2.500 Euro

Kai H. Klauder über den Volvo C30 D5

Fünf-Liter-Retro-Auto

Als Retro-Schneewittchensarg wurde der C30 von Volvo vermarktet, dabei sind Zitate und Parallelen zum P1800ES von 1971 schnell auserzählt: Shooting Brake, rahmenlose Heckscheibe, ausgeprägte Taille. Im Autodesign-Einerlei des beginnenden dritten Jahrtausends sorgt der C30 dennoch für Schwung. Er bleibt zwar, wie sein Ahn, Nischenprogramm, doch das muss ja kein Nachteil sein. Vor allem die Tatsache, dass Volvo am Reihenfünfzylinder festhielt (bis zu 230 PS im T5), erfreut Markenfreunde. Wir empfehlen den Top-Diesel D5, der mit 400 Nm nochmals 80 Nm mehr auf die Kurbelwelle drückt als der stärkste Benziner und ein echtes Fünf-Liter-Auto ist – ideal für knausrige Pendler und sportliche Langstreckenfahrer, die mit bis zu 225 km/h über die Bahn ziehen und doch stets im einstelligen Verbrauchsbereich bleiben wollen.

  • Motor R5, DOHC, 2401 cm³
  • Leistung 180 PS bei 4000/min
  • Gewicht 1.461 kg
  • Vmax 225 km/h
  • Bauzeit 2006–2010
  • Preis* ab 7.000 Euro

Daniel Endreß über den Subaru Outback 2.5i, Typ BP

Die automobile Jack-Wolfskin-Jacke

Ein Subaru hat immer etwas Heimeliges. Man weiß stets, was man bekommt: permanenten Allradantrieb, Boxermotoren, vorbildliche Zuverlässigkeit (Ausnahmen bestätigen die Regel), meist gepaart mit sympathischer Schrulligkeit. Die dritte Generation des hochgebockten Legacy gehört schon zu den stylishen Modellen des japanischen Herstellers. Mit Hawk-Eye-Scheinwerfern und "schwebender" Dachlinie verkaufte der ab 2003 gebaute Allrounder das Thema Kombi optisch nicht mehr unter Wert. Doch vor allem vermittelte er schon vor dem SUV-Boom die Sicherheit, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, schließlich ist sein Offroad-Outfit nicht bloß lifestylige Fassade. Ein Auto wie eine Jack-Wolfskin-Jacke!

Daten

  • Motor B4, 2 x OHC, 2457 cm³
  • Leistung 165 PS bei 5600/min
  • Gewicht 1.435 kg
  • Höchstgeschwindigkeit 213 km/h
  • Bauzeit 2003–2009
  • Preis* ab 3.900 Euro

* in ordentlichem Zustand