Nissan Skyline GT-R R33 Wertentwicklung
Seit 2020 haben sich die Preise verdoppelt
Die Preise für den Nissan Skyline GT-R R33 sind seit 2020 stark gestiegen. Erfahren Sie hier die Gründe dafür und warum Sie trotzdem einen kaufen sollten.
07.07.2026 Klaus Finkenburg
Foto: Sabine Hofmann
Viele Menschen, die ihre automobile Sozialisation in den 80er-Jahren erfahren haben, tun sich mit Japan-Klassikern bis heute etwas schwer, doch der Lauf der Zeit ist ebenso unaufhaltsam, wie Nippon- Aversionen heilbar sind. Jüngere, in deren Leben die Filme der Reihe "The Fast and the Furious" (ab 2001) oder Videospiele wie "GTA" ("Grand Theft Auto"), dessen Premiere ins Jahr 1997 fällt, eine prägende Rolle gespielt haben, sind hier besser dran: Zu den Hauptdarstellern bei beiden Bildschirm-Vergnügungen gehören jeweils japanische Automobile der Extraklasse, darunter der Nissan Skyline GT-R.
Von 1989 bis 2002 entstanden drei Baureihen, die sich auf den ersten Blick sehr ähneln, Stufenheck-Coupés, angetrieben vom RB26DETT genannten DOHC-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern, entwickelt von Nissans Rennsporttochter Nismo, offiziell mindestens 280, inoffiziell über 300 PS stark. Tuning-Versionen sollen vereinzelt sogar vierstellige Werte erreichen.
Was bedeutet R32, R33 und R34?
Die drei GT-R-Baureihen heißen R32, R33 und R34, von jeder gab es noch verbesserte, leistungsgesteigerte Sondermodelle, so vom R33 den 400 PS leistenden Nismo 400R. Zur Standardausstattung aller GT-R gehören jeweils Allradantrieb und die Nissan-Allradlenkung HICAS, die ab dem R33 elektronisch statt hydropneumatisch funktioniert und Super-HICAS heißt.
Vom ersten GT-R, dem R32, entstanden 43.661 Exemplare, der R33 kam auf 15.435, der R34 auf 11.344 Stück. Gefragt sind mittlerweile alle. Dabei bewegt sich der letzte GT-R, der R34, vor allem dank seiner Spielkonsolen- und Kino-Präsenz, längst in gut sechsstelligen Bereichen.
Warum sind die Preise so stark gestiegen?
In seinem Windschatten steigen auch das Interesse an den Vorgängern, und, stets mit etwas zeitlicher Verzögerung, das Preisniveau. Hier ist insbesondere der R33 interessant. Wegen des längeren Radstands steht er im Ruf, unhandlicher zu sein, technisch zeigte er sich mit seiner präziser funktionierenden Allradlenkung gegenüber seinem Vorgänger aber eher verbessert. Sondermodelle wie besagter Nismo 400R laufen übrigens komplett außer Konkurrenz – hier werden mittlerweile siebenstellige Preise erzielt.
Was sind JDM-Modelle?
Dass JDM-Cars (Japanese Domestic Market), Autos also, die speziell für den japanischen Markt entwickelt wurden, fast ausschließlich als Rechtslenker zu finden sind, wirkt sich nicht preismindernd aus. Ganz im Gegenteil sind Japan-Klassiker auch hierzulande gewaltig im Aufwind. Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic-Analytics in Bochum: "Wohl kaum eine Autosparte hat in den letzten Jahren einen solchen Popularitäts- und Preisschub erfahren wie JDM-Modelle. Zusammen mit dem Subaru Impreza schwimmt der Skyline GT-R auf dieser Erfolgswelle ganz oben. Dabei wurde der R33 anfangs weniger positiv aufgenommen als sein Vorgänger – er war schwerer, und der längere Radstand beeinträchtigte in den Augen eingefleischter Fans die Handlichkeit." Ein steifer Klotz ist aber auch der Skyline GT-R R33 beileibe nicht, und die Tuningmöglichkeiten gehen auch bei ihm gegen unendlich.
Steigert Tuning den Wert?
Frank Wilke ergänzt: "Die Motorleistung war ab Werk per Steuergerät auf 280 PS gedrosselt. Diese freiwillige Selbstbeschränkung hatten sich alle japanischen Hersteller damals für ihre Straßenfahrzeuge auferlegt." Später wurden durch verschiedene Software-Eingriffe immer höhere Motorleistungen herausgekitzelt; auch viele der zum Kauf angebotenen Fahrzeuge wurden irgendwann einem individuellen Tuning unterzogen. Ist dies gut gemacht, kann es sich durchaus preissteigernd auswirken.
Besser als Wertanlage eignet sich natürlich ein originales Fahrzeug, das Thema Fahrspaß steht auf einem anderen Blatt. Wilkes Fazit: "Der GT-R ist etwas für Kenner, die Ahnung vom Fahren und von Technik haben und die die Qualität von Tuningmaßnahmen beurteilen können. Durchschnittliche Marktwerte lassen sich nur für unveränderte Serienfahrzeuge ermitteln, davon muss man aber erst mal welche finden!"
Foto: Classic-Analytics/Motor Klassik
Die Grafik zeigt es: Seit 2020 hat sich der Wert eines Skyline GT-R R33 mehr als verdoppelt.
Eckdaten: R6-Biturbomotor, DOHC, 2568 ccm, 280 PS, Leergewicht: 1.530 kg, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Bauzeit: 1993 bis 1998
Stärken
- Erstaunlich robuster, extrem leistungsstarker Sechszylinder-Biturbo, sehr hohes Tuningpotenzial
- Im Vergleich zum R32 zwar längerer Radstand, aber dafür verbesserte, feiner ansprechende Allradlenkung
- Allradantrieb, neutrales, ausgewogenes, sehr sportliches Fahrverhalten
Schwächen
- Abgesehen von individuellen Umbauten nur als rechtsgelenkte Japan-Version erhältlich
- Lückenhafte Versorgung mit Blech- und Interieurteilen, hohe Ersatzteilpreise