Audi RS3 von 2011 und 2026 im Vergleich
Welcher Fünfzylinder fasziniert mehr?
Zwischen dem ersten Audi RS3 und dem aktuellen Modell liegen 15 Jahre und 60 PS. Wie groß sind die Unterschiede? Was hat sich verbessert, was nicht?
12.10.2026 Andreas Of-Allinger
Foto: Lena Willgalis/Audi AG
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Audi war nicht der erste Autohersteller, der einen Kompakten mit Fünfzylinder baute, diese Ehre gebührt Ford mit dem Focus RS. Doch auf die längere Fünfzylindermotoren-Tradition kann Audi verweisen: 1976 zündeten im Audi 100 fünf Zylinder in der Reihenfolge 1-2-4-5-3. Mit Turbolader und Quattro-Allrad eroberte der Audi-Fünfzylinder in den 80er-Jahren Rallyepisten und Rundstrecken. Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck sammelten mit den Quattros Siege und Titel.
Fünfzylinder-Sonderausstellung im Audi Museum Mobile
Das alles gehört zur Legende des Fünfzylinders, dessen 50. Geburtstag Audi im Museum in Ingolstadt mit einer Sonderausstellung feiert (bis 28.02.2027, geöffnet von Dienstag bis Sonntag). Doch wichtig ist auf der Straße, und deshalb haben wir mit zwei RS3 die Unterschiede zwischen dem ersten RS3 und dem aktuellen Modell erfahren.
Während die bis 1997 gefertigten Fünfzylinder längs eingebaut waren, montierte Audi den Fünfzylinder im TT RS ab 2009 quer. Die Basis bildet ein Grauguss-Motorblock aus dem US-Jetta. Turbolader und Direkteinspritzung heben die Leistung auf 340 PS – genügend für rasante Fahrleistungen.
So fährt der RS3 Sportback von 2011
Ab 2011 war der Turbo-Fünfzylinder auch im RS3 Sportback erhältlich. Den Motor wählte eine Jury mehrfach in Folge zum "Engine of the year". Wer den Motor anlässt, versteht das sofort: Das kehlige Leerlauf-Brummen wirkt kraftvoll, leichte Vibrationen im Lenkrad lassen den Puls des Motors fühlen. Das ist nicht unangenehm, sondern authentisch. Der RS3 8L startet noch per Zündschlüsseldreh, und er hat einen Handbremshebel – genau das Richtige für Freunde mechanischer Bedienelemente.
Die Kraftübertragung übernimmt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und ein Allradantrieb mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung – sind wir hier etwa am Sweet Spot des Peak Auto angekommen? Also an jenem Punkt, an dem noch vieles mechanisch funktioniert, aber die Elektronik den Fahrer in Ruhe lässt?
Fahrleistungen: 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h
Sonor grollend beschleunigt der Fünfzylinder den immerhin 1.575 Kilogramm schweren Kompakten. Mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und serienmäßigem Allradantrieb beschleunigt der Viertürer in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h und gehört damit zu den schnellsten Sprintern seiner Klasse.
Verglichen mit den Fahrleistungen ist der Auftritt des ersten RS3 dezent: Den Singleframe trägt der Sportback seit 2004, beim RS3 ist er schwarz lackiert. Auf große Spoiler verzichtet der RS3, lediglich jener an der Dachkante ist etwas kräftiger ausgeprägt. Unter der Heckschürze ragt ein Doppel-Endrohr hervor. Nicht einmal die stämmigen 19-Zoll-Räder verraten das Topmodell – denn die wurden damals gern nachgerüstet.
Roter Lack, rote Felgenräder, rote Nähte
Das misanorote Exemplar aus der Sammlung der Audi Tradition ist im Bestzustand und fährt wie ein Jahreswagen. Die schwarzen 19-Zoll-Räder im Rotor-Design haben in Wagenfarbe lackierte Felgenhörner. Die Zierleisten auf der Mittelkonsole und in den Türen sind ebenso wie die Rückseiten der Schalensitze rot lackiert. Die präzisen Nähte der schwarzen Lederausstattung – ebenfalls rot. Die Verarbeitung wirkt über jeden Zweifel erhaben – passend zum Premium-Anspruch, den Audi schon bei der Premiere der ersten A3-Generation definiert hat.
Angesichts der 19-Zoll-Räder und des Sportfahrwerks, das die Karosserie um 25 Millimeter tieferlegt, federt der RS3 komfortabel. Gleichzeitig vermitteln Fahrwerk und Lenkung den Eindruck, das Auto im Griff zu haben und der Leistung jederzeit gewachsen zu sein. Eine Vierlenkerachse führt die Hinterräder.
So fährt der RS3, Jahrgang 2026
Der Fahreindruck ist beim aktuellen Modell erst einmal nicht großartig anders, und das ist durchaus positiv gemeint. Denn der Charakter blieb erhalten: Die Kombination aus reichlich Leistung und Charakter hat Audi beim RS3 von 2026 weiter verbessert – ergänzt um moderne Funktionen wie Assistenzsysteme, große Displays und vernetzte Funktionen.
Weil der Fünfzylinder im Laufe der Zeit leichter wurde – der EA855 Evo hat ein Aluminium-Kurbelgehäuse – lastet der Motor nicht mehr so schwer auf der Vorderachse. Das macht den Neuen handlicher und leichtfüßiger. Die gesteigerte Leistung sorgt für nochmals bessere Fahrleistungen: Mit 400 PS beschleunigt der RS3 in 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h.