BMW Z3 2.8 Coupé (1998) Artcurial

Wenig gelaufener Turnschuh

BMW hatte mit dem Z3 Coupé einen Sportwagen im Programm, der auffiel. Jetzt wurde einer dieser Klassiker aus erster Hand versteigert.

BMW Z3 2.8 Coupé E36/7C (1998) Foto: Peter Singhof/Artcurial 14 Bilder

Nur 16.634 Kilometer stehen auf dem Tacho eines BMW Z3 Coupé, das Artcurial am 22. November 2021 online versteigert hat. Der sportliche Zweitürer mit dem Spitznamen "Turnschuh" stammt aus erster Hand. Der Unternehmer und Autosammler Richard Romagny hatte den BMW 1998 bei dem Autohändler St-Germain Autos-Sport in Saint Etienne bestellt. Romagny konfigurierte das Z3 Coupé klassisch mit dem damals neben dem M-Modell einzig lieferbaren 2,8-Liter-Reihensechszylinders des Typs M52 TU, einer Lackierung in Arktissilber Metallic, schwarzen Ledersitzen und Holzblende auf der Mittelkonsole. Außerdem ist der Zweisitzer mit elektrisch einstellbaren Sitzen, einem Hi-Fi-System und Klimaanlage ausgestattet.

Höchstgebot: 32.000 Euro

Romagny kaufte den Z3 für seine Firma und fuhr ihn offenbar nicht oft: In 23 Jahren kamen weniger als 17.000 Kilometer zusammen. Das macht keine 700 Kilometer pro Jahr und den BMW zum potenziellen Sammlerstück. Original ist er ebenfalls. Eine Delle in der Fahrertür ist die einzige sichtbare Beschädigung. Belohnt wurden die überschaubare Historie und Laufleistung mit einem Höchstgebot von 32.000 Euro, was ziemlich genau dem damaligen Neupreis entspricht. Inklusive des Aufgelds für das Auktionshaus kostete das Coupé den Bieter 38.400 Euro.

Das BMW Z3 Coupé

BMW hatte das Z3 Coupé, anders als sonst üblich, vom Roadster abgeleitet und auch nach der offenen Variante präsentiert. Die Silhouette mit ausgeprägten Rundungen an Motorhaube und hinteren Radläufen sowie dem verlängerten Dach, das in einem steilen Heck mit großer Klappe endete, brachte dem Coupé den Spitznamen "Turnschuh" ein. Im englischsprachigen Raum bürgerte sich "Clownshoe" ein. Weil das Coupé die Bodengruppe und damit die Versteifungen des Roadsters übernahm, war der geschlossene Z3 fünf Kilogramm schwerer als der Roadster. Die Karosserie ist erheblich steifer, was dem Coupé zusammen mit der präzisen Lenkung und dem niedrigen Schwerpunkt zu einer sehr guten Straßenlage verhilft.

Basispreis 1998: 64.000 Mark

BMW Z3 2.8 Coupé E36/7C (1998) Foto: Peter Singhof/Artcurial
Gute Basis: Reihensechszylinder vom Typ M52 TU mit 193 PS und 280 Nm.

Anders als den Roadster lieferte BMW das Coupé nur mit den zwei stärksten Motoren: Der von 1998 bis Mai 2000 gebaute 2,8-Liter mit 193 PS kostete 64.000 Mark. Das Z3 M Coupé mit dem Reihensechszylinder-Saugmotor aus dem M3 E36 war mit 95.000 Mark erheblich teurer. Ab 2000 ersetzte ein 231 PS starker Dreiliter-Sechszylinder den 2.8i. Das 2,8-Liter-Modell wurde 7.671-mal gebaut, der 3.i 3,853-mal und das M Coupé 6.291-mal. Richtig selten ist die im letzten Jahr angebotene M-Version mit 325 PS. Insgesamt rollten nur knapp 18.000 Z3 Coupé aus dem US-Werk Spartanburg.

Fazit

Noch bevor das Z3 Coupé alt genug für ein historisches Kennzeichen ist, nehmen die Preise für gut erhaltene Autos Kurs auf den einstigen Neupreis. Bitte ärgern: Noch vor einigen Jahren war der Turnschuh erheblich günstiger. Wenig gefahrene Ersthand-Exemplare wie dieses werden ohnehin nur selten angeboten. Das spiegelt auch der Preis wieder: Das Höchstgebot entspricht ziemlich exakt dem Neupreis von 1998.

Fahrzeugmarkt