GT-K44 auf Basis Porsche 944
Der Kombi, den Porsche nie gebaut hat
Carpoint baut den Porsche 944 zum zweitürigen Shooting Brake um. Zehn Exemplare des klassischen 2+2-Sitzers sollen nach Kundenwunsch entstehen.
30.09.2026 Torsten Seibt
Foto: Carpoint
15 Bilder
Sie wollten schon immer einen Porsche mit ordentlich Kofferraum, aber ein Cayenne ist nicht so Ihr Ding? Dann könnte Carpoint weiterhelfen. Der Porsche-Spezialist aus Karlsruhe hat einen klassischen 944 zum Shooting Brake umgebaut und bietet diese exklusive Variante jetzt als Kleinserie von zehn Exemplaren an. Unter der Bezeichnung GT-K44 entsteht dabei ein Fahrzeug, das sich an den früheren Shooting-Brake-Umbauten des Porsche 924 von Günter Artz orientiert.
Carpoint-Gründer Andreas Freund kennt diese ungewöhnliche Variante aus eigener Erfahrung. In den 1980er Jahren nutzte er einen der damaligen Artz-Umbauten für Reisen an den Gardasee. Die Kombination aus Sportwagen und größerem Gepäckraum wurde damit zum Ausgangspunkt für die neue Interpretation des Themas.
Neuer Dachaufbau
Für den Umbau wird die Karosserie des angelieferten 944 im Bereich von Dach und Heck umfassend verändert. Die neue Dachstruktur wird aus Blech gefertigt und nach hinten verlängert. Große hintere Seitenscheiben sorgen für die charakteristische Shooting-Brake-Silhouette. Dafür müssen auch die B-Säulen und die hinteren Seitenteile angepasst werden.
Das Heck erhält eine ebenfalls aus Blech gefertigte Heckklappe. Sie reicht bis zur Stoßstange und zieht sich etwa 40 Zentimeter in die Dachfläche hinein. Dadurch lässt sich der Laderaum nicht nur von hinten, sondern auch von oben bequem erreichen. Die serienmäßige umklappbare Rücksitzbank bleibt dabei erhalten.
Auch die Beleuchtung wird an die neue Heckgestaltung angepasst. Die inneren Reflektoren der Rückleuchten sitzen in separaten Einheiten innerhalb der Heckklappe, während die aktiven Lichtfunktionen in den seitlichen Karosserieteilen verbleiben. Ergänzt wird der Umbau durch eine dritte Bremsleuchte im Dachspoiler, eine moderne Dachantenne und einen Heckwischer.
Hunderte Stunden Handarbeit
Das gezeigte Referenzfahrzeug ist ein Porsche 944 mit Dreiliter-Vierzylinder und 211 PS. Die Karosserie trägt eine Lackierung in Oakgrün, während Sitze und Türverkleidungen im klassischen Pascha-Muster bezogen sind. Ein neuer Dachhimmel und angepasste Innenverkleidungen gehören natürlich ebenfalls zum Umbau.
Jedes Fahrzeug entsteht mit einem hohen Anteil manueller Karosserie-, Aufbau- und Lackierarbeiten. Nach Angaben von Carpoint fließen bis zur Fertigstellung mehrere hundert Arbeitsstunden in einen Umbau. Neben den Karosseriearbeiten umfasst der Grundumfang die Bearbeitung und Lackierung der veränderten Außenbereiche sowie die Anpassung von Leuchten, Innenverkleidungen und Dachhimmel.
Für die Innenausstattung ist das Projekt nur ein Beispiel, hier liegt die Wahl beim Kunden. Neben unterschiedlichen Farben und Materialien sind beispielsweise klassische Stoffmuster wie Pascha, Schottenkaro oder Pepita möglich. Auch Sitze mit Lordosenstütze oder Sitzheizung, Turbositze, ein individuelles Lenkrad sowie moderne Radio-, Navigations- und Soundsysteme können integriert werden. Felgen, Reifen, Fahrwerk und Auspuffanlage lassen sich ebenfalls entsprechend dem jeweiligen Aufbau verändern.
Zulassung und Preis
Um das Basisfahrzeug für den Carpoint-Umbau muss sich der Kunde dabei selbst kümmern, wobei Carpoint bei der Auswahl eines geeigneten Basis-944 unterstützt, sofern noch kein passender Porsche im Besitz ist. Die Wahl der Motorisierung ist dabei grundsätzlich frei. Der Grundpreis für den Umbau beträgt 119.000 Euro. Das Basisfahrzeug ist darin nicht enthalten. Ebenso werden eventuelle Restaurierungen am Ausgangsfahrzeug und zusätzliche Individualisierungen separat berechnet. Um die neue Betriebserlaubnis nach dem Umbau kümmert sich Carpoint, diese ist im Preis enthalten.