Lincoln, GTV6 und Montecarlo

Clarksons TV-Autos suchen neue Besitzer

Jeremy Clarkson trennt sich von fünf Autos mit reichlich Fernsehgeschichte – drei davon kommen im November 2026 in Birmingham unter den Hammer. Lincoln Continental, Alfa Romeo GTV6 und Lancia Montecarlo Spider stammen direkt aus seiner Sammlung, während zwei frühere Clarkson-Autos bereits ältere Auktionen hinter sich haben.

Jeremy Clarkson vor seinem 1982er Lancia Montecarlo Spider, 1978er Lincoln Continental Mark V und 1983er Alfa Romeo GTV6 (von links) Foto: Iconic Auctioneers 16 Bilder

Jeremy Clarkson wurde mit "Top Gear" zum weltweit bekannten Auto-Moderator. Zusammen mit Richard Hammond und James May prägte er das Format über viele Jahre und setzte den Erfolg später mit "The Grand Tour" fort.

Mit "Clarkson’s Farm" widmet sich der Brite inzwischen der Landwirtschaft – allerdings auf seine gewohnt eigenwillige Art. Die kommende Staffel soll außerdem erklären, warum Clarkson mehrere Autos aus seinem Besitz verkauft.

Iconic Auctioneers bietet fünf Fahrzeuge mit Verbindung zu Clarkson an. Allerdings gehören nur drei davon zur bevorstehenden Live-Auktion am 14. November 2026 im NEC Birmingham: der Lincoln Continental Mark V, der Alfa Romeo GTV6 und der Lancia Montecarlo Spider. Für alle drei gilt "Offered Without Reserve", also ohne Mindestpreis.

Lincoln Continental Mark V aus "Lochdown"

Der 1978 gebaute Lincoln Continental Mark V begleitet Clarkson durch das Grand-Tour-Special "Lochdown". Während der Corona-Pandemie erkundeten Clarkson, Hammond und May Schottland, weil internationale Reisen damals kaum infrage kamen.

Clarkson entschied sich für den fast 5,8 Meter langen US-Koloss. Der Lincoln trägt einen britisch anmutenden Farbton namens Wedgwood Blue, besitzt einen 6,6-Liter-V8 und verkörpert die amerikanische Vorstellung von Luxus aus den späten 1970er-Jahren.

Dudelsack und Cartier-Uhr

In den engen Straßen von Edinburgh und auf schottischen Landstraßen sorgte die gewaltige Karosserie für reichlich Schwierigkeiten. Clarkson entwickelte den Lincoln während der Dreharbeiten weiter und ließ eine Lachgaseinspritzung montieren. Die Anlage arbeitete allerdings nicht wie erhofft, weil passende Änderungen an der Technik fehlten.

Trotz der Probleme fand Clarkson Gefallen an dem Wagen. Elektrisch verstellbare Sitze, Velourspolster, elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage und Tempomat machten den Amerikaner zum komfortablen Reisewagen.

Eine echte Cartier-Uhr im Armaturenbrett hatte es Clarkson besonders angetan. Sie blieb ebenso im Auto wie die Lachgasanlage und ein Dudelsack im Kofferraum. Nach den Dreharbeiten nahm Clarkson den Lincoln in seine Sammlung auf. Die nächste Hauptuntersuchung läuft bis zum 13. August 2027.

Lincoln Continental Mark V Foto: Iconic Auctioneers

Der 1978er Lincoln Continental Mark V beeindruckt mit seiner imposanten Größe und der Lackierung in Wedgwood Blue.

Alfa Romeo GTV6 mit Busso-V6

Der Alfa Romeo GTV6 aus dem Jahr 1983 spielte in der "The Grand Tour"-Folge "Well Aged Scotch" eine Hauptrolle. Clarkson, Hammond und May fuhren darin mit drei günstigen italienischen Klassikern über Schottlands North Coast 500.

Clarkson wählte den Alfa Romeo, während May einen Lancia Gamma Coupé und Hammond einen Fiat X1/9 nahm. Der GTV6 überzeugte den Moderator mit seinem 2,5-Liter-V6, dem charakteristischen Busso-Klang und dem Transaxle-Getriebe an der Hinterachse.

Italienischer Charme mit Macken

Die Reise verlangte dem Alfa einiges ab. Der widerspenstige Gangwechsel sorgte für Ärger, später versagte auch die Kardanwelle. Clarkson griff die Pannen in der Sendung auf und machte sie damit zu einem Teil der Geschichte dieses Autos.

Der GTV6 trägt die Farbe Alfa Rosso und hatte beim Katalogisieren 28.315 Meilen auf dem Tacho. Das entspricht rund 45.600 Kilometern. Nach den Dreharbeiten übernahm Clarkson den Alfa für seine private Sammlung. Die nächste Hauptuntersuchung läuft bis zum 14. Juni 2027.

 Alfa Romeo GTV6 Foto: Iconic Auctioneers

Der Alfa Romeo GTV6 aus dem Jahr 1983 trägt die Lackierung Alfa Rosso und rollt auf filigranen Mehrspeichenrädern.

Lancia Montecarlo Spider als Grand-Tour-Abschied

Der 1982 gebaute Lancia Montecarlo Spider besitzt die wohl außergewöhnlichste Verbindung zu Clarkson. Er fuhr den Wagen in "The Grand Tour: One for the Road" – dem letzten gemeinsamen Special von Clarkson, Hammond und May.

Die Reise führte durch Simbabwe und Botswana. Clarkson erinnerte sich dabei an den "Top Gear"-Botswana-Special aus dem Jahr 2007, in dem er einen Lancia Beta Coupé über afrikanische Pisten bewegte. Jahre später trafen Clarkson und May dort sogar ihre alten Autos wieder.

Umbauten für die Reise durch Afrika

Für die neue Expedition erhielt der Montecarlo einige markante Änderungen. Ferrari-308-Rückleuchten, vier Auspuffendrohre, Räder, Scheinwerfer und Kühlergrill des Lancia Delta Integrale veränderten den Auftritt des Mittelmotor-Sportlers. Lotus Blue sorgt für die auffällige Außenfarbe.

Clarkson ersetzte außerdem die Ledersitze durch Stoffbezüge. Ein Alcantara-Lenkrad ohne Tasten sollte die Hitze im afrikanischen Sommer erträglicher machen.

Der Montecarlo überstand die Reise durch Simbabwe und Botswana. Nach den Dreharbeiten ließ Clarkson den Wagen bei Max500 Ltd. aufbereiten und nahm ihn anschließend in seine Sammlung auf. Die nächste Hauptuntersuchung läuft bis zum 18. September 2027.

Damit besitzt der Lancia eine besondere Stellung: Er ist das letzte Auto, das Clarkson bei "The Grand Tour" fuhr. In der Sammlung blieb er jedoch nicht dauerhaft. Iconic Auctioneers bietet ihn am 14. November 2026 ohne Mindestpreis an.

Lancia Montecarlo Spider Foto: Iconic Auctioneers

Der Lancia Montecarlo Spider von 1982 trägt die markante Lotus-Blue-Lackierung und rollt auf Rädern des Lancia Delta Integrale.

Alfa Romeo 75: ehemaliger TV-Kämpfer

Der Alfa Romeo 75 V6 3.0 Veloce aus dem Jahr 1989 gehört nicht zur aktuellen Auktion in Birmingham. Iconic Auctioneers führte ihn beim Classic Sale am Silverstone Festival 2025 als Los 655. Der Verkauf brachte 12.075 Pfund, nach dem vereinbarten Kurs rund 13.900 Euro.

Clarkson setzte den Alfa in der berüchtigten "Alfa Challenge" aus Staffel 11 von "Top Gear" ein. Die Folge "3 Italians fight it out" zeigte, wie drei italienische Autos an ihre Grenzen kamen. Der 75 überstand die Tortur, trug danach aber deutliche Spuren der Dreharbeiten.

Technik statt Museumszustand

Der aktuelle Besitzer hielt den Alfa elf Jahre lang und investierte rund 4.500 Pfund (5.312 Euro) in die Technik. Zahnriemen, Kupplung und Getriebe erhielten umfangreiche Arbeiten. Der Wagen kommt zudem mit Türen, Motorhaube, Kotflügeln, hinteren Seitenteilen sowie vorderen und hinteren Stoßfängern für eine mögliche Rückrüstung.

Der Alfa trägt weiterhin seine Kampfnarben. Er startet, fährt und bremst, besitzt aber keine gültige MOT mehr. Die letzte Prüfung lief 2017 ab.

 Alfa Romeo 75 V6 3.0 Veloce Foto: Iconic Auctioneers

Der Alfa Romeo 75 V6 3.0 Veloce trägt noch die deutlichen Spuren der „Alfa Challenge“ aus „Top Gear“.

Ford Escort RS Cosworth aus Clarksons Testzeit

Auch der Ford Escort RS Cosworth gehört nicht zur Auktion im November 2026. Iconic Auctioneers versteigerte ihn bereits am 24. August 2024 am Silverstone Circuit. Der Verkaufspreis lag bei 67.500 Pfund, umgerechnet rund 77.600 Euro.

Der Mallard Green lackierte Escort zählt zu drei handgebauten Vorserien-Prototypen. Ford entwickelte diese Autos vor dem Serienstart des legendären Rallye-Escorts. Das Exemplar besitzt keinen Katalysator und trägt weiterhin die originale Ford-Zulassung K38 FMC.

Ford Escort RS Cosworth Foto: Iconic Auctioneers

Der Ford Escort RS Cosworth trägt die originale Ford-Zulassung K38 FMC und den charakteristischen großen Heckflügel.

Clarksons früher Dienstwagen

Ford überließ den Escort Clarkson zwölf Monate lang zur Erprobung. Der Moderator nutzte ihn für Tests und stellte ihn unter anderem im "Top Gear Magazine" vor. Später tauchte der Wagen in "Clarkson’s Car Years" auf, wo Clarkson mit ihm über den Buttertubs Pass fuhr.

Der heutige Besitzer ließ Bremsen und Fahrwerk überarbeiten, montierte einen neuen Satz originaler Ford-Räder aus altem Lagerbestand und erneuerte den Dachhimmel. Der Escort präsentiert sich weitgehend original und besitzt noch die werkseitige Versiegelung am Unterboden.

Drei Autos, drei Geschichten

Mit dem Lincoln, dem GTV6 und dem Montecarlo Spider kommen drei besonders eng mit Clarkson verbundene Fahrzeuge zur aktuellen Auktion. Alle drei Autos fuhr er selbst in "The Grand Tour" und nahm sie anschließend in seine private Sammlung auf.

Der Alfa Romeo 75 und der Ford Escort RS Cosworth gehören dagegen zur Clarkson-Historie, wechselten aber bereits bei früheren Auktionen den Besitzer. Wer auf ein Auto aus der aktuellen Clarkson-Sammlung bietet, konzentriert sich deshalb auf die drei Fahrzeuge aus Birmingham.