Die besten Autos mit V10-Motor

Was macht die Faszination eines V10 aus?

Es ist beinahe unmöglich, ein langweiliges Auto mit Zehnzylindermotor zu bauen. Wir haben jedenfalls keins gefunden. Die Liste der besten Autos mit V10, rein subjektiv.

Porsche Carrera GT Foto: Hersteller 7 Bilder

Die technisch faszinierende Desmodromik eines klassischen Ducati-V2-Motors, das Stampfen einer Harley-Davidson oder das Schnattern eines luftgekühlten Zweizylinders in einer Ente von Citroën: Viele Zylinder sind nicht nötig, um einen faszinierenden Motor zu bauen. Die Laufkultur eines Reihensechszylinders zu übertreffen, ist schwierig; Zwölfzylinder laufen vor allem wegen der doppelten Anzahl an Zündungen ruhiger. Turboaufladung ersetzt bei modernen Motoren Hubraum und damit auch letztlich Zylinder. Ein Vierliter-Biturbo erzeugt reichlich Leistung auch für sportlichste Ansprüche.

Dennoch faszinieren Motoren mit mehr Zylindern: Sie sehen prächtig aus, klingen gut, sprechen Technikinteressierte an. Was die ideale Zylinderzahl angeht, gibt es technische Erklärungen und persönliche Vorlieben: gut gemachte Vierzylinder sind leicht und leistungsfähig, ein Reihensechszylinder läuft kultiviert und ein V8 tritt mit dem entsprechenden Hubraum klangvoll und kraftvoll an.

Wer sich die überschaubare Liste der Autos mit Zehnzylindermotor anschaut, könnte auf die Idee kommen, dass es beinahe unmöglich ist, ein langweiliges Auto mit V10 zu bauen. Wir stellen die 7 spannendsten Kandidaten vor. Die Liste ist rein subjektiv.

Audi RS6 Avant Quattro (Generation C6, 2008 bis 2010)

  • Daten: V10-Biturbo, 5,0 Liter Hubraum, 580 PS, Sechsgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, 250 km/h

Audi hielt es Anfang der 2000er-Jahre offenbar für eine gute Idee, einen Zehnzylinder-Biturbomotor mit 580 PS in einen Kombi einzubauen. Das Ergebnis ist ein Familienauto mit dem Herz eines Sportwagens, das seine Leistung dank Allradantrieb auch bei widrigen Bedingungen auf die Straße bringt. Kaufen Sie ihn in einer unauffälligen Farbe – die Nachbarn werden denken, Sie fahren einen TDI. Legen Sie Geld für Reparaturen zurück, denn die Wartung kostet mehr als bei einem TDI.

Chrysler/Dodge Viper GTS (1995 bis 2002)

  • Daten: V10-Saugmotor, 8 Liter Hubraum, 456 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb, 295 km/h

In Europa lief die Viper unter dem Markennamen Chrysler, in den USA wurde sie als Dodge verkauft. Ursprünglich kam die Schlange 1992 mit abnehmbarem Dach auf den Markt, 1995 erschien die GTS mit Double-Bubble-Coupédach. Die Sidepipes entfielen 1995, ABS war ab 2001 serienmäßig. Eine Traktionskontrolle gab es anfangs auch nicht; der Fahrer muss wissen, was er tut.

BMW M6 (E 63, 2005 bis 2010)

  • Daten: V10-Saugmotor, 5 Liter Hubraum, 507 PS, Siebengang-SMG, Hinterradantrieb, 305 km/h

Nur für M5 und M6 baute BMW einen Hochdrehzahl-Saugmotor mit zehn Zylindern und fünf Liter Hubraum. Der V10 hängt, auch dank des daran gekoppelten SMG, extrem direkt am Gas, dreht, geht und klingt dabei wie kein Zweiter. Ein Motor von der Sorte, die den Charakter eines Autos prägen und im Gedächtnis bleiben. Ob M6 Coupé mit Carbondach, M6 Cabrio, M5 Limousine oder Touring: Alle Varianten haben ihren Reiz. Sammler haben sie längst entdeckt.

Lamborghini Gallardo (2003 bis 2008)

  • Daten: V10-Saugmotor, 5 Liter Hubraum, 500 PS, sequenzielles Sechsganggetriebe, Allradantrieb, 309 km/h

Galt wegen seines im Vergleich zum Murcielago günstigen Grundpreises als "Boxster von Lamborghini". Das Einstiegsmodell ist jedoch nicht nur deswegen reizvoll, oder weil der Fünfliter-V10 richtig gut geht (vier Sekunden von null auf 100 km/h), sondern auch, weil das Design von Luc Donckerwolke gut 20 Jahre nach der Premiere immer noch gut aussieht. Wenn es ein Lamborghini sein müsste, dann dieser. Sammlertipp!

Lexus LFA (2010 bis 2012)

  • Daten: V10-Saugmotor, 4,8 Liter Hubraum, 560 PS, sequenzielles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb, 325 km/h

Die Eckdaten geben nur einen unvollständigen Eindruck davon, was der Lexus LFA ist: Ein Supersportwagen, für den sich die Entwickler zehn Jahre Zeit ließen und die besten seiner Art zum Vorbild nahmen. In Zusammenarbeit mit Yamaha entstand ein V10, der in sechs Zehntelsekunden aus dem Leerlauf bis 9.000/min dreht und klingt wie kein Zweiter. Einst mit 750.000 Euro unfassbar teuer, liegen die Preise heute noch höher: 800.000 Euro kostet einer.

Porsche Carrera GT (2003 bis 2006)

  • Daten: V10-Saugmotor, 5,7 Liter Hubraum, 612 PS, Hinterradantrieb, 330 km/h

Es war ein glücklicher Zufall, dass Porsche gerade einen fix und fertig entwickelten V10-Motor für ein Le-Mans-Projekt in der Motorsportabteilung herumliegen hatte, als Wendelin Wiedeking fand, Porsche brauche ein Supercar. Mit einer extrem kompakten Keramikkupplung passt der V10 in einer tiefen Einbaulage ins Carbonchassis, Walter Röhrl half bei der Abstimmung und der V10 klingt nicht nur grandios, sondern geht auch richtig gut vorwärts. Eines der letzten Supercars mit Schaltgetriebe und Saugmotor, heute um die zwei Millionen Euro teuer.

VW Phaeton V10 TDI (2002 bis 2006)

  • Daten: V10-Turbodiesel, 4,9 Liter Hubraum, 313 PS, Sechsgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, 250 km/h

Ehrgeiz auf vier Rädern: Der Phaeton hat die torsionssteifste Karosserie der gesamten Autoindustrie, eine zugfrei arbeitende Klimaautomatik und eine eigene Fabrik: In der gläsernen Fabrik in Dresden montierten Mitarbeiter den Luxus-VW, während die Karosserien über Holzparkett schwebten. Der V10 TDI klingt im Leerlauf nach gut gedämmtem Schiffsdiesel und bietet mit 750 Newtonmeter Drehmoment reichlich Dampf zum zügigen Meilen machen auf der Autobahn. Permanenter Allradantrieb sorgt für die nötige Bodenhaftung, Luftfederung für angemessenen Komfort. Beim Kauf lächerlich billig, im Unterhalt erschreckend teuer und Umweltzonen sind ohne nachgerüsteten Partikelfilter ein Problem.

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