Mazda Classic Museum Frey Augsburg
Mazda-Raritäten in den Heiligen Hallen
Psst, geheim: In diese Heiligen Hallen des Mazda Museums in Augsburg darf kein Besucher rein. Wir konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen.
10.01.2026
Andreas Of-Allinger
Foto: Malte Buls
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Der blaue Mazda RX-7 Spirit R Type A ist einer der jüngsten Neuzugänge in der Sammlung der Familie Frey. Wir durften exklusiv hinter die Kulissen des Museums blicken.
Foto: Malte Buls
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In einem Außenlager stehen zum Beispiel dieser praktisch neuwertige Mazda 626. Die grüne Limousine daneben ist ein 616. Diese Generation der Mittelklasse-Limousine war noch nicht so erfolgreich wie ihre Nachfolger mit der "2" in der Mitte der Modellbezeichnung es in den 80er-Jahren wurden.
Foto: Malte Buls
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Eine echte Rarität steht in einem Nebengebäude des ehemaligen Straßenbahndepots, in dem sich seit 2016 das Museum befindet: Den Mazda Luce Royal Classic mit Wankelmotor und allem, was die Ausstattungsliste damals hergab, holten die Freys von einem Sammler aus den Benelux-Staaten. Die Limousine hat den Turbo-Wankel aus dem RX-7 unter der Haube und ist oberhalb des 929 positioniert.
Foto: Malte Buls
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Ganz bodenständig: Der 323 war das erste Erfolgsmodell von Mazda in Deutschland. Auf dem grünen Exemplar sammeln die Freys Unterschriften bedeutender Besucher. Das metallicblaue Nachfolgemodell wurde als Neuwagen in der DDR verkauft. Weitere Mazda aus dem Museum in Augsburg finden Sie in der Galerie.
Foto: Malte Buls
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Mazda Cosmo Sport 110 S: In diesem zweisitzigen Coupé von 1968 verbaute Mazda erstmals serienmäßig einen Zweischeiben-Wankelmotor. Von dem 128 PS starken Flitzer wurden 1.519 Stück produziert, drei davon besitzen die Freys. Der Cosmo, den sie in New Jersey gekauft hatten, bildete als erster Mazda-Oldtimer das Fundament ihrer Sammlung.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda K360: 1959 gebaut, war das überdachte Dreirad der Nachfolger des 1950 gebauten GB-Dreirads. In einem Gespräch mit Wankel-Ingenieur Kenichi Yamamoto erfuhr Frey, dass es sich beim K360 um eine Art "Geheimprojekt" handelte. Yamamoto entwickelte das Dreirad hinter verschlossenen Türen, weil der Vorstand keine Mittel dafür bewilligen wollte. So stellte er sie anschließend vor vollendete Tatsachen und der K360 ging in die Produktion.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Luce 1800: Mit dem Design von Bertone ist der Mazda Luce sicherlich eines der schönsten Modelle in der Familiensammlung. Es ist einer der Favoriten von Markus Frey.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda RX4: Den RX4 baute Mazda 1972 bis 1977 als Coupé, Limousine und als fünftürigen Kombi. Markus Frey nennt ihn nur sein „Herzinfarkt-Auto": Als er ihn auf einer Internetauktionsplattform ersteigern wollte, ist ein paar Sekunden vor Gebotsschluss der Rechner abgeschmiert. Nach dem Neustart konnte er aber aufatmen: Er hatte den RX4 ergattert.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda R360 Coupé: Dieses Kei-Car (japanischer Kleinstwagen) war das erste Serienfahrzeug, das Mazda ab 1960 insgesamt 2.988 Mal baute. Die Freys kauften das Auto vor etwa 25 Jahren in Jahren in Sydney und mussten es erst mal wieder herrichten – der Motorblock lag beispielsweise unverbaut unter der Haube.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Autozam AZ1 Flügeltürer: Das Micro-Car mit aufgeladenem Dreizylinder-Ottomotor wurde nie in Deutschland verkauft. Papiere zu dem Wagen mit 1992er Baujahr gibt es nicht mehr. Die Freys ließen den AZ1 in Einzelteilen verschiffen, was den Import erleichterte. Insgesamt baute Mazda das Modell 4.392-mal.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda GB Dreirad (rechts): Der Einzylinder von 1950 ist der älteste Mazda, den die Freys in ihrer Sammlung haben. Links neben dem Fahrersitz befindet sich ein optionaler zweiter Sitz zum Umklappen. Ob die Farbe auch originalgetreu ist, wissen die Freys nicht genau - das GB-Dreirad im japanischen Mazda-Museum hat aber zumindest die gleiche Farbe.
Foto: Christian Bittmann
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Der R100 war das zweite Serienmodell, das Mazda mit einem Wankel auf den Markt schickte. Allerdings nur auf den japanischen - Zwar wurde der 2x2-Sitzer auch in Deutschland verkauft, allerdings kam er hier nur mit Otto-Motor.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda RX7: Die erste Generation der bis 2002 gebauten Modellreihe teilte sich das Segment Ende der Siebziger mit Konkurrenten wie dem Porsche 924 ("Volksporsche"). "Ein echter Geheimtipp für Oldtimer-Sammler", findet Markus Frey. Momentan seien sie noch recht günstig zu kaufen, der Preis könne aber bald in die Höhe gehen. Besonders auf die seltenen Linkslenker hat es der Sammler abgesehen: Davon stehen schon vier Stück bei ihm im Keller.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda RX3: Nachdem der R100 in Deutschland nur mit Otto-Motor verkauft wurde, war der RX3 1972 das erste Modell, der mit Zweischeiben Kreiskolben-Wankel zu haben war. Hierzulande konkurrierte das zweitürige Coupé beispielsweise mit einem Opel Kadett C.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda RX-2: In Japan bekannt unter dem Namen 616 Capella RE (Rotary Engine), wurde das Coupé wie auch die viertürige Limousine 1971 bis 1974 gebaut. Das Modell der Freys ist ein echtes Modell: Sie kauften ihn vor ein paar Jahren sozusagen als "Neuwagen", der weder angemeldet noch gefahren wurde.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Pathfinder XV1 und Mazda Parkway Bus: Na, der sieht aber ganz schön nach Land Rover aus (links). Ist aber tatsächlich ein Mazda, der Ende der Siebziger in Burma gebaut wurde. Rechts daneben steht der einzige Bus mit Kreiskolbenmotor, von dem insgesamt 42 Stück gebaut wurden. Sie kamen in Japan vorwiegend als Schulbusse zum Einsatz.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda MX-5: Was wäre eine Mazda-Sammlung ohne einen MX-5? 945.000-mal verkaufte sich der Kassenschlager bis 2014, sodass er sich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als beliebtester Roadster weltweit verschaffte. Der rote MX5 im Hintergrund (2.v.l.) ist übrigens ein geschlossenes Coupé - eine seltene Version, die nur in Japan angeboten wurde.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Chantez: Mazda baute den orange-weiße Kleinstwagen mit 35 PS von 1972 bis 1976. Frey erstand das Auto von einem japanischen Freund - es war dessen erstes Auto.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Carol: Der Vorgänger des Chantez war sozusagen eine Wundertüte für die Freys. Sie kauften das Kei-Car nur anhand eines 2 Zentimeter kleinen Fotos, das sie in einer japanischen Autozeitschrift gesehen hatten. Der Vierzylinder mit 18 PS war kam dafür aber in einem recht guten Zustand zu ihnen.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Roadpacer: "Kein richtiger Mazda", sagt Marcus Frey zum Roadpacer. Den Wankelmotor hatte Mazda zwar in Japan eingebaut, die Karosserie stammte aber von General Motors.
Foto: Christian Bittmann
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Mazda Rotary Pickup: Dieses Modell wurde nur auf dem US-Markt angeboten, die Aufbauten im hinteren Bereich des Pick-Ups variierten. Die Version als Abschleppwagen gab es insgesamt 600-mal. Die Freys haben ihn damals im Doppelpack mit einem Wankel-Bootsmotor ersteigert.
Foto: Christian Bittmann
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Eine Familie, eine Leidenschaft: Gemeinsam sammeln die Freys (v.l.: Markus Frey, Walter Frey, Joachim Frey) alte Mazdas und restaurieren sie größtenteils in Eigenregie.
Foto: Christian Bittmann
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Das Mazda Classic Automobilmuseum Frey hat im Oktober 2016 eröffnet. Einige der rund 60 Autos in der Ausstellung werden jährlich getauscht, so bekommen Besucher immer wieder etwas Neues zu sehen.
Foto: Christian Bittmann
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Die Museumshallen befinden sich in einem ehemaligen Straßenbahndepot im Zentrum Augsburgs. In der Region betreiben die Freys drei Mazda-Filialen und verkaufen dort Neuwagen.
Foto: Christian Bittmann
Mit rund 60 Autos in einer wechselnden Ausstellung lockt das Mazda Classic Automobil Museum Frey in Augsburg jedes Jahr neue Besucher an. In einem liebevoll sanierten ehemaligen Straßenbahndepot hat die Familie Frey mit Unterstützung von Mazda Deutschland 2017 ihren Traum von einem Museum realisiert. Wir durften bei einem Besuch der Heiligen Hallen hinter die Kulissen des Museums blicken und haben dabei einige Raritäten entdeckt. Besucher bekommen die Räume, in denen die Sammlung lagert, nicht zu sehen. Die Orte, an denen die Autos gelagert werden, die gerade nicht im Museum stehen oder auf ihre Restaurierung warten, sind geheim und für niemanden zugänglich, außer für die Familie Frey. Umso faszinierender ist der Einblick, den wir bekommen konnten.
Ein Cosmo war der erste Oldtimer
Doch wie kam es zur Sammlung? Und warum Mazda? Seit 1978 ist Walter Frey als Vertragshändler mit Mazda verbunden, seine Söhne Joachim und Markus führen das Unternehmen mit inzwischen drei Standorten fort – und teilen mit ihrem Vater die Sammelleidenschaft. Die Sammlung begann 1980 mit einem in New Jersey gekauften Cosmo. Der Wankel-Sportwagen von Ende der Sechzigerjahre ist immer noch Teil der Sammlung und steht heute im Museum. Der Wankelmotor fasziniert Walter Frey bis heute; er ist einer der Gründe, warum sich der Autohändler für diese Marke entschied.
Parallel zum Aufbau seiner 1971 gegründeten Werkstatt und des Autohandels knüpfte Walter Frey weltweit Kontakte zu Mazda-Sammlern, kaufte Autos teilweise blind in Übersee – weil es schlicht keine andere Möglichkeit gab. Besonders skurril ist die Geschichte des Autozam AZ1: Der Kei-Car-Flügeltürer kam in Teilen nach Deutschland. Fein säuberlich zerlegt und nach Baugruppen sortiert in Kisten verpackt. Die Freys bauten den Winzling zusammen, heute läuft er wieder.
Was kaputt ist, reparieren die Freys selbst. Restaurierungen bieten sie jedoch nicht an; zu unkalkulierbar der Aufwand. Ihr Tagesgeschäft ist ein anderes: Verkauf und Reparatur von Neu- und Gebrauchtwagen. Ihre Leidenschaft ist die Historie der Marke Mazda. Ihre Begeisterung für technische Details, die Geschichten rund um die Autos und die Menschen dazu steckt an.
Mazda 323, RX-7 und MX-5 im Museum
In den 1970er-Jahren kamen die ersten Mazdas nach Deutschland. Die Mittelklasse-Limousine 616 fand anfangs keinen reißenden Absatz. Größere Verkaufserfolge feierte erst das Nachfolgemodell 626: Das Mittelklassemodell war Mitte der 1980er das erste japanische Auto, das Vergleichstests deutscher Fachzeitschriften gewann. Dazu kamen Erfolgsmodelle wie der Golf-Konkurrent 323; es ging aufwärts.
Parallel sorgten Sportwagen wie der RX-7 mit seinem Wankelmotor für Emotion und technische Besonderheit. Ein ganz besonderes Exemplar hat Markus Frey aus England geholt: Der britische Tuner Elford steigerte die Leistung des Zweischeiben-Wankelmotors auf rund 160 PS, Spoiler dramatisieren den Auftritt. Ein großer Erfolg ist bis heute der Roadster MX-5, der bei seinem Debüt 1989 noch als Kopie des Lotus Elan galt, doch inzwischen selbst zum Original wurde. MX-5 aller Generationen sind im Museum zu sehen, darunter ein Coupé auf Basis des NB, eine Leichtbau-Studie ohne Frontscheibe und das Sondermodell eines britischen Händlers im Design des Le-Mans-Siegerautos Mazda 787B. Diesen MX-5 holten die Freys auf Achse aus England – so wie viele andere Autos auch.
Wie viele Autos gehören zur Sammlung?
Viele dieser Modelle stehen in der Ausstellung des Museums – und in den Hallen und Lagern. Die Nebenräume des ehemaligen Straßenbahndepots, in dem sich das Museum, der Shop und ein Restaurant befinden, reichen nicht aus, alle Autos aus der Sammlung aufzunehmen. Rund 120 bis 140 Mazda gehören zur Sammlung der Familie Frey. Im Museum sind 50 bis 60 Autos zu sehen.
Einmal im Jahr wird die Ausstellung neu sortiert. "Das ist jedes Mal ein Tauziehen", berichten die Frey-Brüder. Denn welche Autos neu in die Ausstellung sollen, steht schnell fest. Doch welche sollen raus, um Platz zu schaffen? Das ist der schwierigere Teil der Entscheidung. Doch der Aufwand lohnt sich, denn so sehen Besucher im Museum immer wieder etwas Neues.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Anreise
Das Mazda Classic Automobilmuseum Frey hat montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren. Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben freien Eintritt. Die Adresse des Museums ist die Wertachstraße 29b in 86153 Augsburg. Besucher mit Auto können auf dem Museumsgelände parken. Die Straßenbahnlinie 2 hält direkt vor dem Museum (Haltestelle Senkelbach).