Audi TT 3.2 mit DSG

So unterschiedlich fahren sich die drei Modi

Seit 2003 setzt der Audi TT 3.2 auf ein sechsgängiges DSG mit drei deutlich getrennten Modi. Im Alltag agiert es sehr harmonisch, prägt den Charakter des Coupés aber stärker, als Leistungsdaten vermuten lassen.

Audi TT 3.2 auto motor und sport 17/2003 Foto: Hans-Dieter Seufert

Was Audi damals DSG nannte

Im Audi TT 3.2 ist das DSG ein Doppelkupplungsgetriebe, also ein automatisiertes Schaltgetriebe mit zwei Kupplungen statt einer Wandlerautomatik. Es schaltet ohne Zugkraftunterbrechung, sodass beim Gangwechsel der Vortrieb erhalten bleibt. Der Effekt unterscheidet sich von klassischen Automaten, da kein Wandlerschlupf auftritt.

Bedient wird das Getriebe im TT 3.2 über einen großen Wählhebel und über Lenkrad-Paddel. Es gibt drei Modi: Automatik, Sport und manuell. Genau diese Dreiteilung ist wichtig, weil sich der Charakter des TT je nach Modus stark ändert.

Drei Modi, drei Charaktere

Im Automatikbetrieb fährt der TT vehement an und schaltet die sechs Gänge abhängig von Gaspedalstellung oder Drehzahl. Beim Gangwechsel bleibt die Beschleunigung erhalten, nur das Motorgeräusch verändert sich. Damit liefert das DSG im TT 3.2 vor allem Komfort, ohne sich wie eine klassische Automatik anzufühlen. In der Sportstellung S dreht das Getriebe den Motor sehr weit aus und schaltet beim Anbremsen vor Kurven automatisch zurück. Das kann auf Dauer nerven, weil der Motor dann häufig hoch dreht.

Der manuelle Modus mit Paddeln am Lenkrad gibt dem Fahrer die Kontrolle über die Gangwahl. Für die Beschleunigungsmessung zählt die eigene Schaltarbeit, sie entscheidet mit, ob der Normwert erreicht wird. Im TT 3.2 ist die manuelle Ebene damit nicht nur Spielerei, sondern ein echter Teil des Konzepts.

Schaltzeiten sind nicht alles

Die Messung ergab 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, gemessen in Hockenheim. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Sechszylinder-TT, denn der TT mit 225 PS (165 kW) beschleunigt genauso gut. Der Unterschied liegt eher im Durchzug bei höherem Tempo.

Erst jenseits von 160 km/h zieht der VR6 dem 225-PS-Turbo leicht davon. Grund ist das um über 100 Kilogramm höhere Gewicht der 3.2-Variante und eine leichte Anfahrschwäche trotz energischem Start. Für die Einordnung des DSG heißt das: Die Technik verspricht nicht automatisch bessere Messwerte, sondern verändert vor allem das Fahrgefühl und die Art, wie Leistung anliegt.

DSG und Alltag im TT 3.2

Im Automatikbetrieb funktioniert das DSG so gut, dass man eigentlich schon zufrieden sein könnte. Gleichzeitig passt Automatik vom Image her nicht ideal zum TT, weshalb viele zur Sportstellung oder zu den Paddeln wechseln. Dort zeigt sich aber auch die Schattenseite, weil das Getriebe im S-Modus sehr konsequent sportlich interpretiert.

Im dichten Verkehr ist das System dennoch ein Vorteil, weil es das Rollen und Anfahren übernimmt, ohne dass der Fahrer kuppeln muss. Am Ende prägt das DSG den TT 3.2 stärker über Bedienlogik und Charakterwechsel als über reine Schaltgeschwindigkeit. Wer das beim Gebrauchtkauf unterschätzt, kauft schnell am eigenen Nutzungsprofil vorbei.

Das DSG im Audi TT 3.2 ist vor allem über seine drei Modi zu verstehen: Automatik, Sport und manuell verändern den Charakter spürbar. Die Technik bringt nicht automatisch bessere Sprintwerte, weil der 225-PS-Turbo bis 100 km/h gleichauf liegt. Der stärkste Unterschied liegt in der Art, wie das Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung schaltet und wie konsequent die Sportlogik agiert.

Den ausführlichen Test von 2003 gibt es hier.