Ferrari F50 mit 170 km zu verkaufen

Bricht dieser F50 mit 20 Millionen alle Rekorde?

Dieser Ferrari F50 könnte einen neuen Rekord bringen: Über 20 Millionen Dollar (18 Mio. Euro) erwartet Broad Arrow für einen F50 mit 170 km Laufleistung.

Ferrari F50 (1997) 106 mls Foto: Broad Arrow 15 Bilder

Der 1995 auf dem Genfer Autosalon vorgestellte F50 war zwar nicht das erste Straßenauto mit Formel-1-Technik. Doch laut "Road & Track" übertrug bis dahin kaum ein anderes Modell die Grand-Prix-Technik so direkt auf die Straße. Der F50 sei praktisch eine straßentaugliche Version des 333 SP gewesen – des Sportwagens, den Ferrari auf Basis seines Formel-1-Programms von 1990 entwickelt hatte und der mehrere IMSA-GT- und FIA-Meisterschaften gewann. Paul Frère, Sieger der 24 Stunden von Le Mans 1960, schrieb, Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo habe mit dem Auto bei seinem Fahrer "den Eindruck erwecken wollen, einen Grand-Prix-Wagen zu fahren".

Der 4,7-Liter-V12 mit einem Zylinderbankwinkel von 65 Grad stammte von Ferraris 3,5-Liter-Formel-1-Motor ab. Er hat fünf Ventile pro Zylinder, Titanpleuel und Trockensumpfschmierung. Die Leistung betrug 520 PS, das maximale Drehmoment 470 Nm. Wie bei einem Grand-Prix-Wagen war der Graugussblock direkt an der Rückseite der 102 Kilogramm schweren Carbon-Wanne verschraubt und trug die Hinterradaufhängung.

520 PS aus einem V12 mit Formel-1-Wurzeln

Doppelquerlenker mit Pushrod-Betätigung, elektronisch geregelte Dämpfer, Titanradträger, eine Lenkung ohne Servounterstützung und Bremsen von Brembo ohne Bremskraftverstärker unterstrichen die Nähe zum Formel-1-Einsitzer. Anders als Ferraris Formel-1-Wagen, die seit 1989 elektrohydraulische Schaltwippen nutzten, hatte der F50 jedoch ein manuelles Sechsganggetriebe mit offenem Schaltschema. Er sollte der letzte Ferrari-Halo-Wagen mit dieser Schaltung bleiben.

An der Entwicklung und Erprobung waren Jean Alesi, Gerhard Berger, Niki Lauda und Cheftester Dario Benuzzi beteiligt. "Road & Track" maß für den Sprint von 0 auf 97 km/h 3,6 Sekunden; Ferrari gab eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h an. Die Tester beschrieben das Fahrerlebnis so: Während die meisten Exoten nur einen Eindruck vom Rennsport vermittelten, "schlägt der F50 einem seine ganze rohe Intensität ins Gesicht".

349 Exemplare – und nur 171 Kilometer auf diesem

Um eine Wiederholung des F40 zu vermeiden, von dem Ferrari angesichts der stark gestiegenen Nachfrage 1.311 Exemplare gebaut hatte, blieb die Produktion des F50 zwischen 1995 und 1997 auf 349 Fahrzeuge begrenzt. Das hier angebotene Auto mit der Fahrgestellnummer 107165 ist das 334. Exemplar. Es wurde neu über Maranello Sales Ltd. in Egham, Surrey, ausgeliefert; deren Aufkleber befindet sich noch auf der Windschutzscheibe.

Der Wagen ist in Rosso Corsa mit schwarzem Leder und roten Sitzeinsätzen gehalten – der Farbkombination, die am engsten mit dem Modell verbunden ist. In den knapp drei Jahrzehnten seit dem Verlassen des Werks hat er lediglich 171 Kilometer zurückgelegt.

Vom Werk in Maranello über Japan nach Deutschland

Laut den Recherchen des Ferrari-Historikers Marcel Massini begann die Montage der Fahrgestellnummer 107165 am 27. Juni 1997 in Maranello. Fertiggestellt und in Rechnung gestellt wurde der Wagen am 6. August. Im Dezember desselben Jahres ging er an Maranello Concessionaires, den offiziellen Ferrari-Importeur für Großbritannien. Die Werksgarantie begann am 31. Dezember 1997.

Später wurde der F50 nach Japan exportiert. Dort gehörte er viele Jahre zu einer bedeutenden Privatsammlung in Kashiwa in der Präfektur Chiba, nahe Tokio; auch 2008 war er dort noch registriert. Bis 2015 kam er in den Besitz eines prominenten chinesischen Supersportwagensammlers, der seine Autos in Düsseldorf unterbrachte. Im Juni 2015 wurde der Ferrari von Rosso Scuderia gewartet. Eberlein Automobile GmbH in Kassel übernahm weitere Wartungen im März 2021 und im Februar 2025. Zuletzt wurde der Wagen für den Verkauf in die USA importiert.

Erhalten wie am Tag der Auslieferung

Ferrari hatte den F50 für den harten Einsatz gebaut, und bei den meisten erhaltenen Exemplaren seien zumindest Spuren davon zu sehen, heißt es in der Beschreibung. Dieser Wagen dagegen sei seit der Auslieferung verschont geblieben. Lack, Carbon-Innenraum, Leder und Schalter zeigten demnach weder Ausbleichen noch Abnutzung oder Gebrauchsspuren. Er präsentiere sich heute nahezu so, wie am Tag der Übergabe durch Maranello Sales. Zudem erhielt er einen aktuellen Service und eine Ferrari-Classiche-Inspektion bei Ferrari of Newport Beach.

Auch das Werkszubehör ist laut Beschreibung im gleichen Zustand erhalten. Zum Angebot gehören das abnehmbare Hardtop und der originale Transportkoffer, in dem es bei offenem Betrieb als Barchetta untergebracht wird. Ebenfalls vorhanden sind die J.P.-Tod’s-Fahrschuhe und ein dreiteiliger Schedoni-Koffersatz mit Staubschutzhauben, außerdem Werkzeugset, Radschlüssel sowie ein Set mit Sicherungen, Glühlampen und Riemen. Abgerundet wird die Ausstattung durch Abdeckungen für Auto, Sitze und Lenkrad in einer Ferrari-Tasche.

Komplett mit originalem Zubehör

Solche Gegenstände seien im Laufe der Jahre häufig von den Autos getrennt, zwischen Besitzern verloren oder schlicht benutzt worden. Zusammen mit einem F50 mit dieser geringen Laufleistung sei das vollständige Zubehör daher außergewöhnlich.

Der F50 ist längst vom Neuwagen zum gefragten Sammlerstück geworden. Ein Exemplar im Auslieferungszustand zu finden, ist entsprechend selten. Die Fahrgestellnummer 107165 ist laut Beschreibung eine Ausnahme: Sie wurde sorgfältig erhalten und wird mit den originalen Auslieferungsgegenständen angeboten. Ein besser erhaltenes oder vollständigeres Exemplar dürfte schwer zu finden sein.