Fiat 8V Berlinetta (1953) Auktion RM Sotheby's

Fiat für über eine Million zu versteigern

Von diesem Coupé baute Fiat nur 114 Stück. Dieses Exemplar gehörte 52 Jahre lang einem Schweizer, der damit Rennen fuhr. Nun wird das Coupé verkauft. Es soll mehr als eine Million Euro bringen.

Fiat 8V Berlinetta (1953) Foto: Paolo Carlini/RM Sotheby's 14 Bilder

Das Auktionshaus RM Sotheby’s versteigert am 17. September in St. Moritz einen Fiat 8V. Die Berlinetta hatte 1952 während des Genfer Autosalons Premiere, in zwei Jahren wurden nur 114 Exemplare gebaut. Das Exemplar, das nun versteigert wird, stammt aus dem Jahr 1953 und war 52 Jahre in einer Hand. Zuletzt hat es eine mehrere Jahre dauernde Restauration und mehrere Besitzerwechsel hinter sich. Auftritte während der Concours d’Elegances an der italienischen Vila d’Este und während der Classic Days auf Schloss Dyck brachten einen Klassensieg in der Kategorie Coupés.

Fiat 8V Berlinetta (1953) Foto: Paolo Carlini/RM Sotheby's
Der Achtzylinder holt aus zwei Litern Hubraum 110 PS.

Zum Siegen hatte Fiats Cheftechniker den "Otto Vue" auch gebaut – allerdings auf Rennstrecken. Erster Erfolg für Giacosa war, 1951 Fiat-Präsident Vittorio Valletta, vom Bau eines Sportwagens der Zweiliterklasse zu überzeugen. In das Auto kam ein Zweiliter-Achtzylinder mit dem internen Code Tipo 104. Bei einem Leergewicht von unter 1.000 Kilogramm lief der mit einem Viergang-Schaltgetriebe ausgerüstete Wagen 190 km/h. Private Rennfahrer setzten das Auto bei Bergrennen und auf Rundkursen ein.

Erste Serie mit Fiat-Karosserie

Fiat 8V Berlinetta (1953) Foto: Paolo Carlini/RM Sotheby's
Fiat baute den 8V nur zwei Jahre lang.

Die 34 Exemplare der ersten Serie entwarf und fertigte Fiat komplett; diese bekamen eine Karosserie, die Luigi Rapi gestaltet hatte. Die weiteren Exemplare ab Fahrgestellnummer 034 bekamen Karosserien von Ghia, Vignale oder Zagato. Bei Fahrgestellnummer 011 handelt es sich um ein Modell der ersten Serie mit Fiat-Karosserie. Es wurde am 24. April 1953 fertig, von seinem ersten Besitzer aber noch nicht zugelassen. Drei Jahre später kaufte ein Schweizer mit dem Namen Franco Franzi das Auto. Er ließ die Kühlluftversorgung des Motorraums verbessern und setzte den Fiat bei Rennen ein. Während des Grand Prix Suisse de la Montagne Ollon-Villars Course Internationale de Côte erreichte er den zweiten Platz in der Klasse von 1,6 bis 2,0 Liter. Franzi behielt das Auto bis 2008 – also 52 Jahre lang.

Der nächste Besitzer, ein Italiener, ließ den Sportwagen restaurieren: Zwischen November 2011 und 2014 kam die Karosserie vom Rahmen, die Bleche wurden entlackt und anschließend wieder in historisch korrektem Grigio Rosato lackiert. Der Motor wurde komplett neu aufgebaut und die Sitze neu bezogen. Mit frisch verchromten Speichenrädern kam der Otto Vue wieder auf die Straße und wurde noch im Jahr der Fertigstellung auf dem roten Teppich dem Publikum an der Villa d’Este vorgeführt. Im Oktober wurde der Fiat verkauft. Den Concours während der Classic Days auf Schloss Dyck verließ der 8V 2017 mit der Auszeichnung als schönstes Coupé. Den Wert schätzt RM Sotheby’s auf 1,3 bis 1,6 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 1,2 bis 1,48 Millionen Euro.

Fazit

Die Geschichte dieses 8V beeindruckt nicht wegen der kleinen Erfolge bei Rennen und Schönheitswettbewerben, sondern wegen des langen Besitzes: 52 Jahre behielt ein Schweizer das Auto. Der setzte es bei Rennen dafür ein, wofür es gebaut wurde.