Fritz Neusers Autosammlung wird verkauft
Alfa, Ferrari und Lancia unterm Hammer
Die Sammlung des Nürnberger Alfa- und Ferrari-Händlers Fritz Neuser kommt unter den Hammer: Am 15. März 2026 versteigert Artcurial Autos, Motoren und Teile.
02.03.2026
Andreas Of-Allinger
Foto: Michael Orth
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Alfa Romeo GTAm, Baujahr 1970, Schätzpreis: 200.000 bis 300.000 Euro. Dieser GTAm ist einer von 40, die Autodelta gebaut hat. Das Coupé wurde vermutlich von 1972 bis 1974 in Italien bei Rennen eingesetzt. Neuser hat es 2014 gekauft und restauriert.
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Alfa Romeo Giulia 1300 Super, Baujahr 1971, Schätzpreis: 15.000 bis 25.000 Euro. Die stärkere Version der Giulia 1300 mit 89 PS aus dem 1,3-Liter-Vierzylinder. Als Neuwagen in Italien zugelassen, kam die Giulia 2022 nach Deutschland und in die Neuser-Sammlung.
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Alfa Romeo GT 1300 Junior Zagato, Baujahr 1972, Schätzpreis: 45.000 bis 65.000 Euro. Diese leichte und agile Version des Alfa Romeo GT mit der von Ercole Spada gestalteten Karosserie hat Zagato nur 1.108-mal gebaut. Neuser hat das Auto 2002 gekauft und die Technik überholt. Die Räder stammen von Momo.
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Alfa Romeo Auto-Neuser "Breitspider", Baujahr 1987, Schätzpreis: 25.000 bis 35.000 Euro. Auto Neuser bekam 1987 von Alfa Romeo Deutschland 14 weiße Spider zum günstigen Preis. Weil weiße Autos damals schwer verkäuflich waren, machte Neuser daraus eine Sonderserie mit breiter Spur, ATS-Rädern und in Wagenfarbe lackiertem Heckspoiler. So verkauften sich die Autos trotz eines deutlich höheren Preises recht gut. Dieses Exemplar kam 2024 zurück zu Auto Neuser.
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Chevron B19, Baujahr 1971, Schätzpreis: 120.000 bis 180.000 Euro. Dieser Rennwagen mit Rohrrahmen, Fiberglas-Karosserie und Zweilitermotor fuhr zunächst auf der Rundstrecke Rennen und nahm im zweiten leben mit einem BMW-Motor an Interserie- und Bergrennen teil. In den Neunzigerjahren gehörte der Chevorn zur Scuderia Neuser und seit 2008 ist es in der Sammlung von Fritz Neuser.
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De Tomaso Pantera GTS, Baujahr 1973, Schätzpreis: 120.000 bis 160.000 Euro. Dieser De Tomaso Pantera ist nicht nur wegen seines 5,7-Liter-Ford-V8 ein spannendes Auto, denn der Sportwagen erhielt 1990 ein GT5-Kit mit neuen Stoßdämpfern, Bremsen, Rädern und Anbauteilen. Das Interieur ist mit rotem Leder ausgestattet. Auf dem Tacho stehen 91.958 km.
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Ferrari 365 GTB/4 Daytona, Baujahr 1970, Schätzpreis: 500.000 bis 800.000 Euro. Verde Medio heißt die Farbe, in der Ferrari diesen Daytona im April 1970 ausgeliefert hat. Nachdem das Auto Anfang der 2000er bei einem Brand beschädigt wurde, baute ein niederländischer Betrieb die Karosserie aus Aluminium neu auf. In Großbritannien wurde das Auto später schwarz lackiert und fand den Weg 2012 über Eberlein Automobile zu Fritz Neuser. Der ließ den Daytona in Italien restaurieren.
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Ferrari 308 GTB "Vetroresina", Baujahr 1977, Schätzpreis: 130.000 bis 180.000 Euro. Nur die ersten drei Jahre baute Ferrari den 308 mit Fiberglas-Karosserie. Von diesen im Vergleich zu den späteren Stahlversionen 30 kg leichteren "Vetroresina" entstanden nur rund 800 Exemplare. Dieser hier hat ein Ferrari-Classiche-Zertifikat, zwischen 2004 und 2013 flossen rund 61.000 Euro in Restaurierung und Wartung.
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Ferrari 512 BB, Baujahr 1984, Schätzpreis: 220.000 bis 260.000 Euro. BBi, die Abkürzung für Berlinetta Boxer iniezione, ist technisch im ersten Drittel verkehrt, handelt es sich bei dem Fünf-Liter-12-Zylinder doch um einen V-Motor mit 180 Grad Bankwinkel (zwei Pleuel teilen sich einen Hubzapfen) und nicht um einen Boxer (ein Pleuel je Hubzapfen). Viel wichtiger ist jedoch, dass der Testarossa-Vorgänger so schnell und schön ist, wie es sich für einen Ferrari gehört.
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Fiat Abarth 2200 Allemano Spider, Baujahr 1959, Schätzpreis: 80.000 bis 140.000 Euro. Eine Rarität auf Basis des Fiat 2100. Michelotti hat die Karosserie gestaltet, Allemano hat sie gebaut und Abarth hat aus dem 2,2-Liter-Reihensechszylinder 135 PS herausgekitzelt. Weniger als 30 Coupé und Spider wurden gebaut, nur frühe Exemplare haben die Doppelscheinwerfer.
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Goggomobil TS 250 Coupé, Baujahr 1968, Schätzpreis: 8.000 bis 14.000 Euro. Fritz Neuser begann seine Karriere im Autohandel mit der Marke Glas. Dieses Goggomobil, das er 1968 als Neuwagen verkauft hat, wurde später Teil seiner Sammlung.
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Lancia Fulvia 1.3 Sport, Baujahr 1971, Schätzpreis: 15.000 bis 25.000 Euro. Mit V4-Motor und Frontantrieb ist die Lancia Fulvia ein technisch interessantes Auto, als Coupé noch dazu hübsch und dank des geringen Gewichts vergnüglich zu fahren. Dieses Exemplar wurde in Italien erstmals zugelassen, gelangte später über die Schweiz nach Deutschland und 2021 in Neusers Sammlung - mit 25.120 km auf dem fünfstelligen Tacho.
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Porsche 911 S 2.7, Baujahr 1974, Schätzpreis: 70.000 bis 110.000 Euro. Ein Porsche 911 gehört ebenfalls zu Fritz Neusers Sammlung. Dieses grandprixweiße US-Modell kam 2011 nach Deutschland, wurde restauriert, erhielt einen rund 240 PS starken Dreilitermotor sowie Entenbürzel und Carrera-Schriftzug im Stil des 2.7 RS.
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Sbarro Brescia Spider, Baujahr 1979, Schätzpreis: 150.000 bis 250.000 Euro. Der Schweizer Designer Franco Sbarro baute diese Studie mit Polyesterkarosserie im Look eines Maserati 300 S auf Basis eines Fiat 124. Fritz Neuser baute später einen 2,5-Liter-Reihensechszylinder von BMW ein - mit der Billigung von Franco Sbarro.
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Sbarro Alcador Roadster, Baujahr 1995, Schätzpreis: 200.000 bis 400.000 Euro. Hätten Sie gedacht, dass unter dieser Hülle die Technik eines Ferrari Testarossa steckt? Sbarro stellte die Studie 1995 auf dem Genfer Autosalon aus. Es soll drei Stück geben, dieses hier kaufte Neuser 2005, es hat eine Straßenzulassung.
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Sbarro Alcador GTB, Baujahr 2009, Schätzpreis: 180.000 bis 260.000 Euro. Sbarro baute vier Exemplare auf Basis des Ferrari 360 Modena, die Studie hatte auf dem Genfer Autosalon 2009 Premiere. Das ursprünglich blau lackierte Auto wurde später in Rot umlackiert und gehört seit 2023 zu Neusers Sammlung.
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Fritz Neuser, am 14. April 1932 in Nürnberg geboren, hatte mehrere Karrieren: Von 1948 bis 1957 einer der besten deutschen Radsport-Amateure, später Goggomobil-Verkäufer und dann Händler von Luxusautos. Gelernt hat Neuser Radiotechnik, später macht eine Ausbildung zum Autoverkäufer. Sein erstes Geschäft an der Nürnberger Maxtormauer ist nicht viel größer als eine Doppelgarage.
Autohändler und Rennteam-Betreiber
Neuser hat Erfolg, wird Vertragshändler von British-Leyland, Alfa Romeo und Ferrari. Medien schreiben über ihn als "ungekrönten König der Luxusautos" oder nennen ihn kurz und knackig "Ferrari-Fritz". Der Autohändler unterhält ein Rennteam, Bernd Hahne, Jürgen Zerha und Anton Fischhaber fahren für die Scuderia Neuser Titel ein, schaffen es auf der Rundstrecke und am Berg über 50-mal aufs Podium.
Über Jahrzehnte baut sich Neuser einen Ruf als einen der führenden Alfa- und Ferrari-Händler in der Bundesrepublik auf, knüpft Kontakte zu Herstellern und Prominenten. Seine persönliche Sammlung umfasst 41 spezielle Klassiker, darunter 21 Ferrari, sowie Hunderte Ersatzeile. Auch Motoren gehören dazu, vom Doppelnockenwellen-Vierzylinder eines Alfa Romeo GTA über den V6 eines Dino 246 bis zum V12 eines Lamborghini Espada. Einige historische Rennräder, teilweise von Neuser gefahren, kommen ebenfalls unter den Hammer.
30 Autos, vom Goggo bis zum Ferrari
Unter den Autos sind einige Raritäten: Ein Alfa Romeo GTAm, von dem es nur 40 Stück gibt, ein Ferrari Daytona in Piniengrün oder ein Abarth 2200 Allemano Spider. Doch zur Neuser-Sammlung gehören auch andere Exoten, wie etwa von Sbarro.
Selbst vermeintlich alltägliche Klassiker wie eine Alfa Romeo Giulia oder eine Lancia Fulvia bestechen durch ihre Historie oder ihren Zustand. Ein ganz besonderes Auto kommt ebenfalls unter den Hammer: Ein Goggomobil, das Neuser 1961 als eines der letzten verkauft hat und vor einigen Jahren seinen Weg zu ihm zurückgefunden hat.
Insgesamt kommen 333 Lots zur Versteigerung, darunter sind 30 Autos. Alle Autos werden ohne Mindestpreis versteigert. Die Auktion findet am 15. März 2026 in Paris statt.