Mercedes-Auktion in Österreich
S-Klasse-Sammlung zu verkaufen
Am 7. November 2026 kommt die wohl größte private S-Klasse-Sammlung Europas unter den Hammer. Es ist wohl auch die bunteste S-Klasse-Sammlung, die es gibt.
05.10.2026 Andreas Of-Allinger
Foto: Humer & Granner
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Hannes Daxecker ging beim Aufbau seiner Mercedes-Sammlung systematisch vor: Eine dokumentierte Historie, eine besondere Farbkombination und eine S-Klasse sollte es sein. Gut, beim Modell machte der Unternehmer aus Feldkirchen Ausnahmen, aber die "Sonderklasse" hat es ihm besonders angetan, seit sein Vater einen W 116 besaß. "Das war für mich ein Wow-Effekt", sagt Daxecker über seine frühe Prägung. Auch seine Statur spielt eine Rolle: "Mit 1,91 passt man nicht mehr in jeden Sportwagen", so der Sammler.
Mercedes W 116: Die erste S-Klasse
Der W 116 mit den doppelten Chromstoßstangen war die erste S-Klasse, die Mercedes offiziell so nannte. Die S-Klasse in der Einfahrt war ab dem Start der Modellreihe 1972 ein Zeichen für Wohlstand und beruflichen Erfolg. "Wer so ein Auto fuhr, der hatte es geschafft", so Daxecker. Sicherheit stand bei der Entwicklung des Modells ganz oben auf der Agenda der Entwickler: gepolsterte Flächen im Innenraum, eine im C 111 erprobte Doppelquerlenker-Vorderachse mit Lenkrollradius 0, das erste Bosch-ABS, gut sichtbare Leuchten mit der markanten Riffeloptik.
Ein Auto in auffälligen Farben ist im Verkehr besonders gut sichtbar. Ein Aspekt, der für Daxecker ebenfalls eine Rolle spielt. Silber, Schwarz und Grau erscheinen dem Sammler zu langweilig. Er suchte besondere Farben. So ist sein 450 SEL 6.9 citrusgrün (874), ein 350 SE byzanzgold (422) und ein 280 SE Ikonengold Metallic (419). Er legte Wert darauf, von jeder Version ein Modell zu besitzen; seiner 116er-Sammlung fehlt tatsächlich nur ein 280 S. Dafür besitzt er mit einem 280 SEL eine besonders seltene Version der Modellreihe – in 737 Classicweiß. Erstbesitzer war das Zweite Deutschen Fernsehen (ZDF).
W 126: Apricot, Petrol, Signalrot
Eine S-Klasse in 568 Signalrot? Besitzt Daxecker gleich zweimal: Einen 500 SE der ersten Serie und einen 260 SE nach der Modellpflege. Der schrillste W 126 in der Sonderklasse-Sammlung: Ein 280 SE in 482 Apricotorange. Es ist ein Erstserienmodell mit Kunststoff-Radkappen und Stoff Brasil und guter Ausstattung. Ebenfalls aus der ersten Serie stammt ein 380 SEC in 877 Petrol Metallic. Dieser zeitgeistige Türkiston war recht selten auf W 123 und W 126 zu finden. Die Farbwelt der 80er in Daxeckers Sammlung reicht von 441 Impala Metallic über 261 Nelkengrün bis zum 560 SEC in der 300-PS-ECE-Version in gediegenen 702 Rauchsilber Metallic – gewagt mit Velours Mittelrot kombiniert.
Der Wilfert-Wagen
Zur Sammlung gehören auch die Spitzenmodelle 600 und Maybach 62. Doch der absolute Exot ist der "Wilfert-Wagen". Dieser 300 SE 6.3 entstand 1968 auf Basis eines W 109 mit kurzer Karosserie und 6,3-Liter-V8-Motor. Teile wie die geriffelten Rückleuchten, gepolsterte Türverkleidungen und das Sicherheitslenkrad nehmen Elemente des Nachfolgemodells W 116 vorweg. Das Auto lief im Versuch und war der Dienstwagen des Pkw-Entwicklungschefs Karl Wilfert. Durch Zufälle wurde die Limousine nicht verschrottet, sondern gelangte in Privatbesitz und am Ende in die Sammlung Daxeckers.
Informationen zur Auktion
Das Auktionshaus Humer & Granner versteigert die "Sammlung Sonderklasse" mit 83 Automobilen und 50 Motorrädern am Samstag, 7. November 2026 in 4101 Feldkirchen an der Donau (Österreich). Die Auktion beginnt um 14 Uhr. Fahrzeugbesichtigungen sind von Donnerstag bis Samstag möglich. Gebote können schriftlich, am Telefon, online oder vor Ort abgegeben werden.
Die Automobilia aus den beiden Hallen, die Daxecker in den vergangenen Jahren gefüllt hat, kommen am Freitag und Samstag, 6./7. November 2026 bei einer Auktion von Ni-Cola unter den Hammer.