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Auktion „Handle with fun“ RM Sotheby’s

Badewanne mit Zweitakter für 5.000 Euro

Ein Jeep ohne Allrad, ein Dreirad ohne Dach und andere Kuriositäten hat RM Sotheby's bei der Auktion "Handle with fun" versteigert. Wir zeigen eine Auswahl der versteigerten Autos und die erzielten Ergebnisse.

Zoe Zipper (1984) Foto: RM Sotheby's 22 Bilder

"Handle with fun" nennt RM Sotheby’s eine Auktion, die vom 5. bis 13. Mai online stattfand. Versteigert wurden 342 Objekte vom Kaugummiautomaten bis zum Schulbus. Unter den 27 motorisierten Losen sind kuriose, seltene und praktische Fahrzeuge mit zwei, drei und vier Rädern. Die meisten Objekte befinden sich in Madison, Georgia. Bieter mussten also neben dem üblichen Aufschlag fürs Auktionshaus auch die Transportkosten bedenken.

Zoe Zipper

Zoe Zipper (1984) Foto: RM Sotheby's

Abgesehen von den Motorrädern ist das kleinste fahrende Objekt auch das skurrilste: Der Zoe Zipper von 1984 sieht aus wie das Ergebnis einer Affäre zwischen einer Zinkbadewanne für Kinder und einem halbfertigen Küchengerät, ist aber tatsächlich ein Dreirad mit einem Honda-Motor. Der Einsitzer kommt mit einer Gallone Sprit 100 Meilen weit und erreicht 45 mph. Das entspricht 72 km/h. Der 50-Kubikzentimeter-Zweitakter sei eine Zukunftsvision der 80er-Jahre gewesen, erklärt RM Sotheby’s. Nun, es kam offenbar anders. Auch das Auktionsergebni fiel anders aus als erhofft: Statt des Schätzpreises von 10.000 bis 15.000 US-Dollar war das Dreirad dem Höchstbietenden 6.000 US-Dollar wert. Umgerechnet sind das 4.950 Euro.

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Subaru Sambar "Microbus"

Subaru Sambar VW Microbus (1994) Foto: RM Sotheby's

Sie finden den VW Achtsitzer "Sondermodell" toll, er ist ihnen aber gleichzeitig zu alt, zu teuer und zu groß für den Stadtverkehr von heute? Subaru hatte da mal was: Den Sambar "VW Microbus" von 1994. Dieser hier hat sogar ein VW-Logo an der Front, eine Zweifarbenlackierung in Grau-Weiß und Chromringe um die Scheinwerfer. Als "Kei Car" macht er sich schön schmal und für die Stadt ist der 660-Kubik-Vierzylinder mit einem Automatikgetriebe kombiniert. Nicht nur dieses Komfortfeature hat die Fälschung dem Original voraus: grün getönte Scheiben, Klimaanlage und CD-Radio hatte der Samba aus Hannover nicht an Bord. So originell er auch ist: Versteigert wurde der Sambar nicht. Gut möglich, dass er von der Auktion zurückgezogen wurde, auch das kommt vor.

VW Typ 2 Westfalia

VW T2 Westfalia Camper (1962) Foto: RM Sotheby's

Wer einen originalen VW T2 sucht, kann bei dieser Auktion einen Westfalia Camper finden. Der grün-hellgrün lackierte Camper mit Dachklappe steht in Gardena, Kalifornien. Laut Auktionshaus handelt es sich um ein rostfreies, unrestauriertes Exemplar. Ein Dachträger ist ebenso dabei wie zeitgenössische Accessoires. Der Wohnraum ist mit einer seitlichen Sitzbank und einem Einzelsitz zwischen großen Schränken ausgestattet. Mit 62.000 US-Dollar, umgerechnet 51.170 Euro, hat der Camper den Schätzpreis von 85.000 bis 100.000 US-Dollar nicht erreicht.

Willys Jeep Station Wagon Camper

Willy's Jeep Station Wagon Camper (1948) Foto: RM Sotheby's

Ebenfalls in Kalifornien steht ein Camper auf Jeep-Basis. Anders als von der Marke zu erwarten wäre, hat der Station Wagon jedoch keinen Allradantrieb: Der Vierzylinder treibt über ein Dreigang-Schaltgetriebe die Hinterräder an. Restaurierung und Lackierung sind laut Beschreibung schon etwas älter. Außer dem Dachzelt, das über eine seitliche Leiter betreten wird, gehören zeitgenössische Accessoires zum Auto. Ein Mindestpreis ist nicht festgelegt, was auch bei den anderen Objekten dieser Auktion so ist. Deshalb wurde der Jeep verkauft, obwohl das Höchstgebot gerade mal die Hälfte des Schätzpreises erreichte: 23.000 US-Dollar, umgerechnet 18.990 Euro, brachte der Camper ein. Erwartet worden waren zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar.

Renault 4CV Jolly by Ghia

Renault 4CV Jolly (1961) Foto: RM Sotheby's

Der im Renault-Werk Billancourt hergestellte 4CV motorisierte Nachkriegs-Frankreich und bekam in Deutschland den Spitznamen "Cremeschnittchen" – wegen der beigen Lackierung. Etwa 50 4CV baute Karosserieschneider Ghia zu Cabrios um: mit einem Stoffdach ähnlich einer Hollywoodschaukel und Sitzen aus Korbgeflecht wurde das französische Alltagsauto zum leichtlebigen Strandauto. Etwa 20 Jolly auf 4CV-Basis sollen überlebt haben, dieser hier brachte bei der Online-Auktion 73.000 US-Dollar ein. Das entspricht umgerechnet etwa 60.240 Euro. Der Schätzpreis hatte bei 80.000 bis 100.000 Dollar gelegen.

Geo Metro Cabriolet

Geo Metro Convertible (1992) Foto: RM Sotheby's

Auf Youtube gibt es ein Video zum Geo Metro Convertible, das als erstes Argument für den offenen Kleinwagen den Preis nennt: Für 9.740 US-Dollar war es 1991 das billigste Cabrio auf dem amerikanischen Markt. Dafür gab es einen Einliter-Vierzylinder mit 55 PS, der für seine Sparsamkeit gelobt und für seine spürbaren Vibrationen gescholten wurde. Übrigens: Chevrolet und Suzuki vermarkteten unter der Marke Geo einen Kleinwagen aus einer gemeinsamen Kooperation. Die Basis dieses Kleinwagens ist als Suzuki Swift bekannt und das Cabrio brachte ein Mainzer Händler als Grauimport nach Deutschland. Werstabil ist das einst günstigste Cabrio auf dem US-Mark übrigens auch: Der Metro ging für 4.000 US-Dollar weg. Das entspricht 3.300 Euro. Warum der Schätzpreis bei 10.000 bis 15.000 US-Dollar lag, ist jedoch rätselhaft.

Fazit

Was diese Autos eint? Sie sind echte Typen und eher für die heiteren Seiten des Lebens da. Ernst ist das Leben schließlich oft genug.