Ab ins Museum

Trabant-Prototyp mit KKM 400 taucht wieder auf

In Zwickau stand schon 1966 ein Trabant-Prototyp mit Wankelmotor und großer Heckklappe. Der NSU Ro 80 brachte die gleiche Grundidee später in die Großserie – technisch aber in einer anderen Liga.

Trabant P 602 V (1966) Wankel Foto: August Horch Museum Zwickau

Der Trabant P 601 war das Symbolauto der DDR und lief von Juli 1964 bis Juli 1990 in Zwickau vom Band. Geplante Modernisierungen scheiterten immer wieder. Trotzdem gab es abseits der Serie ein ungewöhnliches Entwicklungsprogramm.

Zwei Jahre nach Produktionsstart stieg die DDR in einen Forschungspool mit NSU ein und arbeitete am Wankelmotor. Der Wankelmotor heißt korrekt Kreiskolbenmotor, weil ein dreieckiger Rotor in einem ovalen Gehäuse rotiert. Entwickelt wurde an mehreren Standorten: Karl-Marx-Stadt, Zwickau und Zschopau.

Beim NSU Ro 80 steht der Wankel als Technikidee für die westdeutsche Industrie.

Der Trabi mit KKM 400

Relativ schnell entstand ein konkreter Einsatzzweck: ein Trabant-Prototyp mit längerem Radstand, großer Heckklappe und Tank im Heck. Unter der Duroplast-Haube arbeitete ein KKM 400. KKM steht für Kreiskolbenmotor, die "400" beschreibt den Hubraum von 400 Kubikzentimetern.

Der Prototyp wurde später wieder zurückgerüstet und verkauft. Damit blieb der Trabant Wankel ein Versuchsträger und kein Schritt in eine Serienfertigung. Das passt zur grundsätzlichen Situation: Modernisierungen waren zwar geplant, kamen aber nicht durch.

Rückkehr ins Museum

2023 wurde der ehemalige Versuchsträger entdeckt und wieder auf den Stand von 1966 gebracht. Die Rekonstruktion stützte sich auf alte Schwarz-Weiß-Bilder, Material aus dem Staatsarchiv Chemnitz und auf Zeitzeugen. Die Arbeiten dauerten drei Jahre.

Ab dem 1. Oktober 2026 ist der Wankel-Trabant in einer Sonderausstellung des August Horch Museums in Zwickau zu sehen. Dort steht er zusammen mit "Felix", einem weiteren Trabant mit Kreiskolbenmotor aus den Beständen des Clubs Intertrab e. V. Die Sonderschau läuft bis zum 27. Juni 2027.

Für Interessierte in Deutschland ist das vor allem eine seltene Chance, DDR-Industriegeschichte als Original zu sehen. Der Blick aufs Auto zeigt weniger "Daten", sondern die Idee dahinter: ein kompakter Alltagswagen mit unkonventionellem Antrieb und neuer Karosserielösung. Und er zeigt, wie nah sich Ost und West bei der Technikfrage Wankel zumindest zeitweise kamen.