Nick Mason verkauft seinen McLaren F1 GTR

Dieser McLaren F1 könnte 35 Millionen kosten

Der McLaren F1 des Pink-Floyd-Drummers Nick Mason wird in Monterey versteigert. RM Sotheby's erwartet einen Rekordpreis.

McLaren F1 GTR (1996) Nick Mason Foto: Alex Penfold/RM Sotheby's 14 Bilder

Das Auktionshaus RM Sotheby's versteigert im Rahmen einer Auktion während der Monterey Car Week einen McLaren F1 GTR von 1996 mit der Chassis-Nummer 10R. Das Fahrzeug, seit 1999 im Besitz des Pink-Floyd-Schlagzeugers Nick Mason, hat einen Schätzwert von über 35 Millionen US-Dollar, umgerechnet 30,6 Millionen Euro. Wird der Schätzpreis erzielt, wäre dies ein neuer Auktionsrekord für dieses Modell und es wäre eines der zehn teuersten Auktionsautos der Welt.

Warum ist der McLaren F1 so teuer?

Der McLaren F1 GTR leitete seinen Ruf vom Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1995 ab. Gordon Murray, der Schöpfer des F1, bezeichnete diesen Erfolg als schwieriger zu erreichen als "aufeinanderfolgende Formel-1-Weltmeisterschaften zu gewinnen".

Der McLaren F1 GTR gilt laut RM Sotheby's als der "letzte Le-Mans-Gesamtsieger, der direkt von einem GT-Hypercar abgeleitet wurde". Chassis 10R vereint dabei mehrere Alleinstellungsmerkmale: Es ist einer von nur zwei "Short-Tail"-Prototypen neben dem Le-Mans-Siegerfahrzeug von 1995 (Chassis 01R), das erste Fahrzeug der schnellsten GTR-Spezifikation und das einzige Exemplar in Werkslackierung.

Für die Saison 1996 entwickelte McLaren das Fahrzeug weiter, um gegen neue Konkurrenten wie den Porsche 911 GT1 bestehen zu können. Das Ergebnis war der F1 GTR 1996, der durch aerodynamische Anpassungen und eine Gewichtseinsparung von 38 Kilogramm zur schnellsten Variante der gesamten GTR-Baureihe wurde.

Das ist Chassis 10R

Chassis 10R baute McLaren im Dezember 1995 als erstes von neun Exemplaren der 1996er-Spezifikation. Zunächst war das Auto als Prototyp und Promotionsfahrzeug für McLaren im Einsatz. Es ist der einzige F1 GTR, in der scharlachroten Werkslackierung mit dem gelben Schriftzug "96 GTR". Diese Lackierung wird in der Auktionsbeschreibung als von der "Pop-Art der 1990er-Jahre beeinflusst" charakterisiert und mache das Fahrzeug zum "erkennbarsten aller McLaren F1s".

Das Fahrzeug nahm im April 1996 an offiziellen Tests für die 24 Stunden von Le Mans teil. Unter der Leitung des Vorjahressieger-Teams Kokusai Kaihatsu Racing und mit Werksfahrer David Brabham am Steuer qualifizierte sich der Wagen auf dem achten Platz in seiner Klasse. Am Hauptrennen nahm jedoch das Schwesterauto mit der Chassis-Nummer 11R teil.

Es handelt sich um den einzigen F1 GTR in einer von McLaren selbst entworfenen Lackierung und einen von nur zwei Prototypen des sogenannten "Short-Tail"-Modells.

Nick Mason kaufte das Auto 1999 von McLaren

Nach seiner Zeit als Werkswagen verkaufte McLaren Chassis 10R 1999 direkt an Nick Mason, der seither der einzige private Besitzer ist. Das Fahrzeug wurde von McLaren für den Straßenverkehr umgerüstet und erhielt die britische Zulassung "K40 MCL". Weitere Arbeiten und die fortlaufende Wartung erledigte Lanzante Limited, das Unternehmen von Paul Lanzante, der 1995 Teamchef des Le-Mans-Siegerteams war.

Laut Auktionsbeschreibung verfolgte Mason eine "Politik des offenen Scheckbuchs" bei der Instandhaltung. Nach zwei Unfällen – ein Journalist flog 2009 mit dem Auto ab und Mason landete in Goodwood 2017 in einem Reifenstapel – wurde das Fahrzeug jeweils von Dean Lanzante, dem Sohn von Paul Lanzante, ohne Rücksicht auf die Kosten wiederhergestellt. Zudem liegt ein aktueller Inspektionsbericht von Lanzante Limited vor.

Die Verbindung des Fahrzeugs zu Pink-Floyd-Drummer und Autosammler Nick Mason wird in der Beschreibung nicht als Zufall, sondern als "kulturelle Logik" bezeichnet. Sie vereine "zwei Säulen des außergewöhnlichen kreativen Erbes Großbritanniens in einem einzigen Objekt". Das Fahrzeug wird daher als "wahres Artefakt des britischen Erbes" eingestuft.