Glöckler Porsche 356 Carrera 1500 Coupé (1954)

Ganz anders, aber ein Original

Die Geschichte dieses einzigartigen Porscheauf Basis eines 356 ist etwas unglücklich; sie steht dennoch für Ehrgeiz und Erfindungsreichtum.

Glöckler Porsche 356 Carrera 1500 Coupe (1954) Foto: Dirk de Jager/RM Sotheby's 16 Bilder

Walter Glöckler, ein Autohändler und ehemaliger Motorradrennfahrer, hatte Ende der 1940er begonnen, Autos für Rennen zu bauen. Schnell kam er auf Porsche, konstruierte auf Basis des 356 Einzelstücke für Renneinsätze. Porsche selbst hatte zumindest in der Anfangszeit keinen eigenen Karosseriebau, sondern ließ seine Karosserien bei Reutter fertigen. Manche Konstrukteure bestellten bei Porsche ein Chassis und bauten selbst eine Karosserie – so wie Glöckler.

Auf Funktionalität geachtet

Glöckler Porsche 356 Carrera 1500 Coupe (1954) Foto: Dirk de Jager/RM Sotheby's
Vor allem das Heck unterscheidet sich vom Serien-356.

Der kaufte 1954 ein Pre-A-Chassis mit der Nummer 12213, das im Werk als "Reserve" bereitgehalten worden war. Als Motor nutzt er einen Fuhrmann-Vierzylinder. Die Karosserie gestaltete er mit hohen Kotflügeln vorn und hinten. Die Türausschnitte reichten bis ins Dach, um den Einstieg mit Helm zu erleichtern, und die Heckscheibe ums Eck, um die Sicht zu verbessern. So sah der Glöckler aus wie kein anderer Porsche.

Glöcklers Plan, ein Auto für die Mille Miglia zu bauen, ging jedoch nicht auf: Er wurde nicht rechtzeitig fertig und verpasste so buchstäblich den Start. Stattdessen setzte der sein Auto bei der Lége-Rom-Liége ein. Mit wenig Fortüne: Probleme mit der Ölversorgung machten dem Team um Glöcklers Cousin Helm und Max Nathan Probleme. Was sie nicht gehindert haben soll, die Ziellinie zu erreichen.

Erst 2005 restauriert

Glöckler Porsche 356 Carrera 1500 Coupe (1954) Foto: Dirk de Jager/RM Sotheby's
Der Tauschmotor stammt aus einem 550 Spyder.

Der Rennwagen ging zunächst zurück zu Porsche. Anschließend wurde das Auto in die USA verkauft. Dort blieb es, bis 1993 ein Lufthansa-Mitarbeiter den Glöckler-356 entdeckte und nach erfolgreichen Verhandlungen zurück nach Deutschland brachte. Restauriert wurde das Auto jedoch erst 2005. Der originale Motor war zu jener Zeit längst verloren gegangen, stattdessen steckte ein Viernockenwellen-Vierzylinder aus einem 550 Spyder im Motorenabteil. Inzwischen steht der Sportwagen komplett, restauriert und mit allen Papieren ausgestattet, zum Verkauf. RM Sotheby’s versteigert ihn während der Monterey-Auktion am 13./14. August. Ein Schätzwert steht noch nicht fest.

Fazit

Mit dem Glöckler-36 versteigert RM Sotheby’s einen seltenen Porsche aus der Aufbruchszeit Anfang der 1950er-Jahre. Der Sportwagen mit eigenwilliger Aluminium-Karosserie steht für den sportlichen Ehrgeiz eines Autohändlers und einer Sportwagenfirma, die damals noch ganz jung und klein war.