Porsche 914/6 R von 1970 bei Arizona-Auktion
Warum kostet der eine Million?
RM Sotheby's versteigert in Arizona einen 914 für viel Geld. Die Rennversion hat eine besondere Geschichte und soll rund eine Million Dollar kosten.
23.01.2026 Andreas Of-Allinger
Foto: Josh Bryan/RM Sotheby's
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Porsche 914 mit Sechszylindermotor sind selten und schon lange teuer: Nur 3.353 Exemplare liefen in Zuffenhausen vom Band. Rund 70.000 Euro ist laut Classic-Analytics ein 914/6 heute in gutem Zustand wert. Nur zur Einordnung: ein Porsche 911 T mit dem gleichen, 110 PS starken Sechszylindermotor kostet rund 80.000 Euro, also nur etwa 10.000 Euro mehr.
Schätzpreis: rund eine Million Dollar
Extrem wertvoll sind die Rennversionen: Ein 914/6 R ist super-selten und deshalb richtig teuer. Für ein Exemplar, das RM Sotheby's am 23. Januar 2026 in Arizona versteigert, ist der Schätzpreis im Vorfeld der Auktion auf 900.000 bis 1,1 Millionen US-Dollar (750.000 bis 950.000 Euro) festgelegt worden.
Den hohen Preis rechtfertigt das Auktionshaus mit der besonderen Geschichte des raren Renners. Es soll sich um den ersten 914/6 R handeln, den das Werk nach einem Prototyp gebaut hat. Demnach fuhr Vic Elford das Auto 1970 bei Tests für die Targa Florio. Vic Elford hatte das Rennen 1968 gewonnen. Die zahlreichen Rennerfolge bei der Targa Florio führten unter anderem dazu, dass Porsche den 911 mit abnehmbaren Dach Targa taufte – der Begriff war positiv besetzt.
Ehemaliger Porsche-Testwagen
Zurück zum 914: Das mit einem Zweilitermotor ausgerüstete Auto nutzte Porsche für weitere Testfahrten mit diversen Motoren, wie etwa einem Zweiliter-Sechszylinder in 906-Konfiguration. In dieser Zeit sollen sechs Löcher in die Heckblende gebohrt worden sein, um Hitze aus dem Kofferraum abzuleiten, der sich direkt hinter dem Abteil des luftgekühlten Mittelmotors befindet.
Ohne Motor wurde der 914/6 schließlich in die USA verschifft und über Jo Hoppen an Peter Gregg und das Brumos-Rennteam in Florida geliefert. Dort diente es als Reserveauto, fuhr aber auch ein 3-Stunden-Rennen in Bridgehampton und erreichte dort den dritten Platz. Die weitere Geschichte des Autos ist nicht ganz sicher geklärt. Vermutlich nahm der Porsche 1972 an weiteren Rennen teil. Eine Zeitlang stand der 914/6 bei dem bekannten Porsche-Importeur Vasek Polak in Südkalifornien, vermutlich ohne Motor und Getriebe. Ein späterer Besitzer fuhr damit Autocross in der Bay Area. Mitte der 1970er-Jahre soll das Chassis für längere Zeit eingelagert worden sein.
Erst 2010 bekam ein Mann mit dem Namen Llew Kinst Wind von dem eingelagerten Porsche und fuhr zur Besichtigung nach Sunnyvale in Kalifornien. Beim Öffnen der Tür fiel ihm die Projektnummer 914/39 auf. Weitere Hinweise gaben die sechs Löcher in der Heckblende und die immer noch vorhandenen Scheel-Sitze sowie die minimalistischen Türverkleidungen. Ein Partner von Kinst begann mit der Restaurierung des Autos und verkaufte es an den jetzigen Besitzer weiter. Der vollendete das begonnene Werk. Der 914 erhielt wie damasls bei den Testfahrten einen Zweiliter-Sechszylinder in 906-Spezifikation. Das fertige Auto hatte bei der Rennsport Reunion am 7. Oktober 2023 seinen ersten öffentlichen Auftritt.