Porsche 911 (964) Cabrio Werks-Turbolook (1992)

Fast eine halbe Million für Maradonas Porsche

Mit diesem Porsche 911 fuhr Diego Maradona viel zu schnell über eine rote Ampel. Jetzt wurde das Cabrio im Werksturbolook zu einem extrem hohen Preis verkauft.

Porsche 911 (964) Cabrio Werks-Turbolook Ex Diego Maradona (1993) Foto: Bonhams 13 Bilder

"Die Hand Gottes" hatte in späteren Jahren nicht nur ein lockeres Verhältnis zu Drogen, sondern auch einen schweren Gasfuß: Diego Maradona fuhr während seiner Sevilla-Zeit mit 180 km/h über eine rote Ampel in der Innenstadt. Das Tatfahrzeug, ein Porsche 911 Cabrio, steht nun zum Verkauf. Maradona hatte den 964 neu gekauft und war damit öfter zum Training gefahren.

Maradonas Turbolook-Cabrio

Porsche 911 (964) Cabrio Werks-Turbolook Ex Diego Maradona (1993) Foto: Bonhams

Maradona hatte sein 964 Cabriolet im Werks-Turbolook bestellt – eine Version, die nur 720-mal gebaut wurde. Im November 1992 wurde das Auto ausgeliefert. Am 25. September 1993 gab er ihn wieder ab. In einem knappen Jahr war der Porsche 7.500 Kilometer gelaufen. Insgesamt wechselte das Cabrio zwei Mal das Land und fünf Mal den Besitzer. Heute steht der Tacho bei 122.762 Kilometern. Das Scheckheft ist regelmäßig gestempelt, die Historie belegt. Lackierung und Dichtungsgummis wurden 2016 erneuert. Der letzte Service wurde laut Auktionshaus Bonhams erst kürzlich vom Porsche Zentrum Bonn erledigt.

Porsche hatte das Carrera 2 Cabrio im Turbolook 1992 und 1993 gebaut und beließ es nicht bei der breiteren Spur: auch Bremsanlage und Fahrwerk stammen vom 911 Turbo. Die hintere Spur – und damit auch die Karosserie – ist 12 Zentimeter breiter. Die Räder sind größer als bei den Carrera-Modellen- 17 statt 16 Zoll Durchmesser – und die Ausstattung besser: Ganzlederausstattung, elektrisch einstellbare und beheizbare Sitze, Klimaanlage, Radio und Bordcomputer waren serienmäßig. Der Preis dafür war happig: 173.870 Mark kostete ein WTL-Cabrio. Für ein Carrera 2 Cabrio lag der Preis bei 118.000 Mark. Schmale und breite Porsche 964 finden Sie im Marktplatz von Motor Klassik.

Rekordpreis: verkauft für 483.000 Euro

Porsche 911 (964) Cabrio Werks-Turbolook Ex Diego Maradona (1993) Foto: Bonhams

Ein Porsche 911 Cabrio mit rund 120.000 Kilometern im seltenen Werksturbolook – und dann noch aus prominentem Vorbesitz – das wird sechsstellig. Classic Analytics notiert ein Carrera 2 Cabrio WTL in gepflegtem Zustand (2) bei 92.000 Euro. Ohne den Werksturbolook kostet ein Carrera 2 Cabrio aus dem gleichen Baujahr etwa 60.000 Euro. Der Aufschlag für die seltene Variante mit breiter hinterer Spur und Turbo-Bremsanlage fällt also erheblich aus. Bonhams hatte den Schätzwert noch einmal deutlich höher angesetzt: 150.000 bis 200.000 Euro sollte Diego Maradonas Porsche bringen. Versteigert wurde er online am 10. März 2021 während der Auktion "Les Grand Marques du Monde à Paris". Der Schätzwert wurde dabei weit übertroffen: Bei 483.000 Euro inklusive Gebühren erhielt ein Bieter den Zuschlag. Damit dürfte Maradonas 911 das teuerste 964 Cabrio der Welt sein.

Fazit

Porsche 911 im Werksturbolook sind teuer, gesucht – und Geschmackssache. Typisch Porsche ist allerdings, dass in den breiten Backen auch technische Substanz steckt. Wer den Macholook haben möchte, zahlt kräftig drauf. Das war damals sicher kein Problem für Maradona, der in Sevilla viel Geld verdient hat. Die Prognose von Bonhams, dass Maradona als Erstbesitzer den Wert dieses seltenen Porsche verdoppelt, traf nicht ein – der Wert lag fünf Mal so hoch. So teuer ist noch nie ein 964 Cabrio versteigert worden.