Porsche Arova 212 Skibob (1970)

Pisten-Porsche für den 911-Kofferraum

Diesen Skibob hat Porsche 1970 an Kunden verkauft. Zerlegt passt er in den Kofferraum eines 911. Ein Erfolg war der teure und schwere Bob nicht, heute ist er ein Sammlerstück.

Porsche Arova 212 Skibob (1970) Foto: RM Sotheby's 12 Bilder

Porsche hat Ende der 60er-Jahre zusammen mit der Schweizer Firma Arova einen Skibob entwickelt und 1968 in den USA zum Patent angemeldet. Das Wintersportgerät war in Blau und Blutorange erhältlich. Es kostete neu 653 Mark und verfügte über zwei gedämpfte Kufen. Alle Anbauteile – die Kufen samt Aufhängung, der Lenker mit Gummigriffen von Continental und die Lenkstange fanden unter der Sitzbank Platz. Das Gehäuse wurde aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Zum Bob gehörten zwei "Bigfoot" genannte Kufen für die Füße des Fahrers. Der konnte auf der langen Sitzbank sogar einen Passagier mitnehmen.

Skibob für den Kofferraum

Porsche Arova 212 Skibob (1970) Foto: RM Sotheby's
In der Firmenzeitschrift Christophorus stellt Porsche den Skibob im Februar 1970 vor.

Mit zwei Halteschlaufen konnte der 14 Kilogramm schwere Bob transportiert werden. Es soll auch eine Transporttasche gegeben haben, die jedoch meistens nicht mehr dabei ist. Zerlegt passt der Bob in den vorderen Kofferraum eines Porsche 911. In der Firmenzeitschrift Christophorus wurde das neue Accessoire in Ausgabe 85 von Februar 1970 vorgestellt. Einige Hundert sollen gebaut und verkauft worden sein. Eine genaue Zahl gibt es nicht.

Der Spiegel: "Pisten-Porsche"

Porsche Arova 212 Skibob (1970) Foto: RM Sotheby's
Praktisch: Kufen und Lenker passen in den Korpus und der wiederum soll in einen Porsche 911 passen.

Mit dem Arova-Porsche 212 Skibob griff die Sportwagenfirma einen Trend auf: Der Spiegel berichtete in der Ausgabe 6/1970 vom 1. Februar 1970 über den neuen "Pisten-Porsche": "Auf das einst aus einem Fahrrad mit Kufen entstandene Rutschgerät übertrugen die Konstrukteure die Teleskop-Federung aus dem Automobilbau: Sie mindert die Gefahr von Rückgrat-Verstauchungen." Der Vorteil des Skibob-Fahrens: Es sei weniger Technik und Kondition nötig.

Von 100.000 Skibob-Fahrern weltweit seien 15.000 Deutsche, so das Nachrichtenmagazin. Laut Bonhams besaß auch Rennfahrer Rolf Stommelen einen Porsche-Skibob. Dieses Exemplar wurde mit gekürzter Lenkstange 2009 bei Bonhams für umgerechnet 550 Euro verkauft. Das britisch-kanadische Auktionshaus RM Sotheby’s versteigerte einen blauen Arova-Porsche 212 Skibob Ende Juli 2020 für 8.400 US-Dollar, zum damaligen Kurs sind das umgerechnet 7.140 Euro.

Fazit

Nette Idee: Ein Porsche-Skibob, der in den Kofferraum eines 911 passt. Der Erfolg wollte sich allerdings nicht so richtig einstellen. Wahrscheinlich weniger, weil der Arova-Skibob nichts taugte, sondern eher, weil der Skibob-Trend sich nie wirklich etablieren konnte.