Porsche Carrera GT von 2005 zu verkaufen

Das letzte analoge Supercar

Porsche verdreht der Autowelt mit dem Carrera GT bis heute den Kopf. In Monaco kommt am 25. April bei RM Sotheby's ein Exemplar in Basaltschwarz unter den Hammer. Der Schätzpreis liegt bei zwei bis 2,5 Millionen Euro.

Porsche Carrera GT (2005) Basaltschwarz Metallic Foto: RM Sotheby's/Owner 15 Bilder

Die Geschichte des Porsche Carrera GT begann fünf Jahre, bevor das erste Serienmodell das Werk verließ. Ursprünglich hatte Porsche vor, einen neuen Sportwagen für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans zu bauen. Als der Motor schon fertig war, änderten sich bei Porsche die Prioritäten, das Projekt lag auf Eis. Doch der V10 ließ die Entwickler nicht los und bekam seine zweite Chance, als Porsche-Chef Wendelin Wiedeking einen neuen Supersportwagen ins Spiel brachte.

3,9 Sekunden von null auf 100 km/h

Am 28. September 2000 fuhr Walter Röhrl mit einem Prototypen vom Arc de Triomphe zum Louvre. Die Basis für das Chassis stammte noch vom Boxster, doch der Motor war schon der V10 aus dem Le-Mans-Auto. Bis das Serienauto fertig war, dauerte es noch zweieinhalb Jahre: Auf dem Genfer Autosalon 2003 hatte der Carrera GT Premiere. Im selben Jahr startete im Werk Leipzig die Serienproduktion. Erstmals baute Porsche ein Serienauto mit einem Monocoque-Chassis aus Carbon.

Für die Serie wurde der Hubraum des Zehnzylinder-Saugmotors von 5,5 auf 5,7 Liter erhöht. Die Leistung von 612 PS trifft dank des Leichtbaus auf nur 1.380 Kilogramm. Um den Motor möglichst tief einbauen zu können, fanden die Techniker eine anspruchsvolle Lösung: Eine Zweischeiben-Trockenkupplung aus Keramik. Die hat nur 169 Millimeter Durchmesser, das ist ein Drittel einer gewöhnlichen Kupplung. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass der Motor beim Anfahren die Drehzahl anpasst, was die teure Kupplung schont und dem Fahrer die Suchen nach dem sehr knappen Schleifpunkt erspart. Wer mutig Gas gibt und einkuppelt, kann den Carrera GT in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Bis zu 330 km/h sind möglich. Das sind auch über 20 Jahre nach der Premiere sehr sportliche Fahrleistungen.

20.758 Kilometer, seltene Farbe

Das Exemplar, das RM Sotheby's am 25. April 2026 während einer Auktion in Monaco versteigert, rollte 2005 aus dem Werk in Leipzig. Nur 232 der 1.270 Carrera GT wurden ab Werk in Schwarz lackiert. Dieses nach Dänemark ausgelieferte Exemplar in Basaltschwarz Metallic ist mit einem anthrazitfarbenen Leder-Interieur ausgestattet. Die kostenlosen Optionen CD-Radio und Klimaanlage wurden mitbestellt.

Seit der Erstzulassung im Mai 2005 wurde jede Wartung ausschließlich bei autorisierten Porsche-Händlern durchgeführt. 2012 wechselte der Carrera GT den Besitzer; zum Zeitpunkt des Eigentümerwechsels lag der Kilometerstand bei knapp 8.000. In den folgenden 14 Jahren wuchs die Laufleistung auf gut 12.000 Kilometer – weniger als 1.000 Kilometer pro Jahr. Bis zum Zeitpunkt der Katalogisierung hat das Auto insgesamt 20.758 Kilometer gelaufen.

17.880 Euro in die Wartung investiert

Im Mai 2025 erhielt das Fahrzeug bei Porsche Center Kopenhagen eine umfassende Wartung. Der Kilometerstand betrug zu diesem Zeitpunkt 20.470. Neben großen Servicearbeiten wurden alle Bremsbeläge und die Bremsflüssigkeit erneuert, neue Michelin Cup Reifen aufgezogen und sicherheitsrelevante Rückrufe durch das Werk abgearbeitet. Konkret wurde die APA3-Rückrufaktion behoben, die wegen möglicher Korrosion an Fahrwerksteilen einen "Stop-Use"-Hinweis für viele der 1.270 gebauten Carrera GT zur Folge hatte. Anschließend notierte das Werk eine Kupplungsstärke von 28,3 Millimetern. Die Rechnung belief sich auf 133.596 Dänische Kronen, umgerechnet etwa 17.880 Euro.