Porsche und Fiat auf dem Techno Classica Salon
Fünf Exoten kosten weniger als 70.000 Euro
Klassiker für rund 50.000 Euro und mehr müssen nicht immer Sportwagen sein. Unsere fünf Messefunde reichen vom seltenen Italiener bis zum neunsitzigen Geländewagen.
26.09.2026 Carina Mollner
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Zwischen rund 50.000 und 70.000 Euro reicht die Auswahl auf dem Techno Classica Salon in den Dortmunder Messehallen vom amerikanischen Straßenkreuzer bis zum klassischen Geländewagen. Wir haben fünf Verkaufsangebote herausgesucht, darunter einen Porsche mit ungewöhnlich niedriger Laufleistung, einen seltenen Italiener und einen vollrestaurierten Chevrolet aus den 1950er-Jahren. Die Oldtimer-Messe findet vom 24. bis 27. September 2026 erstmals in Dortmund statt.
Porsche 928 S – 47.900 Euro
Den Anfang macht ausgerechnet ein Porsche. Für 47.900 Euro steht auf dem Techno Classica Salon ein 928 S aus dem Modelljahr 1986 zum Verkauf. Das Fahrzeug in Grand-Prix-Weiß ist eine deutsche Ausführung und hat laut Anbieter erst 19.561 Kilometer zurückgelegt. Die Laufleistung sei plausibilisiert, außerdem verweist der Verkäufer auf die weitgehend erhaltene Originallackierung und zahlreiche originale Werksdetails.
Der 928 schlug bei seiner Premiere 1977 einen für Porsche ungewöhnlichen Weg ein. Statt Heckmotor setzte der Gran Turismo auf einen wassergekühlten V8-Frontmotor und ein an der Hinterachse angeordnetes Getriebe. Diese Transaxle-Bauweise sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Ursprünglich war der 928 sogar als möglicher Nachfolger des 911 vorgesehen.
Beim angebotenen 928 S handelt es sich um das letzte Modelljahr dieser Variante. 1986 wuchs der Hubraum des V8 auf fünf Liter, gleichzeitig hielten Vierventiltechnik und Katalysator Einzug. Der Motor leistet 288 PS und ist bei diesem Exemplar mit einer Automatik kombiniert. Bereits ein Jahr später folgte der 928 S4 mit 320 PS.
BMW 1600 ti – 49.500 Euro
Nur 1.600 Euro über dem Porsche liegt der nächste Kandidat – obwohl zwischen beiden fast zwei Jahrzehnte Automobilgeschichte liegen. Für 49.500 Euro steht ein BMW 1600 ti zum Verkauf, der im Dezember 1967 seine Erstzulassung erhielt. Laut Verkäufer restaurierte man das Fahrzeug zwischen 2009 und 2011 umfassend. Seitdem legte es rund 20.000 Kilometer zurück.
Der 1600-2 kam 1966 als erster Vertreter der späteren 02er-Reihe auf den Markt (ab 1971 in BMW 1602 umbenannt). Technisch griff der kompakte Zweitürer auf Komponenten der größeren Neuen Klasse zurück. Bereits 1967 legte BMW mit dem 1600 ti nach. Zwei Doppelvergaser und eine höhere Verdichtung steigerten die Leistung des 1,6-Liter-Vierzylinders von 85 auf 105 PS. Damit erreichte der BMW bis zu 175 km/h.
Lange blieb die stärkere Variante allerdings nicht im Programm. BMW baute den 1600 ti lediglich von September 1967 bis Dezember 1968, insgesamt verließen knapp 9.000 Exemplare die Produktion. Die gesamte 02er-Reihe entwickelte sich dagegen zum Erfolg: Mehr als 860.000 Fahrzeuge fanden einen Käufer und Modelle wie der spätere 2002 prägten das sportliche Image der Marke nachhaltig.
Chevrolet Bel Air Station Wagon – 57.800 Euro
Vom kompakten BMW geht es direkt ins amerikanische Kontrastprogramm. Für 57.800 Euro steht ein Chevrolet Bel Air Station Wagon aus dem Jahr 1957 zum Verkauf. Laut Anbieter hat das Fahrzeug eine Vollrestaurierung hinter sich. Schon die Dimensionen, die üppigen Chromdetails und die angedeuteten Heckflossen machen den Kombi zu einem typischen Vertreter des amerikanischen Automobildesigns der 1950er-Jahre.
Das Modelljahr 1957 gehört heute zu den bekanntesten Chevrolet-Jahrgängen. Die Marke überarbeitete unter anderem Front und Heck und gab den Modellen damit ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Gleichzeitig bot Chevrolet eine ungewöhnlich große Auswahl an Karosserieformen. Neben Limousinen, Coupé und Cabriolet standen auch mehrere Kombis im Programm. Der viertürige Bel Air Townsman bot Platz für sechs Personen.
Bei den Motoren hatten Käufer ebenfalls die Wahl. Neben dem Reihensechszylinder standen verschiedene V8-Ausführungen zur Verfügung. Neu für 1957 war der Small-Block-V8 mit 283 Cubic Inch, rund 4,6 Liter Hubraum, den Chevrolet in mehreren Leistungsstufen anbot. Welche Motorisierung im Dortmunder Fahrzeug steckt, nennt das Verkaufsschild allerdings nicht.
Fiat 1600 S Coupé O.S.C.A. – 59.500 Euro
Fiat, Pininfarina und die Maserati-Brüder: Im 1600 S Coupé treffen gleich mehrere große Namen der italienischen Automobilgeschichte aufeinander. Für 59.500 Euro steht ein Fiat 1600 S Coupé O.S.C.A. zum Verkauf. Das angebotene Exemplar erhielt im Juni 1965 seine Erstzulassung, die Karosserie stammt von Pininfarina.
Während der zeitgenössische Fiat 1500 mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder aus eigener Produktion und 75 PS auskam, setzte Fiat beim 1600 S auf einen deutlich aufwendigeren Motor von O.S.C.A. Der 1.568 Kubikzentimeter große Vierzylinder besitzt zwei obenliegende Nockenwellen und zwei Doppelvergaser. Er leistet laut Verkaufsschild 100 PS.
Hinter O.S.C.A. standen Ernesto, Ettore und Bindo Maserati. Die Brüder gründeten das Unternehmen 1947, nachdem sie Maserati verlassen hatten, und konzentrierten sich auf Sport- und Rennwagen sowie Motoren. Das angebotene Exemplar besitzt laut Verkäufer außerdem ein Fünfganggetriebe, Tiefbettfelgen und Hosenträgergurte von Schroth.
Land Rover Defender TD5 110 Station Wagon – 69.770 Euro
Das jüngste Auto unserer Auswahl trägt gleichzeitig das höchste Preisschild. Für 69.770 Euro steht ein Land Rover Defender TD5 110 Station Wagon aus dem Jahr 2005 zum Verkauf. Laut Anbieter stammt der Geländewagen aus Erstbesitz und hat lediglich 42.000 Kilometer zurückgelegt. Platz bietet der lange 110 reichlich: In diesem Exemplar können bis zu neun Personen mitfahren.
Die Geschichte hinter dem Geländewagen reicht wesentlich weiter zurück. Land Rover präsentierte bereits 1948 sein erstes Modell auf der Amsterdam Motor Show. Über mehrere Generationen entwickelte sich daraus die Baureihe, die seit 1990 den Namen Defender trägt. Das grundlegende Konzept mit robuster Konstruktion und ausgeprägter Geländetauglichkeit blieb dabei erhalten. Land Rover selbst führt die Herkunft des Defender auf die ursprünglichen Modelle von 1948 zurück.
Im 2005er-Modell arbeitet der Td5, ein 2,5-Liter-Turbodiesel mit fünf Zylindern. Der Motor kam Ende der 1990er-Jahre in den Defender und verbindet die traditionelle Geländewagenkonstruktion mit einer damals moderneren Dieseltechnik. Ein manuelles Fünfganggetriebe und permanenter Allradantrieb gehören ebenfalls zum Antriebskonzept.