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Ferrari 308 GTS zum Rekordpreis verkauft

Deutsche kaufen Magnum-Ferrari - doch ist er echt?

Zwei Brüder haben in den USA einen Ferrari 308 GTS aus "Magnum" ersteigert. Der Preis ist ein neuer Rekord für das Modell. Aber es gibt Zweifel an der Echtheit des Autos.

Ferrari 308 GTS Tom Selleck Magnum P.I. Foto: CBS Photo Archive via Getty Images 7 Bilder

Die Serie "Magnum, P.I.”, die zwischen 1980 und 1988 auf CBS lief, prägte eine ganze Fernseh-Ära. Besonders präsent: Das Opening mit Tom Selleck am Steuer eines offenen Ferrari 308 GTS – und das charakteristische Schalten mit dem legendären Schaltstock in der offenen Kulisse. Der damals noch relativ neue 308 GTS hatte 1977 auf der IAA in Frankfurt Premiere. Durch die TV-Rolle als Auto von Privatdetektiv Thomas Magnum avancierte der Ferrari zum automobilen Superstar der 80er-Jahre. Einen solchen Ferrari 308 hat Barrett-Jackson Mitte April in Palm Beach versteigert.

Ferrari 308 zum Rekordpreis versteigert

Zwei Brüder aus Deutschland haben laut Medienberichten bei der Auktion von Barrett-Jackson einen Rekordpreis bezahlt: Für umgerechnet 321.932 Euro ersteigerten die Unternehmer aus Berlin einen roten Ferrari 308 GTS. Die beiden Brüder, seit ihrer Kindheit Magnum-Fans, wollten den Ferrari unbedingt und steigerten ihre Gebote in einem Bieterduell laut Bild.de weit über ihr selbst gesetztes Limit von 150.000 Dollar: Am Ende lag das Höchstgebot bei 345.000 Dollar. Nun soll der Ferrari nach Deutschland kommen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so der Bericht weiter. Die Fangemeinde von Magnum sei immer noch riesig. Denkbar sei ein Platz in der Motorworld München. "Fahren werden wir wohl damit aber nicht", zitiert das Boulevardblatt die Brüder. Ohne Filmgeschichte ist ein Ferrari 308 laut Classic-Analytics in gutem Zustand rund 80.000 Euro wert.

Magnum fuhr in 8 Jahren mehrere Ferrari 308

Insgesamt stellte Ferrari Nordamerika im Verlauf der Serie mehrere 308 zur Verfügung. Das erste Filmauto war ein 1979er 308 mit Vergasermotor, später folgten ein GTSi (mit Einspritzung) und ein GTS Quattrovalvole mit dem Vierventil-Achtzylinder.

Der 308 GTS hat einen 2,9-Liter-V8 mit vier Weber-Vergasern und elektronischer Zündung. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Im 308 GTS leistet der Achtzylinder-Mittelmotor 223 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 254 km/h.

Zur Serienausstattung zählen ein herausnehmbares Dachteil, eine Lederausstattung im Farbton "Crema", eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber. Hinter den Cromodora-Leichtmetallrädern sorgen Scheibenbremsen für eine artgerechte Verzögerung. Die Historie ist laut Auktionshaus sorgfältig dokumentiert. Die Unterlagen – etwa von Ferrari-Historiker Marcel Massini – sollen die Vergangenheit des Fahrzeugs im Dienst von "Magnum, P.I." bestätigen.

Zweifel an der Echtheit

Am 3. März 2025 wurde bei bringatrailer.com ein Ferrari 308 mit der Fahrgestellnummer 28251 versteigert. Dieselbe Fahrgestellnummer hat auch der von Barrett-Jackson versteigerte Ferrari. Doch das Interieur ist mit schwarzen Sitzen ausgestattet und das Armaturenbrett hat einen Riss. Auf den Bildern von Barrett-Jackson hat der Ferrari beige Sitze, wie er sie auch in der Serie hatte – und eine aufgequollene Stelle auf dem Armaturenbrett. Laut autobild.de hat das Auktionshaus auf Nachfrage keine Dokumente zur Verfügung gestellt, die die Historie des Autos belegen – obwohl laut Auktionshaus genau diese Dokumente verfügbar sein sollen. Auch Bilder, auf denen der Tachostand oder die Fahrgestellnummer zu erkennen gewesen wären, hätte Barrett-Jackson trotz Nachfrage nicht geliefert.

Der 1,93 Meter große Tom Selleck passte nur mit Tricks in den Ferrari

Für den 1,93 Meter großen Schauspieler Tom Selleck musste das Auto extra umgebaut werden. Die Produktions-Crew entfernte das Sitzpolster vollständig und verschob den Sitz ganz nach hinten, um Platz zu gewinnen. Trotzdem ragte Sellecks Kopf beim Fahren oft über die Windschutzscheibe hinaus – weshalb in der Serie selten mit montiertem Dach gefahren wurde. Der Anblick von Selleck mit wehenden Haaren im offenen Ferrari wurde zur Kultszene im Fernsehen der 80er-Jahre.