75 Jahre Motorsport" im Porsche Museum trafen zwei der größten deutschen Rennfahrer-Legenden aufeinander: Walter Röhrl und Hans-Joachim "Strietzel" Stuck. In einem Gespräch lieferten sie pointierte Einblicke in ihre Karrieren, die fundamentalen Unterschiede zwischen Renn- und Rallyesport und die untrennbare Verbindung zwischen der Marke Porsche und dem Wettbewerb auf der Strecke.

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Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck über Porsche

Perfektion, Improvisation und 380 km/h

Anlässlich der Sonderausstellung "75 Jahre Motorsport" im Porsche Museum trafen zwei der größten deutschen Rennfahrer-Legenden aufeinander: Walter Röhrl und Hans-Joachim "Strietzel" Stuck. In einem Gespräch lieferten sie pointierte Einblicke in ihre Karrieren, die fundamentalen Unterschiede zwischen Renn- und Rallyesport und die untrennbare Verbindung zwischen der Marke Porsche und dem Wettbewerb auf der Strecke.

Sonderausstellung - Porsche Museum - Rennsport - 2026 Foto: Porsche

Für beide Ikonen ist die Sache klar: Die DNA von Porsche ist untrennbar mit dem Motorsport verbunden. Hans-Joachim Stuck formuliert es prägnant: "Motorsport gehört zu Porsche wie zu wenigen Marken." Eine Einschätzung, die Walter Röhrl teilt und weiter ausführt. Für ihn ist der Motorsport nicht nur ein Teamsport, sondern auch ein "Null-Fehler-Sport". Sein abschließendes Urteil lässt keinen Raum für Zweifel: "Motorsport gehört dazu, ohne ist Porsche nicht denkbar."

Doch innerhalb dieser gemeinsamen Überzeugung offenbart insbesondere Walter Röhrl eine differenzierte Sicht auf die Disziplinen. Er zieht eine scharfe Trennlinie zwischen dem Geschehen auf der Rundstrecke und den Herausforderungen einer Rallye. Seine jahrzehntelange Erfahrung fasst er in einem Satz zusammen: "Der Rennsport lebt von der Perfektion, der Rallyesport von der Improvisation."

Zwei Legenden, zwei Philosophien

Diese Unterscheidung prägt auch Röhrls persönliche Leidenschaft. Er macht keinen Hehl aus seiner Präferenz und bekennt offen: "Ich bin ein größerer Fan vom Rallyefahren als vom Rennsport." Die Faszination dahinter liegt für ihn in der ultimativen Eigenverantwortung des Fahrers, die er als das eigentliche Schöne am Rallyesport beschreibt: "Du fährst allein, du hast keine Ausreden."

Während Röhrl die Kunst der Improvisation auf losem Untergrund perfektionierte, definierte Stuck die Grenzen des auf der Rennstrecke Machbaren. Mit einer bildhaften Beschreibung vermittelt er die extremen Geschwindigkeiten bei Langstreckenrennen wie in Le Mans. "Die unterbrochenen Seitenstreifen auf der langen Geraden in Le Mans werden ab 380 zu einer weißen Linie", so Stuck. In einer persönlichen Geste an seinen Kollegen fügte er hinzu: "Du hast mir das Allradfahren beigebracht, vielen Dank."

Langstreckeneinsätze von Röhrl und Stuck

Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring fuhren Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck 1992 im Team Strähle und Löhr mit Frank Biela und Olaf Manthey im 24h-Rennen mit einem Porsche 911 Carrera 2 auf Rang 3.

Röhrl und Stuck sind 1993 mit Hurley Haywood in einem Porsche 911 S LM GT bei den 24h von Le Mans angetreten. Der Einsatz war nicht erfolgreich; nach einem Unfall musste das Team aufgeben. In Sebring war das Trio im selben Jahr erfolgreicher: Platz 7 und Klassensieg mit einem Brumos Porsche 911 Turbo S LM. Im Jahr darauf erreichten Stuck, Röhrl und Haywood im Brumos Porsche 911 Turbo GT America Rang 11.

Sonderausstellung "75 Jahre Motorsport"

Die Sonderausstellung "Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport" ist bis zum 17. Januar 2027 im Porsche Museum in Stuttgart zu sehen. Sie zeigt anhand von 31 Fahrzeugen die Geschichte des Motorsports der Marke Porsche. Ein rotes Band führt die Besucher durch die Ausstellung und die Jahrzehnte – vom ersten Le-Mans-Einsatz mit einem 356 SL bis zur Zukunftsstudie Cayman GT4 e-Performance. Anhand der Exponate, interaktiver Elemente und Texten sehen Besucher die Renn- und Rallyefahrzeuge in ihrem historischen Kontext, bekommen Begriffe aus dem Motorsport erklärt und sehen in einem Mini-Kino, wie historischen Rennfahrzeuge restauriert werden. Talks mit Gästen aus dem Motorsport ergänzen die Ausstellung.