Oldtimer-Rennen auf ehemaliger Formel-1-Strecke
Solitude Revival fällt 2026 aus
Das Solitude Revival lockte seit 2008 alle zwei Jahre Tausende Zuschauer an die ehemalige Formel-1-Rennstrecke zwischen Stuttgart und Leonberg. Doch 2026 fällt das Oldtimer-Rennen aus.
05.02.2026
Andreas Of-Allinger
Foto: Arturo Rivas
32 Bilder
1/32
Mit einem 718 Formel 2 von 1960 aus dem Porsche Museum am Solitude Revival teilzunehmen, zählt sicherlich mit zum Besten, was einem im historischen Motorsport passieren kann.
Foto: Arturo Rivas
2/32
Zwei Autos der O.N.S.-Staffel begleiten die Teilnehmer, einer davon ist dieser herrliche Ford Capri.
Foto: Arturo Rivas
3/32
In der Klasse der Tourenwagen gehen so unterschiedliche Klassiker wie dieser Audi Quattro und der dahinter fahrende Bizzarini auf die Strecke.
Foto: Arturo Rivas
4/32
Ebenfalls Teil des Tourenwagen-Laufs: Mercedes /8 Coupé im AMG-Dress, Alfa Romeo Kanthauber und BMW E36 am Glemseck.
Foto: Arturo Rivas
5/32
Gewaltig: Porsche 917 vor dem historischen Start-Ziel-Turm am heutigen ADAC-Verkehrsübungsplatz.
Foto: Arturo Rivas
6/32
BMW 3.0 CSI und Ford Capri begeistern damals wie heute die Zuschauer mit filigran-brutaler Optik und herrlich klingenden Sechszylindern.
Foto: Arturo Rivas
7/32
Porsche schickt einen 911 RSR 2.8 auf die 11,3 Kilometer lange Strecke.
Foto: Arturo Rivas
8/32
Nicht alle Autos sind auf Hochglanz poliert, doch viel wichtiger ist: Sie fahren. Und wie!
Foto: Arturo Rivas
9/32
Das Solitude Revival findet alle zwei Jahre statt; es ist ein Fest für Freunde des historischen Motorsports.
Foto: Arturo Rivas
10/32
Wer bei der Vorbeifahrt eines der historischen Renner keine Gänsehaut bekommt, sollte besser Briefmarken sammeln. Links das zweite ONS-Auto, ein Porsche 928 Urmodell.
Foto: Arturo Rivas
11/32
Mit einem solchen Opel Commodore GS/E von Irmscher fuhr Walter Röhrl bei der Rallye Monte Carlo 1973 zum Klassensieg.
Foto: Arturo Rivas
12/32
Die Fahrt durch das Mahdental mit einem Porsche Formel 2 gleicht einem herrlichen Tanz.
Foto: Arturo Rivas
13/32
Solitude Revival? Tatsächlich braucht es diese Veranstaltung, um daran zu erinnern, dass es einst zwischen der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt und dem benachbarten Leonberg eine richtige Formel-1-Rennstrecke gab, auf der bis 1965 Grand-Prix-Rennen ausgetragen wurden – zu denen regelmäßig 400 000 Zuschauer pilgerten.
Foto: Arturo Rivas
14/32
Die Rennen und Heldentaten von damals sind längst Geschichte, doch die 11,3 Kilometer lange, dreiecksförmige Naturrennstrecke ist immer noch da und präsentiert sich bis auf 300 Meter im originalen Verlauf.
Foto: Arturo Rivas
15/32
Beim alle zwei Jahre stattfindenden Solitude Revival hingegen ist die Beschränkung zur Freude aller rund 400 Teilnehmer mit ihren Rennmotorrädern, Renngespannen und Rennwagen weitgehend aufgehoben.
Foto: Arturo Rivas
16/32
Und so donnert, brüllt und kreischt hier alle zwei Jahre auf ein paar Landstraßen, auf denen die Leute normalerweise zur Arbeit fahren, alles über die Piste, was im Rennsport Rang und Namen hat, von Abarth bis Zagato und von Vorkriegsrennwagen bis zur Formel 1.
Foto: Arturo Rivas
17/32
Porsche setzte den 907 Ende der 1960er-Jahre erfolgreich bei Langstreckenrennen ein.
Foto: Arturo Rivas
18/32
Ebenfalls ein Langstreckenheld der Sechziger: Ford GT40.
Foto: Arturo Rivas
19/32
Spektakulär: Die Darbietungen der Motorrad-Gespannfahrer.
Foto: Arturo Rivas
20/32
Achtung, Kurve: Kaum zu glauben, dass hier das britische Ausnahmetalent Jim Clark im Lotus 1963 den ewigen Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 179,4 km/h zementierte.
Foto: Arturo Rivas
21/32
Ein großes Spektakel für Zuschauer und Fahrer: Ab der Linkskurve beim Glemseck hoch zur Hedersbachkurve wird kräftig Gas gegeben.
Foto: Arturo Rivas
22/32
Aufstellung zum Start. Im Zuschauerbereich hält sich der Fahrer des Führungsautos weise zurück.
Foto: Arturo Rivas
23/32
Porsche-Meute im Fahrerlager. Die regulären Läufe starten am Samstag und Sonntag jeweils am Vor- und Nachmittag.
Foto: Arturo Rivas
24/32
Die "Porsche Classics" haben einen eigenen Lauf und ein buntes Starterfeld vom 356 bis zum 911 RSR.
Foto: Arturo Rivas
25/32
Walter Röhrl fuhr im 911 GT3 RS mit Bio-Kraftstoff.
Foto: Arturo Rivas
26/32
Im Fahrerlager auf dem ADAC Verkehrsübungsplatz können Zuschauer Benzin reden und riechen.
Foto: Arturo Rivas
27/32
Vorbereitung für den Lauf im Porsche-Zelt am Achtzylinder-Boxermotor des Porsche 804 Formel 1, mit dem der Amerikaner Dan Gurney hier auf der Solitude 1962 das Formel-1-Rennen gewonnen hat.
Foto: Arturo Rivas
28/32
Die Vorkriegs-Clique lagert am Seehaus. Zuschauer kommen zum Staunen und Reden vorbei.
Foto: Arturo Rivas
29/32
Stilvolles Fahrerlager in einer Scheune neben der Strecke.
Foto: Arturo Rivas
30/32
Dem 2021 verstorbenen Rennfahrer Eberhard "Ebs" Mahle widmen die Organisatoren einen Sonderlauf am Samstag und Sonntag Nachmittag.
Foto: Arturo Rivas
31/32
Dieser Minimalist ging mit gerade so viel Karosserie an den Start, dass knapp eine Startnummer draufpasste.
Foto: Arturo Rivas
32/32
Vorne ein moderner 718 Cayman, hinten der Formel-2-718 von 1960. Mach‘s gut, kleiner Porsche, in spätestens zwei Jahren sehen wir uns hoffentlich wieder und tanzen zusammen durchs Mahdental.
Foto: Arturo Rivas
Nachdem das Solitude Revival von Juni auf September verlegt werden sollte, fällt es nun 2026 komplett aus. "Leider war es trotz intensiver Bemühungen nicht möglich, einen für alle Parteien geeigneten Termin zu finden", teilten die Organisatoren am 3. Februar 2026 mit. Der Solitude Revival e.V. gibt jedoch nicht auf, sondern sucht einen neuen Termin für 2027. Der wird voraussichtlich im Spätsommer liegen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll der neue Termin feststehen und veröffentlicht werden. Nennungen sollen ab Jahresende 2026 online möglich sein.
Unterstützung in schwierigem Umfeld
Bis dahin bereitet sich der Verein auf die nächste Ausgabe vor. Partner, Sponsoren und die Städte sowie Gemeinden, auf deren Gemarkung die Veranstaltung stattfindet, müssen eingebunden werden und ihre Zustimmung geben. Der Verein ist sicher, dass sich der Aufwand lohnt: "Gerade in herausfordernden Zeiten sehnen sich die Menschen danach, in Erinnerungen zu schwelgen, ihren Lieblingsfahrzeugen von anno dazumal zuzujubeln (oder mit ihnen teilzunehmen) und den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen."
Laut einem Bericht der Stuttgart Zeitung spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle: "Das Umfeld für Veranstaltungen ist in diesem Jahr besonders schwierig", heißt es. Auch der Verein, dessen "Mitglieder viel Zeit und Energie investieren", müsse "Kosten einsparen, um das langfristige Bestehen des Revivals zu sichern". Hinzu komme, "dass die bisherige Unterstützung durch den Landkreis und die Stadt mit hoher Wahrscheinlichkeit wegfallen wird'." Auch deshalb appelliert der Verein an mögliche Unterstützer: "Ob Helfer, regionaler Betrieb, Solitude-Fan, Oldtimer-Enthusiast oder Renn-OK-Profi – jeder und jede, der/die irgendwie dabei sein kann und mithelfen möchte, ist herzlich aufgefordert, sich zu melden."
Oldtimer-Rennen auf ehemaligem Formel-1-Kurs
Das Solitude Revival hatte seit 2008 alle zwei Jahre stattgefunden und erinnerte daran, dass im Mahdental früher Formel-1-Rennen gefahren wurden. Bis 1965 war der 11,3 Kilometer lange Kurs zwischen Stuttgart und Leonberg Grand-Prix-Rennstrecke. Zu besten Zeiten erlebten 400.000 Zuschauer die Rennen. Den Streckenrekord fuhr 1963 Jim Clark im Lotus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 179,4 km/h.
Die Oldtimer-Veranstaltung lockte 2024 laut Veranstalter 10.000 Zuschauer an – trotz eines Wolkenbruchs. Regelmäßig pilgerten Enthusiasten zum Solitude Revival, um die automobilen Helden von damals auf der Strecke zu sehen oder sogar selbst zu fahren. Traditionell holen Mercedes und Porsche für das Solitude Revival historisches Sportgerät aus ihren Depots. Mit von der Partie waren 2024 unter anderem ein Targa-Florio-Rennwagen von 1924, ein Gruppe-C-Rennwagen und diverse Porsche vom 550 Spyder bis zum 911 GT3. Prominente wie der Tatort-Schauspieler Richy Müller, Porsche-Werksfahrer Marc Lieb oder Mercedes-Mann Karl Wendlinger drehten 2024 Runden auf der Naturrennstrecke.