Techno Classica Salon 2026

Drei Sportwagen über 100.000 Euro

Drei Sportwagen, drei völlig unterschiedliche Wege zu Fahrspaß und Leistung. Auf dem Techno Classica Salon treffen dabei seltene Technik, geringe Laufleistungen und sechsstellige Preise aufeinander.

Techno Classica Salon 2026 drei Sportwagen für über 100.000 Euro Foto: Carina Mollner 4 Bilder

Mittelmotor-V8 aus Italien, japanischer Sportwagen oder luftgekühlter Biturbo aus Zuffenhausen: Auf dem Techno Classica Salon in Dortmund stehen auch einige hochpreisige Klassiker zum Verkauf. Drei Angebote sind uns beim Rundgang besonders aufgefallen.

Schon der günstigste Kandidat trägt ein Preisschild von 120.000 Euro, während der teuerste mehr als das Doppelte kostet. Dabei stammen die drei Sportwagen aus unterschiedlichen Jahrzehnten und verfolgen technisch ganz eigene Konzepte. Wir haben uns den Maserati Bora, den Honda NSX und den Porsche 911 Turbo der Baureihe 993 genauer angesehen.

Maserati Bora 4.7 – 120.000 Euro

Den Einstieg in unser hochpreisiges Trio liefert ein Italiener. Für 120.000 Euro steht auf dem Techno Classica Salon ein Maserati Bora 4.7 zum Verkauf. Mehr verrät das handschriftliche Verkaufsschild über das konkrete Fahrzeug allerdings nicht.

Der Bora nimmt jedoch in der Geschichte von Maserati eine besondere Stellung ein. Bei seiner Premiere auf dem Genfer Autosalon 1971 war er der erste Straßen-Maserati mit Mittelmotor. Für die Technik zeichnete Giulio Alfieri verantwortlich, während Giorgetto Giugiaro bei Italdesign die keilförmige Karosserie entwarf. Hinter Fahrer und Beifahrer sitzt ein 4,7 Liter großer V8 mit 310 PS. Maserati gibt für diese Variante eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h an.

Die Stückzahl macht den Bora 4.7 heute zu einem seltenen Anblick. Maserati produzierte von dieser Variante lediglich 314 Exemplare. Später ergänzte ein 4,9-Liter-V8 mit 330 PS das Angebot. Eine weitere Besonderheit stammt aus der damaligen Verbindung mit Citroën: Ein Hydrauliksystem betätigt unter anderem die Bremsen und Klappscheinwerfer und übernimmt außerdem die Verstellung von Fahrersitz und Pedalen.

Honda NSX – 124.500 Euro

Der zweite Sportwagen unserer Auswahl kostet 124.500 Euro. Laut Anbieter hat das Fahrzeug aus dem Jahr 1991 nur 36.000 Kilometer zurückgelegt. Geschaltet wird klassisch per Fünfganggetriebe.

Honda brachte den NSX ein Jahr zuvor auf den Markt und setzte dabei konsequent auf Leichtbau. Als erstes Serienauto besaß der Sportwagen eine vollständig aus Aluminium gefertigte selbsttragende Karosserie. Allein dadurch sparte Honda gegenüber einer vergleichbaren Stahlkonstruktion nach eigenen Angaben rund 140 Kilogramm beim Rohbau ein. Der Motor sitzt hinter den beiden Passagieren und treibt die Hinterräder an.

Im frühen NSX arbeitet ein frei saugender 3,0-Liter-V6 mit DOHC-VTEC-Technik. In Verbindung mit dem Fünfganggetriebe leistete er auf dem japanischen Heimatmarkt 280 PS und drehte bis in den Bereich von 8.000 Touren. Für die hohe Drehzahlfestigkeit setzte Honda unter anderem auf Pleuel aus Titan. Neben dem Motor und der Aluminiumkarosserie zeigt auch das Fahrwerk den technischen Aufwand. Honda verwendete geschmiedete Aluminiumlenker und eine Doppelquerlenker-Konstruktion.

Porsche 911 Turbo (993) – 260.000 Euro

Mit deutlichem Abstand führt der dritte Sportwagen unsere Auswahl preislich an. Für den Porsche 911 Turbo der Baureihe 993 verlangt der Anbieter 260.000 Euro. Seine Erstzulassung erfolgte im Oktober 1995. Laut Verkaufsschild hat das Fahrzeug eine Komplettrestaurierung samt Motorrevision hinter sich und seitdem rund 4.500 Kilometer zurückgelegt. Originalmotor und Originalgetriebe befinden sich demnach weiterhin im Auto.

Der 993 Turbo erschien 1995 und brachte gleich zwei Neuerungen für die Turbo-Baureihe mit. Erstmals setzte Porsche beim 911 Turbo auf zwei Turbolader statt eines einzelnen Laders und kombinierte sie serienmäßig mit Allradantrieb. Der luftgekühlte 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistete ab Werk zunächst 408 PS und 540 Newtonmeter. Damit beschleunigte das Coupé in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und erreichte 290 km/h.

Beim Dortmunder Exemplar blieb es allerdings nicht bei der Serienleistung. Laut Anbieter erhielt der Motor unter anderem neue K24/7-Turbolader samt Upgrade. Auf dem Leistungsprüfstand erreichte der Porsche damit 450 PS. Gerade der 993 besitzt innerhalb der 911-Geschichte eine besondere Stellung: Er bildet die letzte Generation mit luftgekühltem Boxermotor, bevor Porsche beim Nachfolger 996 auf Wasserkühlung umstellte.