Klassiker mit Promi-Historie

Ferrari 550 Maranello von Michael Jordan

Ein Ferrari 550 Maranello kann heute über eine Million Euro kosten, wenn Geschichte und Zustand passen. Interessant ist aber auch, warum Ferrari 1996 ausgerechnet wieder auf den V12-Frontmotor setzte.

Ferrari 550 Maranello von Michael Jordan Foto: Joopiter

Der Ferrari 550 Maranello markiert 1996 für Ferrari die Rückkehr zum Grand Tourer mit V12-Frontmotor. Grand Tourer meint hier einen schnellen Reisewagen, der Leistung mit Alltagstauglichkeit verbinden soll.

Ein konkretes Auto zeigt, wie sehr dieses Konzept wirkt: Der 550 mit der Fahrgestellnummer 108712 ging am 29. Mai 1997 neu an Michael Jordan. Er ließ ihn in Rosso Barchetta lackieren und innen mit hellbraunem Leder bestellen.

Jordan nutzte den Wagen damals als Alltagsauto in seinen letzten Meisterschafts-Saisons bei den Chicago Bulls. Fotos zeigen ihn 1997 nach dem Gewinn seiner fünften Meisterschaft am Steuer.

Technik als Teil der Story

Zum Auto gehört auch ein Detail, das den V12-Frontmotor im Alltag erdet: Ferrari modifizierte den Fahrersitz für Jordan. Wegen seiner Körpergröße von 1,98 Metern verlängerte Ferrari die Sitzschienen, damit die Sitzposition passt. Auch die Konfiguration machte den 550 unverwechselbar. Jordan wählte verchromte Speedline-Felgen, was den klassischen Frontmotor-Ferrari optisch noch stärker in Richtung Straßen-Ikone schob.

Spannend ist, dass diese Gestaltung über das Auto hinauswirkte. Nike-Designer Tinker Hatfield nutzte Designelemente des Ferrari als Inspiration für den Sneaker Air Jordan XIV, etwa das gesteppte Leder und die Lufteinlässe.

Vom Alltagsauto zum Sammlerstück

Nach dem Verkauf am 4. Dezember 2002 riss die Spur dieses 550 ab. Fast ein Vierteljahrhundert lang gab es keine bestätigten Sichtungen, unter Sammlern galt der Wagen als verschollen.

Der Händler John Temerian, Mitgründer von Curated, suchte nach eigenen Angaben rund zehn Jahre. Der Durchbruch kam über ein altes Online-Forum mit einem Teil der Fahrgestellnummer, daraus rekonstruierte das Team die vollständige VIN und verfolgte die Historie über alte Händlerunterlagen.

Am Ende führte die Spur zu einem langjährigen Besitzer in Kalifornien, der den Ferrari nie öffentlich anbot. Temerian kaufte den Wagen ungesehen und brachte ihn zurück nach Chicago; bei der Übernahme lagen die Originalpapiere im Kofferraum.