Vom Alfa Spider bis zum Peugeot 205 cti

7 legendäre Modelle aus der Feder von Pininfarina

Vom exklusiven Rolls-Royce bis zum millionenfach gebauten Peugeot: Das Designstudio Pininfarina schuf weit mehr als nur legendäre Sportwagen. Sieben prägende Modelle die stilistische Bandbreite.

Chief Executive Officer Of Cofindustria Sergio Pininfarina Foto: Gamma-Rapho 7 Bilder

Am 8. September 2026 wäre der Ingenieur Sergio Pininfarina 100 Jahre alt geworden. Sein Name steht wie kaum ein anderer für die Blütezeit des italienischen Automobildesigns und ist untrennbar mit Marken wie Ferrari verbunden. Als Unternehmer und Designer führte er die von seinem Vater gegründete Carrozzeria Pininfarina zu Weltruhm.

Doch der Einfluss von Sergio Pininfarina und seiner Firma reicht weit über die Sportwagen aus Maranello hinaus. Daher haben wir sieben ikonische Modelle ausgesucht, die die Bandbreite seines Designs verkörpern.

1951 Rolls-Royce Silver Dawn Coupé

Eines der frühen Modelle ist dieses für den Mailänder Commendatore Luigi Bressani gefertigte Einzelstück. Eine Coupé-Version des Rolls-Royce Silver Dawn. Statt der aufrechten Linien bekam das Coupé eine fließendere Dachlinie und rahmenlose Fenster. Für den Vortrieb sorgte der 4,25-Liter-Reihensechszylinder des Serienmodells.

1955 Alfa Romeo Giulietta Spider

Auf Anregung des US-Importeurs Max Hoffman entwarf Pininfarina die Giulietta Spider als Inbegriff des italienischen Roadsters der 1950er-Jahre. Während Bertone das Coupé gestaltete, schuf Pininfarina eine eigenständige, elegante Karosserie, die auf die Wirkung ihrer schlanken Form setzte. Das technische Herzstück bildete der 1,3-Liter-Vollaluminiummotor mit bis zu 90 PS. Der Spider wurde ein kommerzieller Erfolg und prägte mit über 17.000 gefertigten Exemplaren nachhaltig das sportliche Bild der Marke Alfa Romeo.

1959 Ferrari 250 GT Berlinetta SWB

Der 250 GT Berlinetta SWB (Short Wheelbase) gilt als Meisterwerk Pininfarinas. Sein Design folgt direkt dem technischen Konzept: Der verkürzte Radstand ermöglichte eine kompakte, muskulöse Form, die eine perfekte Balance zwischen Eleganz und Zweckmäßigkeit fand. Scaglietti in Modena fertigte die Karosserien. Ferrari konzipierte den SWB als "Dual Purpose"-Fahrzeug für Straße und Rennstrecke und bot ihn als Lusso-Version mit Stahlkarosserie und als leichtere Competizione-Version aus Aluminium an. Angetrieben vom Dreiliter-V12-Motor, zählt der nur 167-mal gebaute Sportwagen heute zu den begehrtesten Sammlerfahrzeugen.

1965 MGB GT

Als MG eine Coupé-Version des MGB Roadsters benötigte, beauftragte man Pininfarina. Statt einer simplen Hardtop-Lösung entwarf das Studio ein praktisches Fließheck-Coupé mit großer Heckklappe und einer höheren Windschutzscheibe für eine harmonische Dachlinie. Der GT teilte die Technik des Roadsters, profitierte aber von einer höheren Karosseriesteifigkeit und besserer Aerodynamik. Mit über 125.000 gebauten Exemplaren bewies der MGB GT, dass Pininfarinas Design auch im Massenmarkt funktionierte.

1966 Fiat Dino Spider

Hintergrund des Fiat Dino war eine Kooperation mit Ferrari zur Homologation eines Formel-2-Motors. Während Bertone das Coupé gestaltete, entwarf Pininfarina den offenen Spider. Das Ergebnis war eine eigenständige Karosserie, die als Musterbeispiel für das Sportwagendesign der 1960er-Jahre gilt. Den Antrieb übernahm der von Fiat in Serie gefertigte V6-Motor, anfangs mit 2,0 Liter und 160 PS, später mit 2,4 Liter und 180 PS. Da deutlich weniger Spider als Coupés gebaut wurden, gilt die Pininfarina-Variante heute als die gesuchtere.

1975 Ferrari 308 GTB

Mit dem 308 GTB schuf Designer Leonardo Fioravanti bei Pininfarina den Nachfolger des Dino 246 GT. Das Design brach mit den runden Formen des Vorgängers und etablierte eine Keilform mit Klappscheinwerfern und markanten Lufteinlässen. Ferrari stellte den 308 GTB 1975 vor; den Antrieb übernahm der quer eingebaute Dreiliter-V8. Eine Besonderheit der ersten Baujahre war die leichte Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (Vetroresina), bevor die Produktion auf Stahlblech umgestellt wurde.

1985 Peugeot 205 CTI

Die langjährige Kooperation von Peugeot und Pininfarina führte auch zur Entwicklung des offenen 205. Pininfarina entwarf ein Cabriolet mit einem stilprägenden Überrollbügel und einem Verdeck, das sich flacher ablegen ließ als beim Hauptkonkurrenten VW Golf. Als sportliches Pendant zum GTI übernahm der CTI dessen Einspritzmotoren mit bis zu 1,9 Liter Hubraum. Trotz der Herausforderung bei der Karosseriesteifigkeit wurde der 205 CTI ein kommerzieller Erfolg, der französischen Lebensstil mit italienischem Design verband.